
Kinderschutz bei sexualisierter Gewalt: Zwischen Krise und Verantwortung
Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen stellt eine der gravierendsten Formen der Kindeswohlgefährdung dar und erfordert entschlossenes Handeln auf fachlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. Im Vorfeld der 4. Kinderschutztagung des Bundesverbands Österreichischer Kinderschutzzentren wurden aktuelle Daten, Forschungsergebnisse und zentrale Forderungen präsentiert, die sowohl das Ausmaß der Problematik als auch bestehende strukturelle Defizite verdeutlichen.
SEXUALISIERTE GEWALT UND MISSBRAUCH SIND SCHWERSTE FORMEN VON KINDESWOHLGEFÄHRDUNG
Bereits die verfügbaren Zahlen zeigen die Dimension: Laut Statistik Austria sind 7,1 % der Mädchen unter 15 Jahren von sexualisierter Gewalt betroffen. Erste Übergriffe erfolgen häufig bereits im frühen Kindesalter. Auch polizeiliche Daten belegen die hohe Betroffenheit – 44 % der Opfer von Sexualdelikten sind minderjährig, unter Einbeziehung junger Erwachsener steigt dieser Anteil auf 55 %. Für Buben fehlen vergleichbare Prävalenzdaten, Schätzungen gehen jedoch von 5 bis 10 % betroffenen Männern aus. Petra Birchbauer, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Österreichischer Kinderschutzzentren, betont: „Sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt gehören zu den schwersten Formen der Kindeswohlgefährdung, die erhebliche Folgen für das jeweilige Kind haben können – insbesondere, wenn Kinder nicht entsprechende Unterstützung bekommen_Sexueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt gehören zu den schwersten Formen der Kindeswohlgefährdung, die erhebliche Folgen für das jeweilige Kind haben können – insbesondere, wenn Kinder nicht entsprechende Unterstützung bekommen_.“
GERINGE OFFENLEGUNGSQUOTE DURCH SCHAM, SCHULDGEFÜHLE UND ABHÄNGIGKEITSVERHÄLTNISSE
Ein Großteil der Taten findet im sozialen Nahraum statt: Rund 75 % der Übergriffe werden durch Personen aus dem familiären oder nahen Umfeld verübt. Gleichzeitig ist die Offenlegungsquote äußerst gering – nur etwa 5 % der Betroffenen wenden sich direkt an Behörden oder spezialisierte Einrichtungen. Gründe dafür sind Scham, Schuldgefühle und Abhängigkeitsverhältnisse. „_Es braucht österreichweite Sensibilisierungsmaßnahmen, etwa in Form von kontinuierlichen Kampagnen_“, unterstreicht Birchbauer die Notwendigkeit struktureller Prävention.
AUCH BEZUGSPERSONEN BENÖTIGEN ZUGANG ZU UNTERSTÜTZUNGSANGEBOTEN
Neben Prävention ist der Ausbau von Unterstützungsstrukturen zentral. Betroffene Kinder und Jugendliche sowie ihre Bezugspersonen benötigen raschen Zugang zu Beratung, Krisenintervention sowie psychosozialer und therapeutischer Begleitung.
Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
E-Mail: info@oe-kinderschutzzentren.at
Website: https://www.oe-kinderschutzzentren.at
Website: https://digitales-kinderschutzzentrum.at/
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