Mehr Zeit für die Familie: Was es braucht, damit Väter wirklich wählen können

ABZ*AUSTRIA macht zum Vatertag deutlich: Gleichstellung gelingt nur, wenn Unternehmen mitziehen

Anlässlich des Vatertags am 14. Juni 2026 lenkt ABZ*AUSTRIA den Blick auf die realen Bedingungen, unter denen österreichische Väter Familienzeit nehmen – oder eben nicht. Seit fast 40 Jahren können Männer in Österreich in Karenz gehen und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung aktiver Vaterschaft wächst. Dennoch bleibt die tatsächliche Beteiligung von Vätern an der Familienarbeit in Österreich gering. Die Gründe dafür sind vielschichtig, aber lösbar.

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang steigt die Beteiligung der Väter an Kinderbetreuung und Karenz nun wieder langsam an, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Der Höchststand von 20,4 Prozent aus dem Jahr 2017 ist jedoch noch einen ganzen Schritt weit entfernt, wie das Wiedereinstiegsmonitoring 2026 der L&R Sozialforschung im Auftrag der AK Wien belegt.

Von jenen Vätern, die ihre Erwerbstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbrechen, bleibt die Mehrheit nur kurz in Karenz: Knapp 58 Prozent nehmen höchstens drei Monate in Anspruch, nur rund neun Prozent länger als sechs Monate.

UNGLEICHE LAST MIT FOLGEN FÜR ALLE

Hinter diesen Zahlen steckt ein bekanntes Muster, denn Frauen übernehmen noch immer den Großteil der Sorgearbeit von der Kinderbetreuung bis zur Pflege von Angehörigen und unterbrechen dafür häufiger und länger ihre Berufslaufbahn. Solange Männer im Schnitt 18,3 Prozent mehr verdienen als Frauen, beeinflusst allein die finanzielle Logik, wer zu Hause bleibt, unabhängig von persönlichen Wünschen

WAS IN UNTERNEHMEN WIRKT

Neben der finanziellen Frage spielt die Unternehmenskultur und Strukturen eine entscheidende Rolle. Viele Väter berichten, dass sie zwar grundsätzlich mehr Familienzeit wünschen würden, aber im Arbeitsumfeld weder aktiv dazu eingeladen noch darin bestärkt werden. Führungskräfte, die Vereinbarkeit sichtbar vorleben, sowie klare betriebliche Angebote machen den Unterschied.

„Unternehmen, die das Thema Vereinbarkeit nur auf Frauen ausrichten, verschenken Potenzial – auf beiden Seiten. Väter, die keine Familienzeit nehmen können, sind genauso verloren wie Mütter, die nicht rasch zurückkehren können“, erklärt Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA.

ABZ*AUSTRIA setzt bereits seit Jahren auf konkrete Lösungsansätze: Das 30/30-Modell ermöglicht eine gerechtere Aufteilung von Arbeits- und Familienzeit für beide Elternteile. Mit der ROADMAP*NEUES ARBEITEN bietet die Organisation außerdem Unternehmen eine umfassende Strategie vom Karenzmanagement bis hin zu flexiblen Arbeitszeitmodellen.

Gemeinsam mit der L&R Sozialforschung, Papainfo und der Gleichbehandlungsanwaltschaft untersucht ABZ*AUSTRIA im Projekt „Männer.MINT.Care: Unternehmen mit Verantwortung für Vereinbarkeit“, wie MINT-Unternehmen Vereinbarkeit aktiv fördern und Männer in ihrer Rolle als Sorgearbeitende stärken können.

ABZ*AUSTRIA
Mag.a Sabine Filzmair, MBA
Telefon: +43 699 166 70 383
E-Mail: sabine.filzmair@abz-austria.at
Website: https://www.abzaustria.at/de

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