Lohnnebenkosten: Erster Schritt des Marathons zur Wettbewerbsfähigkeit ist der wichtigste

ÖHV begrüßt Entlastung für mitarbeiterintensive Branchen. Jetzt braucht es Reformen, weniger Bürokratie und echten Sparwillen.

Die geplante Senkung der Lohnnebenkosten verschafft mitarbeiterintensiven Branchen dringend benötigten Spielraum. Für die Österreichische Hotelvereinigung ist sie ein wichtiger erster Schritt. Jetzt darf die Entlastung nicht durch neue Belastungen, höhere Gebühren oder zusätzliche Bürokratie wieder aufgefressen werden. „Österreich ist von einer wettbewerbsfähigen Steuer- und Abgabenlast auf Arbeit noch weit entfernt. Der Weg dorthin ist ein Marathon. Der wichtigste Schritt ist immer der erste. Die Regierung hat ihn mit dem Plan zur Lohnnebenkostensenkung gesetzt“, sagt ÖHV-Präsident Walter Veit.

JEDER PROZENTPUNKT ZÄHLT

Die von der ÖHV lange geforderte Reduktion der Dienstgeberbeiträge zum Familienlastenausgleichsfonds hilft besonders dienstleistungsintensiven Branchen wie dem Tourismus. „In unserer Branche hilft jeder Prozentpunkt“, so Veit. Energie, Lebensmittel, Baukosten und Zinsen belasten die Betriebe massiv. „Das macht das Führen eines Unternehmens noch nicht zum Spaziergang. Aber es fällt eine Last ab“, sagt Veit.

ENTLASTEN HEISST AUCH SPAREN

Damit die Senkung nachhaltig wirkt, muss der Staat auch ausgabenseitig handeln. „Wer Arbeit entlastet und gleichzeitig neue Belastungen vorbereitet, dreht sich im Kreis. Österreich braucht keinen Griff in die Taschen der Betriebe, sondern Strukturreformen, weniger Bürokratie und einen effizienteren Staat“, betont Veit.

STANDORT NICHT WEITER SCHWÄCHEN

Die Lohnnebenkostensenkung muss Teil eines größeren Standortpakets werden. Länder erhöhen Ortstaxen, neue Auflagen aus Brüssel erhöhen den Aufwand, gleichzeitig steigen die Kosten im Betrieb. „Dass die Bundesregierung die Betriebe stärkt, gibt Spielraum und Zuversicht. Aber eines ist klar: Man kann den Tourismus nicht als Wertschöpfungsturbo feiern und ihn gleichzeitig mit Abgaben, Gebühren und Bürokratie ausbremsen“, so Veit. Die angekündigte Senkung sei ein wichtiges Signal. Jetzt brauche es weitere Schritte: weniger Bürokratie, nachhaltige Strukturreformen, keine neuen Belastungen und konsequentes Sparen auf der Ausgabenseite.

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Österreichische Hotelvereinigung
Martin Stanits
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