
Kaineder zu Totschnig: Beschreiben allein hilft keinem Hof – der Minister muss endlich handeln
Grüner Landessprecher fordert sofortige Hilfen und einen verbindlichen Klimaplan für Österreichs Landwirtschaft
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hat in der gestrigen ZIB 2 die dramatische Lage auf Österreichs Höfen ausführlich beschrieben. Konkrete Antworten blieb er jedoch schuldig: kein beschlossenes Hilfspaket, kein Budget und kein verbindlicher Zeitplan.
„Beschreiben allein hilft keinem einzigen Hof. Minister Totschnig hat die Klimakrise und ihre Folgen für die Landwirtschaft viel zu lange ignoriert. Jetzt muss er endlich in die Gänge kommen und handeln. Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen rasche, ausreichende und unbürokratische Unterstützung“, fordert Stefan Kaineder, stellvertretender Bundessprecher der Grünen und Landessprecher der Grünen Oberösterreich.
Eine Versicherung könne Schäden teilweise abfedern, aber keine vorausschauende Landwirtschafts- und Klimapolitik ersetzen. Auch neue Kredite seien für Betriebe, die bereits massive Ernteausfälle verkraften müssen, keine ausreichende Antwort.
„Eine vertrocknete Ernte kommt durch einen Kredit nicht zurück. Totschnig darf die politische Verantwortung nicht bei der Hagelversicherung oder den betroffenen Betrieben abladen. Er muss jetzt ein wirksames Hilfspaket vorlegen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Österreichs Landwirtschaft auf die nächsten Klimaextreme vorbereitet wird“, betont Kaineder.
Totschnig soll zu den betroffenen Höfen fahren
Kaineder fordert den Minister auf, sich selbst ein Bild von der Lage zu machen: „Totschnig soll zu den betroffenen Höfen fahren, sich die verbrannten Felder, die ausgetrockneten Böden und das fehlende Futter ansehen und den Bäuerinnen und Bauern zuhören. Dann wird schnell klar, dass es hier nicht um abstrakte Schadenszahlen geht, sondern um Existenzen, unsere Lebensmittel und die Versorgungssicherheit für uns alle.“
Was Kaineder besonders vermisst, ist eine klare Prioritätensetzung der Bundesregierung und das politische Bewusstsein für die Folgen der Klimakrise.
„Näher und deutlicher als in diesem Sommer können wir die Klimakrise nicht mehr spüren. Wir müssen nur aus dem Fenster schauen: Hitze, ausgetrocknete Böden, Waldbrände und massive Ernteausfälle. Trotzdem behandelt die Bundesregierung Klimaschutz und Klimaanpassung weiterhin wie Nebenthemen. Das ist angesichts der dramatischen Lage vollkommen verantwortungslos“, so Kaineder.
Es braucht Investitionen in gesunde Böden, Wasserrückhalt, klimaresiliente Bewirtschaftung und vor allem konsequenten Klimaschutz. Landwirtschaft und Klimaschutz sind keine Gegensätze – sie sind längst Verbündete.
„Totschnig ist nicht Kommentator dieser Krise, sondern der zuständige Landwirtschafts-, Umwelt- und Klimaminister. Er muss jetzt Verantwortung übernehmen. Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen keine weiteren Problembeschreibungen, sondern Hilfe, Sicherheit und einen konkreten Plan für die Zukunft“, hält Kaineder abschließend fest.
Grüne OÖ
Mag Christoph Humitsch
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