Erste Saison von Patricia Nickel-Dönicke am Landestheater

Eröffnung mit „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ am 19. September

Am heutigen Dienstag stellte Patricia Nickel-Dönicke im Landestheater Niederösterreich in St. Pölten ihre erste Spielzeit als neue künstlerische Leiterin des Hauses vor. Nickel-Dönicke, geboren 1979 in Potsdam, startete ihre Karriere am Theater als Dramaturgin an den Städtischen Bühnen Osnabrück sowie am Theater Heidelberg und war zuletzt stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin am Theater Oberhausen und Schauspieldirektorin und Chefdramaturgin am Staatstheater Kassel.

Sie setzt am Landestheater auf Gemeinschaftssinn und eine große Bandbreite, bei der für jeden etwas dabei ist, wird das Ensemble aufstocken, forciert Nachwuchsförderung sowie Teilhabe und hat mit „JuLa – Junges Landestheater“ eine eigene Sparte zur nachhaltigen Stärkung des Theaters für junges Publikum ins Leben gerufen. Und weil „Theaterverständnis immer ein politisches ist“, wird mit Bert Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ am 19. September als „politisch-künstlerischer Akt“ eröffnet, in dem 12 Regisseurinnen und Regisseure den „Faschismus als von der stillen Mitte getragenes Produkt des Kapitalismus“ thematisieren; Ui selbst wird mit einer Schauspielerin und einem Schauspieler paritätisch besetzt.

In weiterer Folge umfasst ihre erste Spielzeit vier Uraufführungen: „Faust Gretchen Margarete“ als theatrale Videoinstallation von Bert Zander nach Johann Wolfgang Goethe (ab 17. Oktober), die durch die Knochenfunde am St. Pöltner Domplatz inspirierte Mystery-Show „Ich sehe was, was du nicht siehst“ von Bert Zander (ab 22. Jänner 2027), „Der Trinker“ nach dem Roman von Hans Fallada, wobei sich das Publikum mit Bussen zum Heurigen begibt (ab 2. April 2027), und „Die Geierwally“ nach Wilhelmine von Hillern in einer Bearbeitung von Anna Gschnitzer (ab 15. Mai 2027). Dazu kommen als österreichische Erstaufführung „Sanatorium zur Gänsehaut. Eine Entfaltung“ von Ferdinand Schmalz (ab 4. Dezember) und Frank Wedekinds „Musik“ als 120 Jahre alte MeToo-Geschichte (ab 13. März 2027).

Das „Junge Landestheater“ eröffnet am 26. September mit „Die Sache mit dem Gruselwusel“ von Christine Nöstlinger in der Bühne im Hof und setzt ab 7. November mit Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ fort. Darauf folgen als österreichische Erstaufführungen „22 Bahnen“ von Caroline Wahl ab 20. Jänner 2027 in der Bühne im Hof und „Oh Yeah, Baby!“ für Kinder an zwei Jahren ab 23. Jänner 2027 im KinderKunstLabor. Zusätzlich zum bereits etablierten Klassenzimmerstück „Name: Sophie Scholl“ von Rike Reiniger kommt neu für Volksschulen „Die Wanze“ von Paul Shipton dazu.

Gastspiele als Österreich-Premieren bestreiten das Badische Staatstheater Karlsruhe mit dem musikalischen Soloabend „Mozart und Salieri“ von Andrej Agranovski und Nils Strunk (ab 2. Oktober) sowie das Berliner Ensemble mit William Shakespeares „Was Ihr wollt“ in der Regie von Antú Romero Nunes (ab 16. April 2027). An Lesungen stehen „Eden – Wenn das Sterben beginnt“ von und mit Marc Elsberg (19. November) und „Das Geschenk“ von Gaea Schoeters, gelesen Sky du Mont (18. Februar 2027), sowie im Rahmen des „Blätterwirbels“ Porträts von Anna Gschnitzer (9. Oktober), Ferdinand Schmalz (21. Oktober) und Benjamin Lebert (28. Oktober) auf dem Programm.

Ergänzt wird das Programm durch das Silvesterspecial „Klub 27 – Reach the Stars“, das Minifestival „Turrini. Was folgt“ im Zusammengang mit dem Turrini-Stipendium als szenische Lesung an unterschiedlichen Orten in der Stadt, Einführungsgespräche vor jeder Vorstellung im Großen Haus, weitere Experten- und Publikumsgespräche, die vom Ensemble selbst gestaltete „Nachspielzeit“ sowie weitere neue Vermittlungs- und Beteiligungsformate wie das „Stückerl“, das in eine Hauptprobe hineinschnuppern lässt, und das „Stadtensemble“, das in jeder Spielzeit in mehreren Produktionen für Bürgerbeteiligung sorgt.

Paul Gessl, Geschäftsführer der NÖ Kulturwirtschaft, bezifferte das 181 Aufführungen im Programmheft sowie weitere rund 100 nicht gelistete Veranstaltungen ermöglichende Budget für 2026/2027 mit 8,48 Millionen Euro: 4,6 Millionen Euro davon kommen über die NÖKU vom Land Niederösterreich, 2 Millionen Euro von der Stadt St. Pölten und 800.000 Euro vom Bund; der Rest sind Eigenmittel. Die Auslastung liegt laut Gessl für die laufende Saison per heutigem Tag bei 88 Prozent für das Große Haus, 97 Prozent für die Theaterwerkstatt und 87 Prozent für die Landestheater-Produktionen in der Bühne im Hof.

Nähere Informationen, das detaillierte Programm und Karten unter 02742/908080-600, e-mail karten@landestheater.net und www.landestheater.net.

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