Katzian: Starkes Europa braucht Wettbewerbsfähigkeit UND faire Arbeitsbedingungen

Deregulierung darf nicht auf Kosten von Arbeitnehmer:innen gehen

Die Stärkung der wirtschaftlichen und geopolitischen Handlungsfähigkeit Europas, die die irische Ratspräsidentschaft zu einem ihrer Schwerpunkte gemacht hat, ist ein wichtiges Signal für die Zukunft der Europäischen Union. Entscheidend ist jedoch, dass Wettbewerbsfähigkeit und sozialer Fortschritt gemeinsam gedacht werden. „Nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch den Abbau von Schutzstandards, sondern durch qualifizierte Beschäftigte, starke Kollektivvertragssysteme, einen funktionierenden sozialen Dialog und hochwertige öffentliche Dienstleistungen“, betont Wolfgang Katzian, Präsident von ÖGB und EGB. „Europa wird nicht stärker, wenn Arbeitnehmer:innenrechte schrittweise ausgehöhlt werden. Europa wird stärker, wenn wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Sicherheit gemeinsam wachsen. Wettbewerbsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille.“

Nach einer langen Phase des Stillstands werden im Herbst zwei zentrale sozialpolitische Initiativen erwartet: das Gesetz über hochwertige Arbeitsplätze, das insbesondere die psychische Gesundheit der Beschäftigten stärken soll, sowie das Paket für faire Arbeitskräftemobilität.

„Grenzüberschreitendes Lohn- und Sozialdumping muss endlich wirksam bekämpft werden. Faire Mobilität darf nicht länger zu unfairem Wettbewerb zulasten der Beschäftigten führen“, so Katzian. „Genau in diese Richtung muss sich die Europäische Union entwickeln. Langfristig kann Europa nur erfolgreich sein, wenn wirtschaftliche Stärke und soziale Gerechtigkeit konsequent Hand in Hand gehen.“

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