Der Eurovision Song Contest barrierefrei: Der ORF setzt beim 70. Jubiläum erneut starkes Zeichen für Inklusion

Individuelle Interpretationen zu allen 35 ESC-Songs: Sign-Performance-Aufzeichnungen sind in vollem Gange

Der 70. Eurovision Song Contest in Wien wird ein Event für alle. Dementsprechend wichtig sind dem ORF Inklusion und Barrierefreiheit in allen Bereichen der Veranstaltungen rund um den ESC. Für das Mega-Event im Mai wird der ORF ein breites Angebot bereitstellen: von den begleitenden Song-Performances in International Sign, Vibrationswesten und einer Accessify-App bis hin zu allen barrierefreien Services im ORF (Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprachdolmetschung). Der ORF setzt damit ein starkes Zeichen für Menschen mit Behinderungen – im Programm, in der Wiener Stadthalle und bei Public Viewings. Mit dem Eurovision Song Contest 2026 setzt auch die Stadt Wien neue europäische Standards im Bereich Barrierefreiheit und Inklusion. Die Stadt Wien tritt auch hier als „First Mover“ auf und integriert umfassende Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen in sämtlichen Eventbereichen von der Stadthalle über das Eurovision Village bis zu allen Side-Events.

Michael Krön, Executive Producer des Eurovision Song Contest 2026: „Der Eurovision Song Contest in Wien soll allen Menschen zugänglich gemacht werden und mit unseren vielfältigen Maßnahmen im Bereich der Barrierefreiheit legen wir einen wichtigen Grundstein dafür. Von den ORF-Programmen bis hin zu unseren Angeboten im öffentlichen Raum und der Wiener Stadthalle bieten wir umfassende Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen, Teil dieses größten Musikfests der Welt zu sein. Das ist für den ORF nicht nur öffentlich-rechtlicher Auftrag und Selbstverständnis, sondern auch ein wichtiger Impuls für ein inklusives Miteinander. Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, nicht nur um allen den Zugang zu unseren Programmen und Events zu ermöglichen, sondern auch um Barrieren in den Köpfen abzubauen.“

Barbara Novak, Wiener Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin: „Inklusion ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den Veranstaltungs- und Tourismusstandort Wien. Als offene und zukunftsorientierte Weltmetropole legt Wien Wert darauf, internationale Großereignisse barrierefrei zugänglich zu machen. Das stärkt nicht nur das Bild Wiens als moderne Eventstadt, sondern wirkt durch die weltweite Reichweite des ESC von rund 170 Millionen TV-Zuschauer:innen langfristig nach. Gleichzeitig verfügt Wien über eine ausgezeichnete barrierefreie Infrastruktur – vom öffentlichen Verkehr über Freizeiteinrichtungen bis hin zu kostenlosen, inklusiven Side-Events ohne Konsumzwang. Damit setzt Wien auf Qualitätstourismus und schafft Erlebnisse für alle Menschen.“

Sign Performance: Die Aufzeichnungen für die Shows im Mai sind in vollem Gange

Der ORF setzt auch 2026 ein starkes Zeichen für Barrierefreiheit und Inklusion und bietet alle Songs der beiden Halbfinale sowie des Finales des Eurovision Song Contest erneut mit Sign-Performance für gehörlose Zuseherinnen und Zuseher an. Bereits seit 2015 ist die Sign-Perfomance ein Teil des barrierefreien Angebots beim Eurovision Song Contest. Als erster öffentlich-rechtlicher Sender, der bei einem Song Contest die dargebotenen Titel mit Sign-Performance produziert hat, war der ORF maßgeblich an der Etablierung dieses Services beteiligt. Sign-Performance ist eine eigenständige künstlerische Ausdrucksform, die Gebärdensprache mit Elementen aus Theater, Rhythmus, Tanz und Mimik verbindet.

Bei einem mehrstündigen Casting im Jänner wurden gemeinsam mit Expertinnen von WITAF, equalizent, dem ÖGLB sowie dem ORF sechs internationale gehörlose Performerinnen und Performer ausgewählt. Nun sind die Aufzeichnungen in vollem Gange, sie werden vom 20. bis zum 25. April vorproduziert und stehen 2026 nicht nur dem ORF-Publikum, sondern erneut allen EBU-Sendern zur Verfügung. Zu den Performerinnen und Performern zählen Alice Hu Xiaoshu (Shanghai), Amanda Jovanovic (Wien), Anja Burghardt (Linz), Carina Kilinc (Wien), David Obermaier (Graz) sowie Julia Kulda Hroch (Berlin) – ein vielfältiges internationales Ensemble, das die Songs des Eurovision Song Contest in einer einzigartigen visuellen Sprache erlebbar macht. Gemeinsam mit dem inklusiven Coaching-Team rund um Delil Yilmaz und Magdalena Schramek entwickelten die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler individuelle Interpretationen zu allen 35 ESC-Songs – von der inhaltlichen Story bis zur performativen Ausgestaltung.

Die Performances werden sowohl bei den Halbfinal-Shows als auch beim Finale in ORF 2 Europe sowie auf ORF ON ausgestrahlt. Die Sign-Performances werden allen Sendern der Teilnehmerländer zur Ausstrahlung auf ihren barrierefreien Plattformen zur Verfügung gestellt.

Das sind die barrierefreien Angebote rund um den Eurovision Song Contest

Der ORF bietet auch heuer ein umfassendes barrierefreies Angebot rund um den Eurovision Song Contest – im Fernsehen wie auch online. Für alle drei Live-Shows stehen Untertitelung, Audiodeskription, ÖGS-Dolmetschung sowie die eigens produzierten Sign-Performances zur Verfügung. Darüber hinaus sind sämtliche Übertragungen auf ORF ON mit allen barrierefreien Angeboten live und on demand erlebbar.

Gemeinsam mit der Accessibility-Agentur FullAccess wurde zudem ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Wiener Stadthalle entwickelt, um das Angebot für Besucherinnen und Besucher mit Behinderungen im Vergleich zu 2015 weiter auszubauen. Dazu zählen unter anderem ein eigener Infopoint, Vibrationswesten für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, welche die Musik in Vibrationen übersetzen, Begleit- und Abholservices durch Volunteers, ein Safer-Space-Ruhebereich, Rollstuhl- und barrierefreie Sitzplätze sowie die Erlaubnis von Assistenzhunden. Zusätzlich stehen Reizentlastungs-Hilfsmittel wie In-Ear-Gehörschutz, Kapsel-Gehörschutz, Lichtschutzfassung und Fidgets sowie Induktions- und Auracast-Systeme als Hörunterstützung für Personen mit Hörbeeinträchtigungen zur Verfügung, die das Live-Erlebnis zugänglicher machen. Darüber hinaus haben Besucher:innen mit Behinderungen die Möglichkeit, an einer „Touch Tour“-Backstageführung in der Wiener Stadthalle teilzunehmen. Die Touch Tours richten sich insbesondere an Besucher:innen mit Sehbehinderungen/Blindheit oder Neurodivergenz. Voraussetzung für die Anmeldung zu einer Touch Tour ist ein gültiges Ticket für eine der Shows in der Wiener Stadthalle.

Ein weiteres Highlight ist Accessify.Live: Die KI-basierte Plug-and-Play-Lösung stellt via QR-Code zahlreiche Angebote wie Audiodeskription, ÖGS-Dolmetschung, Sign Performances, Live-Untertitelung auf Deutsch und Englisch (Speech-to-Text) und Hörunterstützung direkt am eigenen Smartphone bereit – ohne App-Download.

Barrierefreie Maßnahmen am Wiener Rathausplatz und im EuroClub im Prater DOME

Auch im Eurovision Village am Wiener Rathausplatz setzt Wien umfangreiche Maßnahmen zur Barrierefreiheit um. Auch hier kommt Accessify.Live mit seinen Services umfassend zum Einsatz. Zusätzlich wird bei den Live-Shows ein eigener Screen mit ÖGS-Dolmetschung und Sign Performances bespielt, der sich am linken Rand der Bühne in unmittelbarer Nähe zur Rollstuhlplattform befindet. Der Zugang für Menschen mit Behinderungen erfolgt am bequemsten über die Lichtenfelsgasse. Dort befindet sich auch eine überdachte Rollstuhlplattform mit guter Sicht auf Bühne und Screens, die ohne Voranmeldung genutzt werden kann. Vor Ort stehen Unterstützungsangebote wie eine Induktionsschleife für Hörgeräte- und CI-Nutzer, Reizentlastungs-Hilfsmittel für neurodivergente Personen sowie ein Safer-Space-Ruhebereich zur Verfügung. Assistenzhunde sind erlaubt und von der Maulkorbpflicht befreit. Hinter dem barrierefreien Bereich gibt es zudem einen eigenen Freilaufbereich mit Trinkstelle. Auch das Aufladen von Hilfsmitteln wie E-Rollstühlen ist möglich.

Im EuroClub im Prater DOME wurde ebenfalls auf Barrierefreiheit geachtet: Der Eingangsbereich sowie der First Floor sind ebenerdig und rollstuhlgerecht zugänglich, weitere Bereiche können per Treppe oder Aufzug erreicht werden. Eine barrierefreie Toilette steht zur Verfügung, und eingetragene Begleitpersonen erhalten freien Eintritt. Für eine haptische Musikwahrnehmung sorgt ein Bereich nahe der Bühne, in dem Vibrationen über Subwoofer besonders intensiv spürbar sind.

„First Mover“: Stadt Wien positioniert sich bewusst als offene, inklusive Weltmetropole

Mit dem Eurovision Song Contest 2026 setzt die Stadt Wien neue europäische Standards im Bereich Barrierefreiheit und Inklusion. Die Stadt Wien tritt auch hier als „First Mover“ auf und integriert umfassende Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen in sämtlichen Eventbereichen von der Stadthalle über das Eurovision Village bis zu allen Side Events.

Parallel dazu hat die Stadt Wien als Host City zum Eurovision Song Contest eine groß angelegte Inklusionskampagne, die freiwilliges Engagement, barrierefreie Freizeitangebote, Awareness- und Veranstaltungskonzepte und generationsübergreifende Zusammenarbeit sichtbar gemacht. Die Kampagne wird in enger Kooperation mit „Freiwillig für Wien“ umgesetzt und schafft niederschwellige Zugänge für Menschen, die sich aktiv einbringen möchten. Die Inklusionskampagne der Stadt Wien ist in enger Kooperation mit „Freiwillig für Wien“ entstanden und lädt dazu ein, selbst aktiv zu werden. Sichtbar ist sie nicht nur im öffentlichen Raum sowie ab sofort auch online und auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Wien unter https://wien.gv.at/inklusion.

Eurovision Song Contest 2026
Johannes Mayer
Deputy Head of Communications
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