
WKNÖ-Ecker: „Beim Sprit entlasten, statt die nächste Verteuerung vorzubereiten“
EEG-V könnte Treibstoffkosten massiv erhöhen – Ecker fordert Verzicht auf österreichischen Sonderweg und erneuert Forderung nach Gewerbediesel
„Unsere Betriebe stehen unter enormem Kostendruck. Sie brauchen endlich spürbare Entlastungen. Wir können nicht auf der einen Seite um jeden Cent beim Spritpreis kämpfen und auf der anderen Seite mit zusätzlichen nationalen Vorgaben die nächste Verteuerung vorbereiten“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Anlass ist die von der WKÖ präsentierte Economica-Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Verkehr (EEG-V).
Laut Studie könnte der österreichische Entwurf Diesel im Jahr 2035 um 95 Cent und Benzin um 86 Cent je Liter verteuern. Für Österreichs Unternehmen berechnet Economica im EEG-V-Szenario für 2035 rund 2,2 Milliarden Euro zusätzliche Treibstoffkosten pro Jahr.
„Das sind Kosten, die unsere Unternehmen erst einmal erwirtschaften müssen. Dieses Geld fehlt dann für Investitionen, für neue Maschinen und für die Ausbildung unserer Fachkräfte. Wer die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe stärken will, muss die Standortkosten senken“, fordert Ecker.
GEWERBEDIESEL MUSS BETRIEBE GEZIELT ENTLASTEN
Gerade in einem Flächenbundesland wie Niederösterreich ist leistbare Mobilität eine Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Handwerker müssen auf die Baustelle, Lieferanten zu ihren Kunden und Verkehrsunternehmen müssen Personen und Güter zuverlässig ans Ziel bringen.
„Der Installateur kann sein Werkzeug nicht mit dem Fahrrad zur Baustelle bringen. Und unsere Verkehrsunternehmen können ihre Fahrzeuge nicht von heute auf morgen austauschen. Diese Betriebe sind auf Treibstoff angewiesen. Deshalb brauchen wir einen Gewerbediesel, der die betriebliche Nutzung gezielt entlastet“, erneuert Ecker seine Forderung.
Höhere Treibstoffpreise treffen zudem die gesamte Wirtschaft. „Wenn Transporte teurer werden, steigt der Kostendruck bei Waren und Dienstleistungen. Gleichzeitig bleibt den Menschen weniger Geld zum Einkaufen. Das bekommen auch der Handel, die Gastronomie und viele weitere Betriebe in unseren Regionen zu spüren“, so Ecker.
KEINE ZUSÄTZLICHEN BELASTUNGEN DURCH ÖSTERREICHISCHEN SONDERWEG
Der EEG-V-Entwurf orientiert sich an der Klimaneutralität 2040 und geht damit über den europäischen Zielhorizont 2050 hinaus. „Unsere Betriebe investieren in klimafreundliche Technologien. Aber die Umstellung muss sich wirtschaftlich ausgehen. Wir brauchen leistbare Energie, die passende Infrastruktur und alle technologischen Möglichkeiten“, betont Ecker. „Deshalb fordern wir: EU-Vorgaben ohne nationale Zusatzbelastungen umsetzen und unsere Betriebe mit einem Gewerbediesel gezielt entlasten. Klimaschutz muss leistbar bleiben“, so Ecker abschließend.
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