Schallmeiner/Grüne: Bundesregierung muss HPV-Catch-up neu auflegen

„Eine Impfung gegen Krebs darf keine Frage des Kontostands sein – das ist eine Frage der Gerechtigkeit“

Mit 30. Juni läuft die kostenlose HPV-Catch-up-Aktion für 21- bis 30-Jährige aus. Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen, appelliert an Gesundheitsministerin Korinna Schumann und die Bundesregierung, das Programm neu aufzulegen und dauerhaft abzusichern. „Diese Aktion darf nicht einfach auslaufen. Die kostenlose HPV-Impfung für alle bis 30 muss so lange angeboten werden, bis wir das WHO-Ziel einer Durchimpfungsquote von 90 Prozent auch in dieser Altersgruppe erreichen. Eine Impfung gegen Krebs darf keine Frage des Kontostands sein“, meint Schallmeiner.

HPV betrifft alle Geschlechter und kann mehrere Krebserkrankungen verursachen. Internationale Daten zeigen eindrucksvoll, wie wirksam die Impfung ist: In England wurde das Risiko, vor dem 30. Lebensjahr an Gebärmutterhalskrebs zu sterben, bei früh geimpften jungen Frauen nahezu auf null gesenkt. „Wenn wir Krebs verhindern können, dann ist es die Aufgabe der Politik, genau das möglich zu machen. Unabhängig vom Einkommen der Eltern oder vom eigenen Gehalt“, sagt Schallmeiner.

Die Antworten auf Schallmeiners parlamentarische Anfragen zeigen aus seiner Sicht klar, warum ein Auslaufen der Aktion falsch wäre: Die Durchimpfungsrate bei den 21- bis 30-Jährigen lag zuletzt weit unter dem WHO-Ziel, insbesondere bei jungen Männern. „Das Angebot wurde gebraucht, aber es hat noch längst nicht alle erreicht. Wer jetzt abdreht, bevor das Ziel erreicht ist, spart an der falschen Stelle und produziert am Ende mehr Ungerechtigkeit und mehr Krankheit“, betont Schallmeiner.

Für den Gesundheitssprecher der Grünen geht es um eine Grundsatzfrage: „Wollen wir ein Gesundheitssystem, in dem Prävention für alle zugänglich ist, oder eines, in dem sich manche Schutz vor Krebs leisten können und andere nicht? Genau diese Frage muss Ministerin Schumann jetzt beantworten.“

Neben der kostenlosen Impfung brauche es auch gezielte Aufklärung. Besonders Initiativen wie der HPV-Jugendbeirat seien dabei unverzichtbar. „Der HPV-Jugendbeirat zeigt, wie junge Menschen wirklich erreicht werden: auf Augenhöhe, verständlich und nahe an ihrer Lebensrealität. Solche Projekte gehören unterstützt und ausgebaut, nicht ignoriert“, sagt Schallmeiner und hält fest: „Noch ist es nicht zu spät. Diese Bundesregierung kann zeigen, dass sie Gesundheitsgerechtigkeit ernst nimmt. Aber dann muss sie jetzt handeln. Krebsprävention braucht Verlässlichkeit, keine Ablaufdaten.“

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