Aus für die Vernichtung von unverkaufter Ware: 94 % der Österreicher:innen sagen „Ja“ zu Textilrecycling

MIT DER EU-ABFALLRAHMENRICHTLINIE WURDEN WICHTIGE MASSNAHMEN FÜR MEHR KREISLAUFWIRTSCHAFT BEI TEXTILIEN AUF DEN WEG GEBRACHT. DAZU ZÄHLT AUCH DAS VERBOT DER VERNICHTUNG UNVERKAUFTER WAREN, DAS AM 19. JULI IN KRAFT GETRETEN IST. EINE AKTUELLE, REPRÄSENTATIVE OMNIBUS-UMFRAGE IM AUFTRAG DER ALTSTOFF RECYCLING AUSTRIA AG (ARA) ZEIGT: 85 % DER ÖSTERREICHER:INNEN BEGRÜSSEN DIESES VERBOT. 94 % DER BEFRAGTEN BEFÜRWORTEN, DASS KAPUTTE TEXTILIEN AB 2028 RECYCELT UND NICHT MEHR ÜBER DEN RESTMÜLL ENTSORGT WERDEN. MÖGLICH MACHT DIES DIE ERWEITERTE HERSTELLERVERANTWORTUNG (EPR) FÜR TEXTILIEN, BEI DEREN UMSETZUNG SICH DIE ARA MIT IHRER LANGJÄHRIGEN EPR-ERFAHRUNG DAFÜR EINSETZT, BESTEHENDE STRUKTUREN EFFIZIENT FÜR DEN AUFBAU EINES FUNKTIONIERENDEN TEXTILKREISLAUFS ZU NUTZEN.

Textilabfälle zählen europaweit zu den großen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft. Allein in Österreich fallen jährlich rund 213.000 Tonnen Textilabfälle an. Drei Viertel davon werden derzeit nicht getrennt gesammelt, sondern thermisch verwertet. Mit dem Update der EU-Abfallrahmenrichtlinie wurde daher ein Maßnahmenpaket beschlossen, das unter anderem die getrennte Sammlung von Alttextilien, ein Verbot der Vernichtung unverkaufter Kleidung sowie die Einführung einer erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien vorsieht.

Die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) verpflichtet künftig Produzenten von Bekleidung, Schuhen und Heimtextilien dazu, Verantwortung für Sammlung, Sortierung und Recycling ihrer Produkte zu übernehmen. Damit wird ein System geschaffen, das bereits aus anderen Bereichen wie Verpackungen, Elektroaltgeräten und Batterien bekannt ist. Die ARA bringt hier jahrzehntelange Erfahrung ein und setzt sich für eine wirtschaftsgetriebene, praxistaugliche Umsetzung in Österreich ein – auf Basis bestehender Strukturen und mit klarer Investitionssicherheit für Sortier- und Recyclinglösungen.

Die Zustimmung der Bevölkerung zu den neuen Regelungen ist eindeutig: 85 % der Befragten finden es gut, dass neue, unverkaufte Kleidung künftig nicht mehr vernichtet werden darf. Noch größer ist der Wunsch beim generellen Recycling von Textilien: 94 % sprechen sich dafür aus, kaputte Kleidung verstärkt im Kreislauf zu führen. Besonders hoch fällt die Zustimmung bei älteren Bevölkerungsgruppen aus. „Die Menschen in Österreich sind bereit, ihren Beitrag zu leisten und Textilien getrennt zu sammeln. Die Herausforderung liegt nun darin, die notwendigen Strukturen für Sortierung und Recycling aufzubauen, um das verpflichtende Textilrecycling ab 2028 umsetzen zu können. Die ARA bringt ihre langjährige Erfahrung aus dem Verpackungsrecycling ein, baut zusätzliches Know-how im Textilbereich auf und steht im internationalen Austausch, um eine effiziente Lösung für den Textilkreislauf zu entwickeln“, betont ARA VORSTANDSSPRECHER HARALD HAUKE.

DEUTLICHE UMSETZUNGSLÜCKE BEI KAPUTTER KLEIDUNG

Bei der Entsorgung kaputter Textilien zeigt sich ein Spannungsfeld: Zwar entsorgen 51 % der Österreicher:innen kaputte Kleidung und 68 % kaputte Schuhe derzeit über den Restmüll – den aktuell vorgesehenen Entsorgungsweg. Gleichzeitig haben viele Menschen dabei ein ungutes Gefühl: 69 % empfinden es als nicht richtig, kaputte Textilien im Restmüll zu entsorgen. Bei gut erhaltener Kleidung zeigt sich bereits heute ein erfreuliches Bild: 42 % geben diese in den Altkleidercontainer, 36 % verschenken sie im privaten Umfeld, 34 % spenden sie an soziale Einrichtungen und 35 % verkaufen sie weiter.

84 % der Bevölkerung wünschen sich mehr Aufklärung und Informationen zur korrekten Entsorgung von Textilien. Als wichtigste Motivatoren für eine getrennte Sammlung nennen die Befragten mehr Sammelcontainer in der Wohnumgebung (35 %), eine klare Kennzeichnung auf Produkten, wie diese korrekt entsorgt werden sollen, sowie die Gewissheit, dass kaputte Textilien am Ende tatsächlich recycelt werden (29 %).

ARA FORDERT PRAGMATISCHE VORGABEN DES GESETZGEBERS

Die Ergebnisse unterstreichen den Handlungsbedarf: Für funktionierende Textilkreisläufe braucht es klare gesetzliche Rahmenbedingungen und den zügigen Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur in Österreich. Die ARA spricht sich klar dafür aus, die Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung durch ein etabliertes System der Wirtschaft selbst sicherzustellen – effizient, auf Basis bewährter Strukturen und unter partnerschaftlicher Einbindung bewährter Akteure wie Altstoffsammelzentren und karitativer Einrichtungen.

„Ein pragmatisches, von der Wirtschaft getragenes EPR-System ist der einzig vernünftige Weg. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, sondern können das bewährte Know-how und die etablierten Prozesse aus dem Verpackungsrecycling eins zu eins nutzen. Nur so schaffen wir eine ökonomisch tragfähige, effiziente und für die Unternehmen praxistaugliche Lösung, die Kreislaufwirtschaft im Textilbereich garantiert“, so HAUKE.

*ÜBER DIE STUDIE: Die Ergebnisse stammen aus einer aktuellen, repräsentativen Omnibus-Umfrage von Marketagent im Auftrag der Altstoff Recycling Austria AG (ARA). Im Zeitraum vom 28. Mai bis zum 2. Juni 2026 wurden n = 1.000 Netto-Interviews in der österreichischen Bevölkerung im Alter zwischen 14 und 75 Jahren durchgeführt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

ARA AG
Simone de Raaij
Tel.: +43 1 599 97-310
E-Mail: simone.deraaij@ara.at

Ecker & Partner
Elisabeth Blaschke
Tel.: +43 676 723 69 26
E-Mail: e.blaschke@eup.at

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