PVÖ-Sozialkonferenz: Gerstorfer – „Demokratie ist kein Selbstläufer“

PVÖ-Sozialkonferenz 2026: Soziale Gerechtigkeit ist Grundlage für eine starke Demokratie – rund 220 Sozialexpert*innen und Pensionistenvertreter*innen diskutierten in Wien

„Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie braucht Menschen, die sich für sie einsetzen“, betonte PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer bei der Sozialkonferenz des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) in Wien. Rund 220 Sozialexpert_*_innen aus ganz Österreich, die Präsident*innen aller neun PVÖ-Landesorganisationen sowie zahlreiche weitere Gäste nahmen an der Konferenz im ÖGB-Catamaran teil. Im Mittelpunkt standen Verteilungsgerechtigkeit, die Zukunft des Sozialstaates und die Verteidigung der Demokratie. ****

GERSTORFER: GERECHTIGKEIT SCHAFFT VERTRAUEN

Für Gerstorfer hängen soziale Gerechtigkeit und eine stabile Demokratie unmittelbar zusammen. Während wenige enorme Vermögen anhäufen, kämpfen viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten. Besonders Pensionist*innen sind von höheren Kosten für Energie, Lebensmittel und Pflege betroffen. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass es nicht mehr gerecht zugeht, schwindet auch das Vertrauen in Politik, Institutionen und Demokratie. „Eine gerechte Gesellschaft ist stabiler. Sie ist widerstandsfähiger gegenüber extremen Strömungen“, so Gerstorfer. Die PVÖ-Präsidentin unterstrich in ihrer Rede die zentralen PVÖ-Forderungen nach Pensionen, die ein gutes Leben im Alter ermöglichen, ein für alle zugängliches Gesundheitssystem, leistbares Wohnen und bedarfsgerechte Pflege. Gleichzeitig müssten große Vermögen, Milliarden-Erben, Online-Riesen und der KI-Sektor einen fairen Beitrag leisten. „Verteilungsgerechtigkeit ist keine Frage des Alters – sie ist eine Frage der Zukunft“, betonte Gerstorfer. Der PVÖ tritt damit nicht nur für die heutige Generation der Pensionist*innen, sondern auch für Kinder und Enkelkinder ein.

BEITRÄGE ZU VERMÖGEN, DEMOKRATIE UND KRISEN

Eröffnet wurde die Konferenz von PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer und PVÖ-Bundessozialreferent und Landespräsident des PVÖ-Vorarlberg Manfred Lackner. Grußworte kamen von Korinna Schumann, Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Jakob Kapeller, Professor für Sozioökonomie, sprach über Vermögenskonzentration und Verteilungsgerechtigkeit. Tamara Ehs, Politikwissenschafterin und Demokratieberaterin, ging unter dem Titel „Verteidigung der Demokratie. Wessen Stimme zählt?“ der Frage nach demokratischer Teilhabe nach. Erik Händeler, Wirtschaftsjournalist und Zukunftsforscher, zeigte anhand früherer Wirtschaftskrisen Parallelen zur Gegenwart auf und unterstrich die Bedeutung einer Kultur der Zusammenarbeit für gesellschaftliche Stabilität. Der internationale Poetry-Slam-Meister und Bestsellerautor Lars Ruppel begleitete die Konferenz mit poetischen Interventionen und fasste den Tag abschließend in einem „Poetic Recording“ zusammen.

„UNSERE STIMME ERHEBEN“

Gerstorfer appellierte abschließend an die Teilnehmer*innen, sich aktiv für sozialen Zusammenhalt und Demokratie einzusetzen: „Lasst uns den Mut haben, unsere Stimme zu erheben – klar, sachlich und solidarisch. (Schluss)

Pensionistenverband Österreichs
GS Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: presse@pvoe.at

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