
Reformpartnerschaft Gesundheit: Apotheken als unverzichtbarer Motor der Versorgung
Apothekerkammer: Offensive bei neuen Dienstleistungen und Innovationen wird fortgesetzt
Die erzielte Einigung der Politik auf Reformen im Gesundheitswesen unterstreicht die zentrale Rolle der bundesweit mehr als 7.000 Apothekerinnen und Apotheker für das gesamte Gesundheitssystem. Österreichs Apothekenwesen stellt eine unverzichtbare Säule der wohnortnahen Gesundheitsversorgung dar. Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an das Gesundheitssystem leisten Apotheken einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung stark geforderter medizinischer Versorgungsbereiche. Die Österreichische Apothekerkammer bekennt sich zu einer echten Reformpartnerschaft und wird sich wie bisher mit konkreten, bereits erprobten Lösungen aktiv einbringen.
Das österreichische Gesundheitssystem steht vor tiefgreifenden Herausforderungen: demografischer Wandel, wachsende medizinische Komplexität und technologische Transformation treffen auf systemische Fragmentierungen sowie enge Finanzierungsgrenzen. Diese Faktoren verlangen nach durchdachten Antworten im Rahmen bewährter Strukturen – ohne die Schaffung neuer komplexer Verwaltungssysteme mit zusätzlichen Kosten. Trotz stetig steigender Gesundheitsausgaben treten im österreichischen Gesundheitssystem zunehmend Versorgungsprobleme zutage. Leistungen werden nicht immer dort erbracht, wo sie medizinisch am sinnvollsten sind. Für Patientinnen und Patienten schlägt sich dies in langen Wartezeiten, unnötigen Doppeluntersuchungen und unklaren Versorgungswegen nieder.
VERSORGUNGSEBENE UND POTENZIALE DER APOTHEKEN STÄRKER NUTZEN
Ziel einer zukunftsfähigen Versorgungsstrategie muss es sein, bewährte, verlässliche und krisenerprobte Versorgungspfade zu stärken – nicht neue, unerprobte Strukturen aufzubauen. Es gibt keinen kosteneffizienteren Versorgungsort im Gesundheitssystem als die öffentlichen Apotheken. Mit 1.450 öffentlichen Apotheken, bis zu 600.000 täglichen Patientenkontakten und ihrer gesetzlich verankerten Stellung als Teil der kritischen Infrastruktur ist die Apotheke der meistfrequentierte Primärversorgungspunkt Österreichs – und damit ein unverzichtbarer Baustein jedes Reformmodells, das Versorgungswege neu ordnen will.
KLARER AUFTRAG AN DIE REFORMPARTNERSCHAFT
Die Apothekerkammer fordert, dass diese bereits bestehende Versorgungsebene nicht als Ergänzung, sondern als tragende Säule jeder Reformarchitektur mitgedacht wird. Wer Versorgungswege neu ordnen will, ohne die meistfrequentierte Primärversorgungsstruktur des Landes einzubeziehen, verschenkt Potenzial – an Effizienz, an Erreichbarkeit und an Kosteneinsparung für das gesamte System.
Reformen gelingen nicht durch zusätzliche Verwaltungsebenen und neue Bürokratie, sondern durch die konsequente Nutzung dessen, was in der Fläche bereits funktioniert. Die Apothekerschaft steht bereit, ihre Kompetenz, Erreichbarkeit und digitale Innovationskraft in eine echte Partnerschaft mit allen Akteuren des Gesundheitssystems einzubringen. Die Apothekerkammer verweist auf eine Reihe von innovativen Angeboten und Projekten (von der ApoApp als smartem Gesundheitsbegleiter der Bevölkerung, über die assistierte Telemedizin in der Apotheke bis hin zu gezielten Präventionsmaßnahmen im Rahmen eines persönlichen Präventionskontos.)
Vor diesem Hintergrund fordert die Standesvertretung, die Rolle der Apotheken im Zuge der Gesundheitsreform auszubauen und strukturell weiter zu stärken. Dazu zählen insbesondere die nachhaltige Finanzierung neuer pharmazeutischer Dienstleistungen sowie klare rechtliche Rahmenbedingungen für innovative Versorgungsmodelle. Abschließend unterstreicht die Apothekerkammer ihre Bereitschaft, den heute eingeläuteten Reformprozess aktiv mitzugestalten: Die Apothekerschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege mitzugehen. Entscheidend ist, dass die Rahmenbedingungen stimmen, damit die Apothekerschaft ihr volles Potenzial im Sinne der Patientinnen und Patienten entfalten kann.
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