IV: Mit Quantentechnologien auf die Überholspur wechseln

Ambitionierte Ziele und entschlossene Umsetzung einer raschen industriellen Überleitung von Quantentechnologien sichern zukünftige Wettbewerbsfähigkeit

Weltweit werden Milliarden in die Skalierung von Quantentechnologien investiert, es geht nun für Europa darum, den Sprung in den Markt zu schaffen und sich im internationalen Technologiewettlauf zu positionieren. Im Rahmen der Technology Talks Austria 2026 fordert die Industriellenvereinigung (IV) daher zukunftsweisende Ziele für die Kommerzialisierung und die industrielle Umsetzung von Quantentechnologien und strategische Zusammenarbeit innerhalb Europas anstelle von nationaler Fragmentierung.

SCHLÜSSELTECHNOLOGIEN ESSENZIELL FÜR ZUKÜNFTIGEN WOHLSTAND

„Die Industriestrategie 2035 setzt die richtigen Schwerpunkte. Jetzt kommt es darauf an, Schlüsseltechnologien wie Quantentechnologien konsequent zu industrialisieren und zu skalieren, um Österreichs Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität zu sichern“, betont Sabine Herlitschka, Vizepräsidentin der IV und CEO von Infineon Technologies Austria AG. Österreich hat herausragende Erfolge in der Quantenforschung erzielt – wie durch einen Nobelpreis eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Damit nun auch die kommerzielle Umsetzung und der Aufbau von industriellen Wertschöpfungsketten in Österreich und Europa gelingen, müssen wir unsere Anstrengungen massiv erhöhen.

MUTIGE ZIELE FÜR QUANTENCOMPUTING UND QUANTENKOMMUNIKATION

„Europa und Österreich haben wichtige Grundlagen für den Quantenerfolg geschaffen. Jetzt braucht es mutige, klar formulierte Ziele für weltweit skalierbare Produkte und Dienstleistungen in Quantentechnologien: Quantencomputing, Quantenkommunikation, Quantenkryptografie und Quantensensorik. Ein konkretes Ziel wäre, dass wir in Europa die ersten sind, die mit einem Quantencomputer der nächsten Generation bis 2030 auf den Markt kommen, z.B. mit einer europäischen Quantum Computing Challenge. Das wäre ein klares Signal an den europäischen Markt. Dazu braucht es Kapital, in Form von Public-Private Partnerships mobilisiert, sowie eine funktionierende öffentliche Beschaffung. Es geht um nichts weniger als europäische Souveränität und Technologieführerschaft.“

SCALE-UP DACHFONDS RASCH OPERATIV SETZEN

Im Jahr 2025 erreichten Quantentechnologien einen Wendepunkt: Die Investitionen in Quanten-Start-ups stiegen um 50 % und erreichten nahezu 2 Milliarden US-Dollar. Während Österreich in der Forschung Top ist und eine gewichtige Ideenschmiede, fehlt oft das Kapital und damit die Chance, diesen Erfolg auch in Wertschöpfung und Wachstum umzuwandeln. „Daher müssen wir den, in der Industriestrategie 2035 geplanten, Dachfonds für Scale-ups rasch in die operative Phase bringen, um insbesondere Scale-ups am Standort zu halten. Er soll die Finanzierungslücke zwischen erfolgreichem Start-up und zukünftigem internationalem Unternehmen schließen. Auf EU-Ebene wurde mit der sehr zügigen Umsetzung des EU Scale-up-Fonds zuletzt vorgezeigt, wie dies gelingen kann. Wir in Europa und Österreich müssen uns in Schlüsseltechnologien wie Quantentechnologien auch bei der Kommerzialisierung an die Spitze setzen”, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Forschung, Technologie und Innovation sind wesentliche Pfeiler einer echten Wettbewerbsfähigkeit Europas. Angesichts des rasanten globalen Wettrennens und hohen Wettbewerbs um Technologievorsprünge fordert die Industriellenvereinigung konsequent ein ambitioniertes, eigenständiges Horizon Europe mit einem abgegrenzten Budget in der Höhe von mindestens 200 Milliarden Euro und eine budgetäre Stärkung der kollaborativen Forschung in „Säule 2“. „Österreich ist gefordert, sich in den Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen klar für jene Programme einzusetzen, die Österreichs und Europas Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit stärken. Gerade in Zeiten eines verschärften globalen Technologiewettbewerbs sind ein starkes Horizon Europe und eine leistungsfähige kollaborative Forschung sowie ein auf Innovationsstärke ausgerichteter Wettbewerbsfonds (ECF) entscheidend für Europas Zukunftsfähigkeit“, betont Herlitschka.

Industriellenvereinigung
Marlena Mayer, BA
Telefon: +43 (1) 711 35-2315
E-Mail: marlena.mayer@iv.at
Website: https://www.iv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender