
FPÖ-Dorner/FPÖ-Schnabel über Ardo-Aus: „Brauchen günstige Energie, niedrige Abgaben und Bürokratieabbau“
Aktuelle Stunde im NÖ Landtag: „NÖ kämpft für Arbeitsplätze, Bauern & heimische Lebensmittelversorgung“
„Wenn ein Verarbeitungswerk wie Ardo schließt, ist das für die Mitarbeiter und deren Familien eine Katastrophe und für rund 500 bäuerliche Betriebe ein finanzieller Exodus. Denn unsere Gemüsebauern haben über Jahre in Maschinen, Lagerlogistik und Infrastruktur investiert. Und ein Umstieg von Gemüse auf beispielsweise Weizen ist nicht einfach so von heute auf morgen möglich“, stellt FPÖ Niederösterreich Landwirtschaftssprecher LAbg. Alexander Schnabel im Rahmen einer Aktuellen Stunde mit dem Titel „NÖ kämpft für Arbeitsplätze, Bauern & heimische Lebensmittelversorgung!“ im NÖ Landtag am Donnerstag klar.
„Unsere Bauern müssen mitten in der Anbauplanung nach Alternativen suchen, ohne zu wissen, wie es im Marchfeld weitergeht. Unsere Bauern brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und Abnehmer, auf die sie sich verlassen können. Wenn die Bundesregierung von Versorgungssicherheit spricht, dann muss sie dafür sorgen, dass unsere Betriebe eine Zukunft haben“, schließt LAbg. Schnabel.
„Wenn ein Betrieb wie Ardo schließt, dann verlieren nicht nur rund 240 Beschäftigte ihren Job, dann gerät eine ganze regionale Wertschöpfungskette in Gefahr. Die Auswirkungen reichen weit über das Werksgelände in Groß-Enzersdorf hinaus“, mahnt FPÖ Niederösterreich Wirtschaftssprecher LAbg. Dieter Dorner, der zudem auch Bezirksparteiobmann im betroffenen Bezirk Gänserndorf ist. „Allein im Vorjahr wurden 40.000 Tonnen Gemüse im Wert von 18,5 Mio. Euro an Ardo geliefert – jetzt droht den Bauern von einem Tag auf den anderen der wichtigste Abnehmer wegzubrechen. Die Folgen treffen auch Transportunternehmer, Lagerhäuser, Landmaschinenhändler, Werkstätten und weitere Betriebe.“
ARDO LEIDER KEIN EINZELFALL – 2025 TRAF ES AGRANA-WERK
„Leider ist Ardo kein Einzelfall. Im März 2025 wurde die Zuckerproduktion im Agrana-Werk eingestellt, 120 Beschäftigte waren betroffen. Allein bei Ardo und Agrana sprechen wir von rund 350 Stammarbeitsplätzen. Und vergessen wir nicht die Entwicklungen am traditionsreichen Pharmastandort Orth/Donau. Wir verlieren im Bezirk Gänserndorf wertvolle industrielle Arbeitsplätze und somit Wertschöpfung. Und das Marchfeld ist seit Jahrzehnten durch fehlende Verkehrsinfrastruktur benachteiligt – S1, S8 und den seit Jahrzehnten diskutierten Lobautunnel“, so Dorner weiter.
„Natürlich trägt Ardo Verantwortung für seine Entscheidungen. Aber Österreich verliert seine Wettbewerbsfähigkeit – Stichwort: hohe Energiepreise, hohe Arbeitskosten und Standortnachteile. Die durchschnittlichen Arbeitskosten in der österreichischen Industrie liegen fast 47 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Und dabei spielt die Belastung der Arbeit durch Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und sonstige Abgaben eine wesentliche Rolle. Arbeit muss sich für die Beschäftigten lohnen und die Jobs müssen für die Unternehmer leistbar bleiben“, fordert Dorner eine Entlastung des Faktors Arbeit und verweist auf die Bedeutung der hohen Energiekosten für einen Tiefkühlgemüsebetrieb. Heimische Industriebetriebe zahlen laut Eurostat-Daten 12 Prozent mehr für Strom als im EU-Durchschnitt, dazu kommt die CO2-Bepreisung.
„Die frühere Bundesregierung aus ÖVP und Grünen hat die nationale CO2-Bepreisung eingeführt, die jetzige Verliererampel führt sie fort. CO2-Kosten wirken entlang der gesamten Produktionskette – vom Bauern über die Verarbeitung bis zum Supermarkt. Wir brauchen keine Ankündigungen, sondern günstige Energie, niedrige Abgaben auf Arbeit und Bürokratieabbau“, so Dieter Dorner, der dabei auf den Selbstversorgungsgrad bei Gemüse von nur 57 Prozent verweist. „Und jetzt droht der Verlust von Ardo, dabei verfügt das Marchfeld über beste Voraussetzungen als Gemüsegarten Österreichs. Die Supermarktregale bleiben deshalb nicht leer. Aber volle Regale bedeuten noch lange keine nationale Versorgungssicherheit. Heimische Lebensmittelversorgung beginnt auf unseren Feldern und braucht heimische Verarbeitungsbetriebe“, sagt Dorner, der auch positive Ansätze hervorhebt: „Es ist erfreulich, dass in NÖ über Parteigrenzen hinweg an einer Lösung gearbeitet wird. Das Land NÖ hat sich intensiv bemüht, leider hält Ardo an der Schließung fest. Umso wichtiger ist es jetzt, Alternativen zu schaffen. Schneider‘s Gemüseland in Groß-Enzersdorf führte Gespräche mit dem Lebensmittelhandel, SPAR ist interessiert. Aber auch efko wird als möglicher Partner für eine österreichische Lösung genannt. Und besonders interessant ist die Überlegung, das Gelände der ehemaligen AGRANA zu nutzen. Nach der Schließung der Zuckerproduktion könnte das eine wirtschaftliche Chance werden.“
„Klar ist: Unsere Bauern brauchen Planungssicherheit. Wir wollen, dass heimische Lebensmittel auch künftig in Österreich erzeugt und verarbeitet werden. Aber dafür muss die Bundesregierung die richtigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen“, schließt LAbg. Dorner.
FPÖ Niederösterreich Landtagsklub
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