
30 Jahre Wiener Gleichbehandlungsgesetz
Im Jahr 1996 trat das Wiener Gleichbehandlungsgesetz in Kraft. Damit bekennt sich die Stadt Wien als Arbeitgeberin seit 30 Jahren zu einer aktiven Gleichstellungs- und Frauenförderungspolitik und verpflichtet sich dazu, jede berufliche Benachteiligung aufgrund des Geschlechts bzw. der Geschlechtsidentität zu beseitigen.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Gesetzes fand am 19. Mai 2026 im Rathaus eine Jubiläumsveranstaltung statt. In diesem Rahmen wurde ein zeitlicher Bogen von der Entstehung des Gesetzes über die erzielten Erfolge bis hin zur Gegenwart gespannt und auch zukünftige Visionen diskutiert.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch, Personalstadtrat Jürgen Czernohorszky, Magistratsdirektor Dietmar Griebler sowie von der Gleichbehandlungsbeauftragten Elisabeth Kromus.
Seit der Einführung des Gesetzes konnten zahlreiche Gleichstellungsmaßnahmen umgesetzt und viele Fortschritte erzielt werden.
WIEN ALS VORREITERIN BEI FRAUENFÖRDERUNG UND GLEICHBEHANDLUNG
Eine gesetzlich verankerte Quote von 50 Prozent und vielfältige Maßnahmen erhöhten den Frauenanteil in Führungsfunktionen. Zudem wurden zahlreiche Pionierinnen in männerdominierten Berufen aufgenommen. „Wien ist die Stadt der Frauen. Dazu gehört es, als Stadt Wien voran zu gehen und eine starke Frauenpolitik konsequent umzusetzen. Die Stadt versteht sich als Ermöglicherin, neue Wege zu gehen und Chancen wahrnehmen zu können. Entsprechend brauchen wir noch mehr Frauen in Führungspositionen, damit gesehen wird, welche Möglichkeiten die Stadt bietet und wie echte Gleichstellung gelebt werden kann. “, so Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch.
In mehreren Novellen wurden die gesetzlichen Bestimmungen verbessert und dadurch wesentliche Meilensteine für die Gleichbehandlung erreicht. Dazu zählen der Ausbau des Opferschutzes sowie Maßnahmen für mehr Einkommensgerechtigkeit wie der Einkommensbericht und eine umfassende Besoldungsreform auf Basis einer objektiven und diskriminierungsfreien Arbeitsbewertung. Jürgen Czernohorszky: „Mir als Personalstadtrat ist wichtig, dass die Stadt Wien eine moderne und faire Arbeitgeberin ist, bei der alle Mitarbeiter*innen die gleichen Chancen haben, denn bei der Stadt Wien muss sich niemand damit abfinden, diskriminiert oder belästigt zu werden.“
1996 wurden bereits unabhängige und weisungsfreie Strukturen für Gleichbehandlung verankert. Durch eine große Strukturreform im Jahr 2011 wurden diese auf noch stärkere Beine gestellt. Eine Dienststelle der Gleichbehandlungsbeauftragten wurde gegründet und mit mehr Rechten und erweiterten Kompetenzen, einem eigenen Budget und Personalressourcen ausgestattet. „Vorgaben im Bereich Gleichbehandlung müssen strukturell gut verankert sein, denn nur unabhängige Einrichtungen mit hoher fachlicher Expertise können einen umfassenden Schutz vor Diskriminierung für alle Mitarbeiter*innen der Stadt Wien garantieren“, so die Gleichbehandlungsbeauftragte Elisabeth Kromus.
Neben der Beratung und Begleitung von Betroffenen liegt ein besonderer Arbeitsschwerpunkt der Gleichbehandlungsbeauftragten darin, eine Vielzahl an Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen zu setzen, um die Gleichstellung in der Wiener Stadtverwaltung voranzutreiben.
MACHTSTRUKTUREN UND GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE
„Wenn es um die Verwirklichung von Gleichstellung geht, dann müssen wir uns immer auch die Verteilung von Macht genauer anschauen sowie die Mechanismen, die Machtsysteme weiterhin aufrechterhalten“, so die Gleichbehandlungsbeauftragte Elisabeth Kromus.
Genau darauf ging Barbara Blaha in der Keynote mit dem Titel „Wer kommt weiter – und warum? Macht, Geld und Geschlecht am Arbeitsmarkt“ ein, in der sie aus feministischer Perspektive die aktuellen Geschlechterverhältnisse und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt analysierte.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierten Lena Marie Glaser, Erich Lehner und Pamela Rath über zukünftige Herausforderungen in einer sich verändernden Arbeitswelt. Die Expert*innen im Bereich New Work, Männerforschung und Intersektionalität lieferten wichtige Inputs aus Geschlechterperspektive über die Anforderungen der Arbeitswelt von morgen sowie die Bedürfnisse kommender Generationen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Mari Lang.
All die großen und kleinen Fortschritte der letzten 30 Jahre waren nur möglich, durch ein klares Bekenntnis der Stadt Wien zu Gleichbehandlung und Frauenförderung als Arbeitgeberin, durch gesetzlich verankerte unabhängige und weisungsfreie Institutionen, sowie eine Vielzahl von verlässlichen Wegbereiter*innen auf allen Ebenen, Kooperationspartner*innen und Führungskräften, die Gleichstellung täglich leben und vorantreiben.
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurde die langjährige intensive Arbeit aller Beteiligten gewürdigt.
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)
Stephan Grundei
Mediensprecher
Stadträtin Mag.a Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676/8118 98057
E-Mail: stephan.grundei@wien.gv.at
Michaela Zlamal
Mediensprecherin
Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky
Tel.: 01 4000 81446
E-Mail: michaela.zlamal@wien.gv.at
Elisabeth Assmair
Öffentlichkeitsarbeiterin
Stelle der Gleichbehandlungsbeauftragten
Tel.: 01 4000 83146
E-Mail: elisabeth.assmair@wien.gv.at
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