
Volkshilfe-Sozialbarometer: Mehrzahl der Befragten sieht Handlungsbedarf im Pflegebereich und äußert Sorge um Sozialstaat
Österreichweite Umfrage zeigt: Kritik an Politik in Sachen Pflege wächst
Die Ergebnisse des Sozialbarometer Pflege 2026, einer österreichweiten Umfrage, die die Volkshilfe mit dem Foresight Institut einmal im Jahr durchführt, zeigen ein klares Bild: Mehr als die Hälfte der befragten Menschen (55 %) blicken mit Sorge auf ihren zukünftigen Pflegebedarf oder jenen von Angehörigen. Gleichzeitig äußern 71 Prozent auch Sorge um den Sozialstaat. „Die große Unsicherheit der Menschen verwundert wenig in Anbetracht des nächsten Sparbudgets, das gerade geschnürt wird. Wenn bei der Pflege weiterhin nicht gehandelt wird, werden immer mehr kranke Menschen im Alter auf sich allein gestellt sein. Es droht ein prekärer Ausnahmezustand“, warnt Ewald Sacher, Präsident der Volkshilfe Österreich.
KRITIK AN POLITIK WÄCHST
Zwei Drittel der Befragten (67 %) sehen politischen Handlungsbedarf, um sowohl die Qualität als auch die Leistbarkeit der Pflege sicherzustellen. In dieser Frage ist die Kritik der österreichischen Bevölkerung gewachsen. Noch vor fünf Jahren lag der Anteil jener, die Maßnahmen der Regierung im Pflegebereich als nicht ausreichend einstuften um einige Prozentpunkte niedriger (63 %).
„Die Sorgen der Menschen sind klar: Viele fürchten, Pflege wird für sie in Zukunft nicht mehr leistbar oder ausreichend verfügbar sein. Diese Kritik an der aktuellen Pflegepolitik zieht sich quer durch alle Alters- und Einkommensgruppen“, betont Teresa Millner-Kurzbauer, Bereichsleitung Pflege bei der Volkshilfe.
FORDERUNG NACH EINHEITLICHEM PFLEGESYSTEM
Eine überwältigende Mehrheit von 82 Prozent spricht sich außerdem für eine österreichweite Vereinheitlichung des Pflege- und Betreuungsangebots aus. „Dieses Votum ist ein klares Indiz für die herrschenden strukturellen Defizite. Der derzeitige Fleckerlteppich sorgt für eine ungerechte Verteilung und für problematische Engpässe bei der Versorgung“, hält Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, fest.
„Wir fordern daher eine nachhaltige Pflegefinanzierung, den Ausbau mobiler Dienste, eine Reform des Pflegegeldes sowie verbindliche Qualitätsstandards. Pflege zu Hause darf kein Luxus sein“, stellt Fenninger klar. Zudem brauche es mehr Unterstützung für pflegende Angehörige und eine bessere Verzahnung von Pflege- und Gesundheitssystem. „Die Volkshilfe fordert Bund und Länder auf, rasch zu handeln und ein zukunftsfähiges, gerechtes Pflegesystem zu schaffen. Pflege ist eine zentrale Säule unseres Sozialstaats und sie muss für alle Menschen leistbar, zugänglich und qualitativ hochwertig sein“, schließt Fenninger.
Hinweise zur Befragung:
Insgesamt wurden 1.003 Personen ab 15 Jahren österreichweit interviewt (face-to-face). Die Befragungen fanden von 25. Februar bis 7. April statt. Die Daten wurden gewichtet nach Alter, Geschlecht, Region, Wohnortgröße, Bildung, Personen im Haushalt und Berufstätigkeit. Somit entstehen repräsentative Aussagen über die österreichische Bevölkerung.
Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: ulrike.schoeflinger@volkshilfe.at
Website: https://volkshilfe.at
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