Erster österreichweiter Aufnahmetest für das Masterstudium Psychotherapie

ÖBVP: Einheitliches Aufnahmeverfahren markiert Meilenstein für Qualität, Wissenschaft und die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung

Am heutigen Montag, dem 6. Juli 2026, findet erstmals österreichweit der einheitliche Aufnahmetest für das neue Masterstudium Psychotherapie statt. Damit beginnt ein neues Kapitel in der Ausbildung künftiger Psychotherapeut:innen in Österreich. Ab dem Wintersemester 2026/27 wird das Masterstudium an den Studienstandorten Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt und Krems angeboten. Österreichweit stehen jährlich 500 öffentliche Studienplätze zur Verfügung.

Mit dem neuen Ausbildungsmodell wird die Psychotherapieausbildung erstmals in drei aufeinander aufbauenden Ausbildungsabschnitten umgesetzt: Den ersten Abschnitt bildet ein einschlägiges Bachelorstudium, daran schließt das Masterstudium Psychotherapie als zweiter Ausbildungsabschnitt an. Nach erfolgreichem Abschluss folgt die postgraduale Fachausbildungsphase als dritter Ausbildungsabschnitt, die zur eigenverantwortlichen Berufsausübung als Psychotherapeut:in führt. Damit wird die Ausbildung konsequent wissenschaftlich fundiert, praxisorientiert und den Anforderungen eines modernen Gesundheitsberufes entsprechend gestaltet.

Der österreichweit einheitliche Aufnahmetest bildet den Einstieg in diesen zweiten Ausbildungsabschnitt und ist ein wesentlicher Bestandteil der Umsetzung des neuen Psychotherapiegesetzes. Er schafft bundesweit vergleichbare Qualitätsstandards und gewährleistet ein transparentes, objektives Auswahlverfahren.

„_Mit diesem ersten österreichweiten Aufnahmetest wird sichtbar, was viele Jahre intensiver Entwicklungsarbeit vorbereitet haben. Die Psychotherapieausbildung erhält eine wissenschaftlich fundierte, klar strukturierte und zukunftsorientierte Ausrichtung, die den hohen Anforderungen unseres Berufs ebenso gerecht wird wie den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten. Das ist ein bedeutender Meilenstein für die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung in Österreich_“, betont BARBARA HAID, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie (ÖBVP).

Der neue Studienzugang berücksichtigt neben psychotherapiewissenschaftlichem Grundlagenwissen auch analytische Fähigkeiten sowie sozial-emotionale Kompetenzen. Damit werden jene persönlichen und fachlichen Voraussetzungen geprüft, die für ein erfolgreiches Studium ebenso wie für die spätere verantwortungsvolle Berufsausübung von zentraler Bedeutung sind.

„_Psychotherapie ist ein wissenschaftlich fundierter Heilberuf, der hohe fachliche, persönliche und ethische Kompetenzen voraussetzt. Mit dem neuen Aufnahmeverfahren soll gewährleistet werden, dass bei der Vergabe der Studienplätze neben fachlichen auch persönliche Voraussetzungen berücksichtigt werden. Ziel ist es, jene Personen für das Masterstudium zu gewinnen, die den Anforderungen des Berufsfeldes in besonderer Weise entsprechen. So schafft das Aufnahmeverfahren eine solide Grundlage für die Auswahl jener Bewerber:innen, die gute Voraussetzungen für dieses anspruchsvolle Masterstudium und für die künftige Weiterentwicklung des psychotherapeutischen Berufsfeldes mitbringen_“, erklärt MARKUS BÖCKLE, Präsidiumsmitglied des ÖBVP und Leiter des Departments Wissenschaft und Forschung.

Für den ÖBVP markiert der erste österreichweite Aufnahmetest weit mehr als den Beginn eines neuen Studiums. Er steht für die erfolgreiche Umsetzung einer grundlegenden Ausbildungsreform, die den Berufsstand nachhaltig stärkt und die langfristige Qualität der psychotherapeutischen Versorgung sichert. Angesichts des stetig steigenden Bedarfs an psychotherapeutischer Behandlung ist die Ausbildung zukünftiger Psychotherapeut:innen auf höchstem wissenschaftlichem Niveau eine Investition in die psychische Gesundheit der Bevölkerung und in die Zukunft des österreichischen Gesundheitssystems.

Abschließend appelliert der ÖBVP an alle verantwortlichen Akteure, den begonnenen Reformprozess konsequent fortzuführen. Neben der erfolgreichen Umsetzung des neuen Studienmodells braucht es zudem ausreichende Fachausbildungsplätze in der postgradualen Fachausbildungsphase sowie verlässliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige psychotherapeutische Versorgung. Nur wenn alle drei Ausbildungsabschnitte nahtlos ineinandergreifen und entsprechend finanziell sowie strukturell abgesichert sind, kann der steigende Bedarf an qualitätsgesicherter Psychotherapie in Österreich langfristig gedeckt werden.

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Fabienne Patek, MSc
Telefon: +43 676 306 59 41
E-Mail: oebvp.patek@psychotherapie.at
Website: https://www.psychotherapie.at

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