Stadt Wien unterzeichnet als erste europäische Hauptstadt Greenpeace-Deklaration für Ausstieg aus Gas

Umweltschutzorganisation begrüßt diesen Schritt und fordert weitere Städte auf, dem Wiener Beispiel zu folgen

Der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky hat heute als erster Vertreter einer europäischen Hauptstadt die internationale Greenpeace-Deklaration für einen Ausstieg aus fossilem Gas in Städten unterzeichnet. Damit bekräftigt die Stadt Wien ihr Bestreben zu einem Ausstieg aus fossilem Gas in der Wärmeversorgung bis 2040 und einen Übergang zu 100 Prozent erneuerbarer Energie. Angesichts von Energiekrise, steigenden Kosten und verheerenden Klimaschäden ist das ein wichtiger Schritt in eine krisensichere und unabhängige Energieversorgung. Greenpeace begrüßt die Unterzeichnung Wiens und fordert die Stadtregierungen aller europäischen Städte auf, diesem Beispiel zu folgen.

ERNEUERBARE ENERGIEN KÜHLEN WOHNUNGEN UND STABILISIEREN ENERGIEPREISE

_„Solange wir mit Gas und Öl heizen, sind wir dank internationalem Säbelrasseln und Kräftemessen auch ständig schwankenden und vor allem steigenden Energiepreisen ausgeliefert“, _mahnt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Nur der Gasausstieg schone langfristig das Geldbörserl der Wienerinnen und Wiener und garantiere, die Kontrolle über die Energiepreise zurückzugewinnen._ „Nur heimisch produzierte Energie garantiert stabile Preise und eine_ _sichere Versorgung“_, so Czernohorszky.

Alexander Egit, Geschäftsführer bei Greenpeace Österreich: _„Fossile Energien heizen die Klimakrise an und halten uns in einer gefährlichen Abhängigkeit von autokratischen Staaten. Städte spielen eine Schlüsselrolle in der Energiewende und können jetzt die Weichen in eine klimafreundliche Richtung stellen. Die Stadt Wien verpflichtet sich jetzt, aus der gefährlichen Gas-Fessel auszubrechen und zeigt ganz Europa den Weg in eine sichere Energiezukunft. Jetzt müssen andere Städte mutig nachziehen.“_

Der Klimakrise hat die Anzahl der jährlichen Hitzetage und Tropennächte massiv erhöht und dadurch die Lebensqualität in den eigenen vier Wänden stark beeinträchtigt. Wien habe bereits den Einbau von Klimaanlagen in Gemeindewohnungen erleichtert, dennoch brauche es weitere und insbesondere nachhaltige Schritte, um Wohnhäuser hitzefit zu machen._ „Der Gasausstieg ist auch dafür der beste Weg, da Wärmepumpen und Co. heutzutage nicht nur heizen, sondern auch kühlen können. Gasthermen können dagegen nur heizen und sind allein deshalb nicht zukunftstauglich“_, sagt Czernohorszky. Wien habe mit dem Programm „Raus aus Gas“ bereits einige Schritte gesetzt, um die Gebäudewärme zu reformieren, vonseiten des Bundes erhoffe man sich nun, auch dank des Klimagesetzes, weitere Unterstützung.

Fast ein Viertel des weltweiten Energieverbrauchs ist auf fossiles Gas zurückzuführen. Es wird zum Kochen, zum Heizen von Gebäuden, zur Stromerzeugung und im Industriesektor verwendet. Doch der Preis dafür ist hoch: Es verursacht Ungleichheit und Konflikte, heizt die Klimakrise an und gefährdet die Gesundheit. Erneuerbare Energien hingegen machen Österreich unabhängig und krisensicher und sind ein Schlüssel im Kampf gegen die Treibhausgase.

Mit der Greenpeace „Gas-Free Cities Declaration“ schließen sich Städte zusammen, um Schritt für Schritt aus auf fossilem Gas auszusteigen. Die unterzeichnenden Städte verpflichten sich zu festen Ausstiegszielen aus fossiler Energie und einen Fokus auf erneuerbare Energie und Energieeffizienz. Unter den unterzeichnenden Städten befindet sich auch die ukrainische Stadt Chortkiv, die zeigt, dass selbst unter widrigsten Umständen an der Energiewende festgehalten werden kann.

WEITERE GESETZESNOVELLEN GEFORDERT

Wien habe in den letzten Jahren zahlreiche Schritte in Richtung Klimaneutralität gesetzt, u.a. mit dem Wiener Klimafahrplan, dem ersten österreichischen Klimagesetz, oder dem Wiener Wärmeplan 2040. Wien bleibe seinem Ziel der Klimaneutralität bis 2040 treu, betont Czernohorszky. Das Bundes-Klimagesetz werde dabei eine wichtige Unterstützung darstellen. Gleichzeitig brauche es weitere gesetzliche Schritte, etwa Anpassungen des Gaswirtschaftsgesetzes sowie des Miet- und Wohnungseigentumsgesetzes. „Mit dem Bundes-Klimagesetz ist ein wichtiger Schritt gelungen. Jetzt gilt es, diesen Weg konsequent weiterzugehen“, so Czernohorszky.

Pressefotos: https://presse.wien.gv.at/bilder

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