Grüne/Disoski/Malle: Rot-Pink kürzt bei Gewaltprävention – Wiener Awareness-Teams verlieren Finanzierung

Grüne Frauensprecherinnen kritisieren Förderstopp scharf: „Ausgerechnet bei der Sicherheit von Frauen und jungen Menschen setzt die Stadt Wien den Rotstift an.“

„Mehr als 16.800 Beratungsgespräche, zwei Drittel davon mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Unterstützung bei 50 Fällen sexualisierter Gewalt und 116 Fällen psychosozialer Belastungen – und die rot-pinke Stadtregierung dreht den Geldhahn zu. Wer ausgerechnet bei einem bewährten Angebot zur Gewaltprävention kürzt, setzt völlig falsche Prioritäten“, kritisieren Meri Disoski, Bundesfrauenvorsitzende der Grünen, und Julia Malle, Frauenvorsitzende der Wiener Grünen, die Entscheidung der Wiener NEOS-Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling, die Finanzierung der mobilen Awareness-Teams ab 2027 einzustellen.

„Auf Bundesebene schreiben sich SPÖ und NEOS Gewaltprävention und Gewaltschutz groß auf die Fahnen. Doch zwischen Ankündigungen und konkreten Verbesserungen klafft aus unserer Sicht eine gewaltige Lücke. Und jetzt wird ausgerechnet in Wien ein wichtiges Präventionsangebot gestrichen, das Menschen tatsächlich erreicht und bei Übergriffen konkrete Hilfe leistet. Auf Bundesebene Gewaltschutz versprechen und in Wien funktionierende Gewaltprävention zusammenstreichen – das ist der politische Widerspruch, den SPÖ und NEOS erklären müssen. Gewaltschutz beginnt nicht erst, wenn Gewalt passiert ist, sondern dort, wo Übergriffe verhindert werden können“, kritisiert Disoski.

Für Malle ist insbesondere die Begründung der zuständigen Jugendstadträtin nicht nachvollziehbar: „Zwei Drittel der Beratungsgespräche wurden mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführt. Und ausgerechnet die zuständige Jugendstadträtin streicht die Finanzierung mit dem Argument, sie müsse die Jugendarbeit absichern. Wie passt es zusammen, die Jugendarbeit stärken zu wollen und gleichzeitig ein Angebot zu streichen, das überwiegend junge Menschen, insbesondere junge Frauen erreicht?“

Besonders widersprüchlich sei auch der Umgang der Stadtregierung mit Awareness-Arbeit: „Noch im Mai hat Vizebürgermeisterin Emmerling die Teams als festen Bestandteil des Wiener Nachtlebens gefeiert. Seit Juli schreibt Wien bei bestimmten Veranstaltungen Awareness-Konzepte verpflichtend vor. Und jetzt soll für die bewährte Awareness-Arbeit im öffentlichen Raum plötzlich kein Geld mehr da sein. Im Frühjahr gelobt, im Sommer vorgeschrieben, im Herbst gestrichen – das ist die rot-pinke Bilanz in Sachen Awareness“, so Malle.

Dass selbst SPÖ-Bezirksvorsteher:innen aus der Leopoldstadt, Wieden und dem Alsergrund die Einstellung der Förderung kritisieren, zeige, wie wenig Rückhalt diese Entscheidung habe. „Die SPÖ kann sich nicht darauf ausreden, dass die NEOS für das Ressort zuständig sind. Wer gemeinsam regiert, trägt auch gemeinsam Verantwortung. Wenn selbst die eigenen Bezirksvorsteher vor den Folgen warnen, muss die Wiener SPÖ endlich Farbe bekennen“, fordert Malle.

Disoski und Malle fordern die rot-pinke Stadtregierung auf, den Förderstopp zurückzunehmen und die weitere Finanzierung der Awareness-Teams sicherzustellen: „Die Stadt Wien hat dieses Angebot jahrelang gefördert, seine Bedeutung öffentlich hervorgehoben und seine Arbeit in den eigenen Aktionsplänen verankert. Jetzt soll ausgerechnet dafür kein Geld mehr da sein. Wer Gewaltprävention ernst nimmt, darf sie nicht bei Budgetkürzungen zur Disposition stellen. SPÖ und NEOS müssen diese Entscheidung korrigieren“, so Disoski und Malle abschließend.

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