20 SECONDS FOR ART: KÖR Wien und INFOSCREEN küren die fünf besten Kurzfilme

„Der Mensch und die intelligente Maschine“ war das Thema des diesjährigen Open Calls: 91 Einreichungen setzten sich in 20 tonlosen Sekunden kritisch mit dem Thema KI auseinander.

Zum bereits siebten Mal fand 2026 der von KÖR Wien und INFOSCREEN initiierte Kurzfilmwettbewerb 20 SECONDS FOR ART statt. „Der Mensch und die intelligente Maschine“ lautete heuer das Thema des alle zwei Jahre stattfindenden Open Calls, der stets einer den öffentlichen Raum betreffenden Frage gewidmet ist. Künstler*innen und Studierende waren dazu eingeladen, sich kritisch mit der bereits viele Lebensbereiche durchdringenden, auch als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts bezeichneten KI auseinanderzusetzen und diese in Form von tonlosen, 20-Sekunden langen Filmen zu visualisieren.

„Gemeinsam im Tunnel” von Emil Baumann, „Into the Blue” von Jennifer Dünser, „Higher Five” von Michael Heindl, „Rob und Bob“ von Benjamin Heil, Elias Hönle, Thomas Keschl und Sebastian Voitl sowie „Das Ungreifbare und das Begreifen” von Oliver Schürer sind die fünf Preisträger*innenfilme, die aus insgesamt 91 Einreichungen ausgewählt wurden. Zur hochkarätig besetzten Jury gehörten Cornelia Offergeld, künstlerische Leiterin von KÖR Wien, Stefanie Paffendorf, Programmdirektorin INFOSCREEN, AI-Ethiker Erich Prem vom Verein Digitaler Humanismus, Nadim Samman, Kurator von Vienna Digital Cultures 2026 und die VIENNALE-Direktorin Eva Sangiorgi.

„Menschen faszinieren denkende künstliche Wesen seit Ewigkeiten. Was einmal auf den Bereich der Science-Fiction beschränkt war, drängt nun als neue digitale Revolution massiv in unsere Lebensrealität. Das betrifft auch die Kunst. KI ist nicht mehr nur Werkzeug, sondern ein Material, aus dem die Gesellschaft der Zukunft geformt werden wird“, betont CORNELIA OFFERGELD, KÜNSTLERISCHE LEITERIN KÖR WIEN. „Der Filmwettbewerb 20 SECONDS FOR ART bietet einen Raum für eine öffentliche künstlerische Reflexion über KI, die viele Menschen in ihrem Alltag erreicht“, so Offergeld weiter, denn die mit 1.000 Euro prämierten Preisträger*innenfilme werden von 6. Juli bis 30. August auf mehr als 4.800 INFOSCREENs in U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen sowie an Haltestellen in ganz Österreich zu sehen sein und über deren Reichweite eine große Öffentlichkeit erreichen.

„Kaum ein Thema ist brisanter und aktueller. Allein die Frage, ob Maschinen wirklich intelligent sind, also abstrakt und vernünftig denken können, ist kontrovers“, führt SASCHA BERNDL, GESCHÄFTSFÜHRER, INFOSCREEN AUSTRIA GMBH aus. „Umso interessanter sind die Einordnungen, Visionen, Hoffnungen und Befürchtungen, mit denen uns die Filmschaffenden konfrontieren“, so Berndl, der sich darüber freut, diese Ausblicke auf unsere Gesellschaft und wertvollen Denkanstöße auf INFOSCREEN zeigen zu können.

VERONICA KAUP-HASLER, AMTSFÜHRENDE STADTRÄTIN FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT, ergänzt: „Der öffentliche Raum ist ein Ort des sozialen Miteinanders und des Ausverhandelns – und er hat sich längst in den digitalen Raum erweitert. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz unseren Alltag und unsere Wahrnehmung nachhaltig verändert, bieten Kunst und Film zentrale Räume, um diese Entwicklungen zu befragen und zu verhandeln.“ Kaup-Hasler bedankt sich bei allen Teilnehmenden, denn „die eindringlichen, künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Verhältnis von Mensch und intelligenter Maschine öffnen neue Perspektiven, machen Machtverhältnisse sichtbar und stellen Fragen nach Verantwortung und Ethik.“

ZU DEN PRÄMIERTEN FILMEN

EMIL BAUMANN hinterfragt durch paradoxe Situationen in seinem Film „GEMEINSAM IM TUNNEL“ spielerisch und humorvoll den Umgang unserer Gesellschaft mit digitalen Technologien. Dazu verlegt Baumann das im öffentlichen Nahverkehr Beobachtete in die Natur.

JENNIFER DÜNSER zeigt in „INTO THE BLUE“, wie einst revolutionäre Werkzeuge alltäglich geworden sind. Die Rückschau regt zur Reflexion über den Zusammenhang zwischen technologischem und menschlichem Fortschritt an.

BENJAMIN HEIL, ELIAS HÖNLE, THOMAS KESCHL und SEBASTIAN VOITL spannen in „ROB UND BOB“ einen pointierten dramatischen Handlungsbogen und erzählen mit Intelligenz und Witz von Spannungen im Alltag von Mensch und intelligenter Maschine.

MICHAEL HEINDL entlarvt in „HIGHER FIVE“ ein Defizit der generativen KI: Deren Unvermögen, Hände anatomisch korrekt darzustellen. Die Ausdruckskraft eines einfachen Bildes nutzt der Künstler schließlich als raffinierten Fingerzeig, um das Scheitern der KI augenscheinlich zu machen.

OLIVER SCHÜRER macht in „DAS UNGREIFBARE UND DAS BEGREIFEN“ die sich wandelnde Beziehung zwischen menschlichem und robotischem Körper zum Thema – ganz ohne diese moralisch zu bewerten.

Ausführliche Informationen zum Wettbewerb, zu den Filmen und Preisträger*innen sowie Bildmaterial: https://www.koer.or.at/projekte/20-seconds-2026-preistraeger-innen/

Anne Katrin Feßler
Leitung Kommunikation KÖR Wien
email: annekatrin.fessler@koer.wien
Tel: +43 1 52189 – 412

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