
Geschichte, Erinnerung und Identität: Neue ORF-III-Doku „Roma im Burgenland – Geschichten, die wir uns erzählen“
Ein Film von Robert Dornhelm und Michael Köhlmeier – am 8. August um 22.00 Uhr in ORF III und auf ORF ON
Mit der neuen Dokumentation „Roma im Burgenland – Geschichten, die wir uns erzählen“ widmet sich der preisgekrönte Regisseur Robert Dornhelm am Samstag, dem 8. August 2026, um 22.00 Uhr in ORF III (und auf ORF ON) der Geschichte, Kultur und Gegenwart der Burgenland-Roma. Der Film zeichnet das vielschichtige Porträt einer Volksgruppe, die seit Jahrhunderten in Österreich beheimatet ist und dennoch bis heute mit Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert wird. Die „zeit.geschichte“-Produktion spannt einen Bogen von den 1930er-Jahren bis in die Gegenwart und verbindet historische Ereignisse mit persönlichen Erinnerungen und aktuellen Lebensrealitäten. Eine besondere erzählerische Ebene verleihen ihr die Texte von Autor Michael Köhlmeier. Der Leitgedanke des Films „Erst wenn ihr geworden seid wie wir, dürft ihr sein, wie ihr seid“ verweist auf die jahrhundertelange Erfahrung von Anpassungsdruck, Verfolgung und Zurückweisung. Gleichzeitig richtet die Doku ihren Blick auf die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit der Burgenland-Roma.
Historisches Dreh-Setting in Oslip, musikalische Beiträge von u. a. Ferry Janoska und Tony Wegas
Die Roma-Community war maßgeblich an der Entstehung des Films beteiligt. So wurde im burgenländischen Oslip eigens ein historisches Setting geschaffen, das an ein Roma-Lager der 1930er-Jahre erinnert. Musik, Tanz, gemeinsames Kochen und nachgestellte Alltagsszenen schaffen einen atmosphärischen Rahmen, in dem Zeitzeugnisse und persönliche Erzählungen miteinander verwoben werden. So entsteht eine dokumentarische Annäherung, die von den Menschen selbst getragen wird und bewusst auf einen Blick von außen verzichtet.
Musikalische Beiträge, u. a. von Ferry Janoska und Tony Wegas, unterstreichen die emotionale Kraft der Dokumentation. Darüber hinaus greift der Film auf Sequenzen früherer gemeinsamer Arbeiten von Produzent Norbert Blecha, Regisseur Robert Dornhelm und Autor Michael Köhlmeier zurück, darunter Ausschnitte aus dem vielfach preisgekrönten Dokudrama „Requiem für Dominik“. Ein weiterer Erzählstrang führt zu Charlie Chaplin, der selbst von möglichen Roma-Wurzeln sprach. Zu Wort kommt auch seine Enkelin Carmen Chaplin, die sich in ihrer Dokumentation „The Tramp“ mit Leben und Herkunft ihres Großvaters auseinandersetzt.
Mit „Roma im Burgenland – Geschichten, die wir uns erzählen“ ist ein ebenso poetischer wie eindringlicher Dokumentarfilm entstanden, der sich mit Herkunft, Identität, Erinnerung sowie Würde beschäftigt und einer Volksgruppe eine Stimme gibt, deren Geschichte in Österreich viel zu lange übersehen wurde.
Weitere Details zum Programm von ORF III Kultur und Information sind unter https://tv.orf.at/orf3 abrufbar.
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