
Europas erstes Remote-Orchester
Universität Mozarteum an europaweitem Musik- und Forschungsprojekt zum Thema latenzfreies Musizieren beteiligt
Remote gemeinsam musizieren – in Echtzeit über ganz Europa hinweg: Mit _Europasinfonie_ startet aktuell ein groß angelegtes, von der EU kofinanziertes Forschungsprojekt, das digitale Technologie und klassische Musik auf neue Weise verbindet. An 12 verschiedenen Standorten sollen Musiker*innen gleichzeitig in einem vernetzten Sinfonieorchester und Chor gemeinsam konzertieren – und dabei die physische Distanz überwinden. Bis 31. Juli 2026 können Kompositionen dafür eingereicht werden.
Möglich soll dies duch ein von Prof. Dr. Alexander Carôt entwickeltes System werden, das Audio- und Videosignale in Echtzeit überträgt. Eine zentrale Herausforderung bleibt die unvermeidbare Latenz: Selbst bei modernster Infrastruktur entstehen Verzögerungen von rund 35 Millisekunden. Im Rahmen des Projektes soll gemeinsam untersucht werden, wie dieses „Remote-Musizieren“ technisch präzise umgesetzt und zugleich künstlerisch mitgestaltet werden kann. Die Universität Mozarteum Salzburg ist unter der Projektleitung von Univ.-Prof. Dr. Heike Henning eine der zentralen Projektpartner*innen.
UNIVERSITÄT MOZARTEUM ALS PIONIERIN IM REMOTE-CHORSINGEN
Mit dem Mozarteum Lab Choir beteiligt sich die Universität Mozarteum Salzburg aktiv an der Europasinfonie. Als eines von zwölf europäischen Ensembles bringt der Chor sowohl künstlerische Qualität als auch wissenschaftliche Expertise in das Projekt ein.
Bereits im ERASMUS+-Projekt „Choir@Home“ (2022–2024) wurde von Prof. Dr. Heike Henning (Universität Mozarteum Salzburg) gemeinsam mit Prof. Dr. Alexander Carôt (Hochschule Anhalt) und Dr. Janine Hacker (Universität Liechtenstein) erforscht, wie gemeinsames Singen über Distanz – also „remote“ – funktionieren kann. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der Europasinfonie. Die Universität Mozarteum zählt damit zu den führenden Institutionen im Bereich des vernetzten Musizierens.
EIN KONZERTFORMAT DER ZUKUNFT?
Die Uraufführung findet am 18. JUNI 2027 IN DER MESSE DRESDEN statt. Auch an der Universität Mozarteum wird das Konzert übertragen.
* 62 Streicher der Dresdner Sinfoniker musizieren vor Ort
* Weitere Instrumentengruppen sowie zwei Chöre werden aus elf europäischen Ländern live zugeschaltet
* Aufführung mit Publikum in Dresden und weltweiten Livestreams an den jeweiligen Standorten
* So entsteht ein Orchester, das nicht an einem Ort existiert – sondern als digitales, europaweit verteiltes Klanggefüge.
NEUE MUSIK FÜR REMOTE-ENSEMBLES
Für dieses innovative Projekt sollen Kompositionen entstehen, die das Musizieren über Distanz mitdenken. Im Rahmen eines INTERNATIONALEN WETTBEWERBS WERDEN DREI KOMPOSITIONEN FÜR DIE URAUFFÜHRUNG 2027 AUSGESCHRIEBEN, der Wettbewerb ist für Einreichungen in den Kategorien Orchesterwerk (besetzt für großes Sinfonieorchester) und Orchesterwerk mit Chor (besetzt für großes Sinfonieorchester und Chor) offen.
Komponist*innen können einen Auszug pro Kategorie einreichen und in einer oder beiden Kategorien teilnehmen.
* Honorar: 14.000 Ꞓ pro Werk
* Einreichfrist: bis 31. Juli 2026
* Weitere Informationen:
* www.europasinfonie.eu
ÜBER DIE EUROPASINFONIE
Die Europasinfonie ist ein Projekt der Dresdner Sinfoniker in Zusammenarbeit mit Partner*innen aus ganz Europa. Es verbindet künstlerische Innovation mit technologischer sowie musikpädagogischer Forschung und zeigt, wie „remote“ organisierte Zusammenarbeit neue Perspektiven für das gemeinsame Musizieren über Distanz eröffnet.
Geplant ist der Aufbau einer digitalen Plattform mit permanenten „Remote Studios“ in ganz Europa. Musiker*innen, Orchester und Komponist*innen können grenzüberschreitend proben, aufnehmen und produzieren – ohne Reiseaufwand, umweltschonend und offen für experimentelle Projekte, die im klassischen Konzertbetrieb kaum Chancen hätten.
Universität Mozarteum Salzburg
Univ.-Prof.in Dr.in Heike Henning
Telefon: +43 676 88122 434
E-Mail: heike.henning@moz.ac.at
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