FPÖ – Krauss fordert Sonderprüfung zu Fußi-Aufträgen der Wirtschaftskammer Wien

52 Aufträge mit einem Volumen von 18,579 Mio. Euro – Krauss: „Kammerfunktionäre fragen sich zu Recht: Wo war die Leistung?“

Der Klubobmann der Wiener FPÖ, LAbg. Maximilian Krauss, fordert eine umfassende Sonderprüfung sämtlicher Verträge, Aufträge, Zahlungen und erbrachten Leistungen des PR-Beraters Rudolf Fußi beziehungsweise dessen Agentur Mindworker für die Wirtschaftskammer Wien.

„Seit Wochen erreichen uns laufend Informationen und Hinweise aus den Reihen der Wiener Wirtschaftskammer. Besonders zahlreiche Funktionäre aus den einzelnen Sparten wenden sich an uns und appellieren, den Vorgängen rund um Rudolf Fußi und seine Agentur endlich auf den Grund zu gehen“, erklärt Krauss.

Nach den der FPÖ zugetragenen Informationen sollen über viele Jahre beträchtliche Summen an Fußi beziehungsweise dessen Agentur geflossen sein. Gleichzeitig würden sich zahlreiche Kammerfunktionäre fragen, welche konkreten und nachvollziehbaren Leistungen diesen Zahlungen gegenübergestanden seien. „Die zentrale Frage lautet: Wo war die Leistung?“, so Krauss.

Ein Blick auf die Plattform OffeneVergaben.at mache die Dimension deutlich: Dort finden sich nach einer Auswertung der FPÖ insgesamt 52 Aufträge der Wirtschaftskammer Wien, ihrer Fachgruppen und Landesgremien an die Mindworker Kommunikationsagentur GmbH mit einem ausgewiesenen Auftragsvolumen von 18,579 Millionen Euro. Alleine die Wirtschaftskammer Wien selbst scheine mit 18 Aufträgen auf. Das Spektrum reiche von Kampagnen und Finanzbildungsprojekten bis zu Weihnachtstragtaschen. Besonders erklärungsbedürftig seien die ausgewiesenen „pauschalen Kommunikationsleistungen“ von rund 506.000 Euro im Jahr 2024 und 483.000 Euro im Jahr 2025.

„Hier muss offengelegt werden, welche Leistungen für diese Summen tatsächlich erbracht wurden und welchen konkreten Nutzen die Wiener Unternehmer davon hatten“, fordert Krauss.

Besonders zu beleuchten sei auch die Rolle Fußis rund um die Berichterstattung vom 29. Juli 2026. „Es muss geklärt werden, ob Fußi oder seine Agentur im Zusammenhang mit dem Versuch, die öffentliche Debatte von den Aussagen Walter Rucks auf die Urheberschaft der Tonaufnahme zu verschieben, einen Auftrag der Wirtschaftskammer Wien hatten“, so Krauss. Ebenso müsse geprüft werden, ob Fußi zuvor bei Medien interveniert habe, um weitere Veröffentlichungen zu verhindern. „Am Ende trat Fußi öffentlich beinahe als Detektiv auf und rückte SWV-Präsident Marko Fischer ins Zentrum der Debatte. Ob das aus eigenem Antrieb oder im Rahmen eines bezahlten Auftrags geschah, muss vollständig aufgeklärt werden.“

Unter Kammerfunktionären bestehe zudem der Verdacht, dass die jahrelange Zusammenarbeit mit Fußi weniger dem Nutzen der Wirtschaftskammer als einem politischen Netzwerk rund um Bürgermeister Michael Ludwig und den früheren WKW-Präsidenten Walter Ruck gedient haben könnte. „Ob dieser Verdacht zutrifft, muss eine unabhängige Prüfung klären. Gerade deshalb braucht es jetzt vollständige Transparenz und eine rasche Sicherung aller Verträge, Abrechnungen und Leistungsnachweise“, betont Krauss.

Die neue Führung der Wirtschaftskammer Wien rund um Präsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits stehe daher unmittelbar in der Verantwortung. „Die Wiener Unternehmer haben ein Recht darauf zu erfahren, wofür ihr Geld ausgegeben wurde. Frau Kriz-Zwittkovits muss jetzt handeln, bevor der Eindruck entstehen kann, dass Unterlagen verschwinden oder Vorgänge vertuscht werden. Es braucht eine lückenlose Sonderprüfung und volle Transparenz“, schließt Krauss.

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