
Kinderbetreuung verdient Anerkennung statt Geringschätzung
Aussage des Bundeskanzlers verkennt die Lebensrealität von Familien
Die Österreichischen Kinderfreunde zeigen sich irritiert über die jüngsten Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker, wonach er Kinderbetreuung zu Hause „nicht als Arbeit sehen“ würde.
„Kinder zu begleiten, zu erziehen, zu fördern und zu versorgen ist eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft. Dass Eltern dies aus Liebe zu ihren Kindern tun, steht außer Frage. Gleichzeitig ist Kinderbetreuung aber selbstverständlich auch Arbeit. Wer etwas anderes behauptet, verkennt die Realität hunderttausender Familien in Österreich“, erklärt Daniela Gruber-Pruner, Bundesgeschäftsführerin der Österreichischen Kinderfreunde.
Besonders Frauen stemmen nach wie vor den größten Teil der unbezahlten Betreuungs- und Sorgearbeit. „Es sind vor allem die Mütter, die sich um passendes Gewand, das Geschenk für die nächste Geburtstagsfeier, den Zahnarzttermin und den nächsten Elternabend kümmern,“ schildert Gruber-Pruner aus der Erfahrung vieler Mütter. Diese Verantwortung hat direkte Auswirkungen auf ihre Erwerbsmöglichkeiten, ihr Einkommen, ihre Karrierechancen und spätere Pensionen. Dass hier nach wie vor ein Ungleichgewicht in der Verteilung dieser Leistungen zwischen den Geschlechtern zu Ungunsten der Frauen besteht, belegen alle Erhebungen. „Eine moderne Familienpolitik muss diese Leistungen sichtbar machen und entsprechend berücksichtigen. Wertschätzung bedeutet, die tatsächlichen Herausforderungen anzuerkennen und Familien konkret zu unterstützen,“ fordert Gruber-Pruner.
Die Kinderfreunde weisen darauf hin, dass gute Kinderbetreuung sowohl innerhalb der Familie als auch durch hochwertige öffentliche Angebote einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Beitrag leistet. Investitionen in Kinder, Familien und Bildungseinrichtungen sind keine Kosten, sondern Investitionen in die Zukunft des Landes.
„Kinder und Familien brauchen ausreichende Betreuungs- und Bildungsplätze, faire Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen, die ihren Alltag erleichtern. Daher laden wir Kinderfreunde den Bundeskanzler ein, die Diskussion zum Anlass zu nehmen, um gemeinsam an der notwendigen Aufwertung von Betreuungs- und Sorgearbeit, der Steigerung der Väterbeteiligung sowie am weiteren Ausbau hochwertiger Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen zu arbeiten,“ so Gruber-Pruner abschließend.
Österreichische Kinderfreunde
Daniela Gruber-Pruner
Telefon: 06644148431
E-Mail: daniela.gruber-pruner@kinderfreunde.at
Website: https://www.kinderfreunde.at
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