
KV Elektro- und Elektronikindustrie: Beschluss von Arbeitskampfmaßnahmen
„Es reicht“ – 4. Runde ohne Ergebnis unterbrochen, Arbeitgeber-Angebot weiter bei einem Prozent, Geduld der Gewerkschaften ist erschöpft
Die Frühjahrslohnrunde in der Industrie wurde am 18. Mai mit den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI) fortgeführt. Auch die 4. Verhandlungsrunde wurde ohne Ergebnis unterbrochen.
Das Angebot der Arbeitgeber für Lohn- und Gehaltserhöhungen beträgt weiterhin ein Prozent. Für die Gewerkschaften PRO-GE und GPA ist das Angebot angesichts der Teuerungsrate von 3,3 Prozent und des wirtschaftlichen Aufwärtstrends der Branche deutlich zu niedrig. „Wir sind in der elften Verhandlungswoche, unsere Geduld ist erschöpft. Vorgangsweise und Angebot der Arbeitgeber sind respektlos gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Es reicht! Wir rufen die Belegschaften auf, vorsorglich Streikbeschlüsse zu fassen“, sagen die beiden Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer:innen, Reinhold Binder (PRO-GE) und Eva Scherz (GPA).
In den nächsten Tagen werden daher in den Betrieben vorsorglich Streikkomitees gewählt und Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen. Die Gewerkschaften werden gleichzeitig die ÖGB-Streikfreigabe einholen. Sollte bei der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Mai keine Einigung möglich sein, wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen.
„Bei Kollektivvertragsverhandlungen stapeln die Arbeitgeber gerne sehr tief. Die bewusst verbreitete Untergangsstimmung sorgt aber für wachsenden Unmut unter den Beschäftigten. Denn in der Realität sind Produktionswert und Umsätze pro Kopf gestiegen. Teilweise ist die Auslastung so hoch, dass viele Überstunden geleistet und Kapazitäten ausgebaut werden. Wir halten daher an ordentlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen fest und fordern 3,5 Prozent mehr für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, betonen Binder und Scherz.
Neben einer Erhöhung von 3,5 Prozent fordern die Gewerkschaften PRO-GE und GPA auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.
Der neue Kollektivvertrag mit höheren Löhnen und Gehältern sollte bereits seit 1. Mai gelten.
PRO-GE Öffentlichkeitsarbeit
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E-Mail: daniel.guertler@gpa.at
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