Zehetner: Einigung bei Saisonkontingenten schafft zwei Jahre Planungssicherheit

6.250 Kontingentplätze für Tourismusbetriebe vereinbart – Eigenes Westbalkankontingent und flexible Regelung für Saisonspitzen bleiben erhalten

Die Bundesregierung hat sich auf die Saisonkontingente für den österreichischen Tourismus für die kommenden zwei Jahre geeinigt. Insgesamt stehen künftig 6.250 reguläre Kontingentplätze für Saisonarbeitskräfte aus Drittstaaten zur Verfügung. Davon entfallen 4.250 Plätze auf das allgemeine Saisonkontingent und 2.000 auf das gesonderte Westbalkankontingent. Die Möglichkeit, das allgemeine Kontingent zur Abdeckung saisonaler Beschäftigungsspitzen vorübergehend, um bis zu 50 Prozent zu überschreiten, bleibt erhalten. Damit können in Spitzenzeiten bis zu 8.375 Kontingentplätze zur Verfügung stehen. Die neue Regelung soll für zwei Jahre gelten und schafft damit längerfristige Planungssicherheit für die heimischen Tourismusbetriebe.

Die Einigung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Nach 157,3 Millionen Nächtigungen im Jahr 2025 erwartet die Österreich Werbung für die kommende Wintersaison 21,7 Millionen Gästeankünfte, ein Plus von 1,5 Prozent. Damit die starke Nachfrage auch zu Wertschöpfung in den Regionen führt, müssen die Betriebe rechtzeitig ausreichend Personal finden.

TOURISMUSSTAATSSEKRETÄRIN ELISABETH ZEHETNER BETONT:

„Österreich ist als Urlaubsland gefragt, und die Aussichten für den Winter sind gut. Aber volle Buchungsbücher allein halten noch keinen Betrieb offen. Dafür braucht es Menschen, die unsere Gäste empfangen, in der Küche stehen und für die Qualität unseres Angebots sorgen. Gerade in den Saisonspitzen können unsere Betriebe ihren Bedarf nicht immer mit heimischen und europäischen Arbeitskräften decken. Die Einigung ist ein Kompromiss, aber entscheidend ist, dass das eigene Westbalkankontingent und die notwendige Flexibilität für Saisonspitzen erhalten bleiben. Damit schaffen wir nicht nur Klarheit für den kommenden Winter, sondern geben unseren Betrieben zwei Jahre Planungssicherheit. Das ist gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ein wichtiges Signal für den Tourismusstandort Österreich.“

SAISONALE SPITZEN ABDECKEN, HEIMISCHEN ARBEITSMARKT STÄRKEN

Die Saisonkontingente ermöglichen Tourismusbetrieben, bei entsprechendem Bedarf befristet Arbeitskräfte aus Drittstaaten zu beschäftigen. Das gesonderte Westbalkankontingent umfasst Saisonarbeitskräfte aus Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.

Der Zugang bleibt klar geregelt. Vor Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung prüft das Arbeitsmarktservice, ob die offene Stelle mit bereits verfügbaren Arbeitskräften besetzt werden kann. Die Beschäftigung erfolgt unter Einhaltung der geltenden arbeits- und kollektivvertraglichen Bestimmungen. Damit wird die Nutzung heimischer Arbeitskräftepotenziale mit der gezielten Deckung zusätzlicher saisonaler Personalbedarfe verbunden.

ZEHETNER UNTERSTREICHT DIE WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG:

„Unser Tourismus erwirtschaftet jährlich rund 33 Milliarden Euro Wertschöpfung. Davon profitieren nicht nur Hotels und Gastronomie, sondern auch Landwirtschaft, Handel und Handwerk. Wenn Betriebe wegen Personalmangels ihr Angebot einschränken müssen, verliert die ganze Region. Deshalb sind ausreichend Arbeitskräfte auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts.“

Die Sicherung des Arbeitskräftebedarfs ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Tourismusstrategie Vision T. Langfristiges Ziel bleibt es, attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, mehr Ganzjahresarbeitsplätze zu ermöglichen und die Wertschöpfung im Tourismus über das gesamte Jahr zu stärken.

Die Umsetzung der Einigung erfolgt durch eine entsprechende Saisonkontingentverordnung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Die Verordnung soll eine Geltungsdauer von zwei Jahren haben.

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
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