Tirol: Trotz stabiler Arbeitslosenquote – steigende Langzeitbeschäftigungslosigkeit bleibt Herausforderung

Medienaussendung zum Tag der Arbeitslosen 2026

Der TIROLER ARBEITSMARKT zeigt sich stabil: Im März 2026 waren 16.315 Personen arbeitslos gemeldet – ein Rückgang von 1,0 % im Jahresvergleich.

Gleichzeitig steigt die LANGZEITBESCHÄFTIGUNGSLOSIGKEIT deutlich an: 2.359 Menschen sind betroffen, ein Plus von 16,2 % gegenüber dem Vorjahr. Viele von ihnen leben mit gesundheitlichen Einschränkungen, sind über 50 Jahre alt oder verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss.

Gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume in der ARBEITSMARKTPOLITIK enger. Auch das Arbeitsmarktservice Österreich steht unter wachsendem Budgetdruck.

Die aktuellen Zahlen zeigen zwei Realitäten: Während sich der Arbeitsmarkt insgesamt stabilisiert, wächst die Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich. Wenn wir jetzt nicht gezielt investieren zahlen wir später doppelt – sozial und wirtschaftlich, so Christine Regensburger, Obfrau von arbeit plus Tirol.

Wenn die Herausforderungen größer werden und zeitgleich weniger Mittel zur Verfügung stehen, ist das ein kritischer Moment, warnt auch Melanie Spangler, Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Tirol.

Jetzt braucht es auf Bundesebene klare Prioritätensetzungen: Eine stabile und ausreichend dotierte Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik ist essenziell, um bestehende Angebote abzusichern und wirksame Unterstützung für langzeitarbeitslose Menschen sicherzustellen.

ZUSAMMENARBEIT MIT DER WIRTSCHAFT – MIT DEM MENSCHEN IM MITTELPUNKT

Soziale Unternehmen verbinden wirtschaftliche Aufträge mit einem klaren sozialen Auftrag: Sie qualifizieren Menschen praxisnah, stabilisieren ihre Lebenssituation und begleiten sie beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. In Tirol zeigt sich dabei ihre besondere Stärke: Viele Betriebe sind eng an die regionale Wirtschaft angebunden und erwirtschaften bereits 55 bis 60 Prozent ihrer Mittel selbst – ein Beleg für ihre Effizienz und ihren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.

Betriebe wie WAMS, Ho&Ruck, ISSBA, Gwandolina, Schindel und Holz, Volkshilfe Startup, Carla St. Johann oder Artis Innsbruck ermöglichen durch befristete Beschäftigung, Qualifizierung und persönliche Begleitung konkrete Übergänge in den Arbeitsmarkt – häufig in enger Kooperation mit regionalen Unternehmen. Dabei geht es um weit mehr als Beschäftigung: Soziale Unternehmen schaffen Teilhabe, stärken Selbstvertrauen und eröffnen nachhaltige Perspektiven.

Ich war lange ohne Job und hab mir ehrlich gesagt selbst nicht mehr viel zugetraut. Bei Ho&Ruck bin ich wieder reingekommen – mit fixer Struktur, Arbeit im Team und Leuten, die dran glauben, dass man’s schafft. Jetzt hab ich wieder das Gefühl, ich kann was – und das nimmt mir keiner mehr, berichtet der ehemalige Transitmitarbeiter, Hr. Patrick Gritsch, der heute eine fixe Anstellung hat.

INVESTITIONEN, DIE SICH AUSZAHLEN

Investitionen in die Aktive Arbeitsmarktpolitik wirken mehrfach: Sie fördern Beschäftigung, entlasten öffentliche Systeme und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Studien zeigen: Jeder investierte Euro fließt mehr als doppelt zurück – etwa durch zusätzliche Steuereinnahmen und geringere Sozialausgaben.

„GUTE ARBEIT FÜR ALLE“ BRAUCHT VERLÄSSLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Der TAG DER ARBEITSLOSEN macht jährlich am 30. April auf die Situation arbeitsloser Menschen aufmerksam und fordert faire Chancen auf Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe. Ein wichtiger Anlass für arbeit plus Tirol Geschäftsführerin und stv. Vorsitzende von arbeit plus Österreich, Melanie Spangler, zu betonen:

Eine nachhaltige Arbeitsmarktpolitik braucht gezielte Unterstützung für langzeitarbeitslose Menschen, starke Kooperationen und ausreichend Finanzierung für Soziale Unternehmen, damit sie ihrem Auftrag auch entsprechend nachkommen können.

arbeit plus – Soziale Unternehmen Tirol
Dr.in Martina Könighofer

mob: +43 699 18 10 24 33
E-Mail: martina.koenighofer@arbeitplus-tirol.at

Bei Interesse an einem persönlichen Interview mit dem ehemaligen
Transitmitarbeiter Hrn. Patrick Gritsch wenden Sie sich bitte an Ho&
Ruck Geschäftsführerin Martina Wolf-Kuntner unter mob: +43 699
12174945

Für Fotos wenden Sie sich bitte an martina.koenighofer@arbeitplus-
tirol.at

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