Grüne/Disoski: Regierung verschleppt Lohntransparenz

Disoski fordert ambitionierte Umsetzung ab 35 Mitarbeiter:innen statt Minimalvariante

Sozialministerin Korinna Schumann hat heute das Projekt „100 Prozent – Gleichstellung zahlt sich aus“ präsentiert, mit dem Unternehmen freiwillig bei mehr Gleichstellung und fairer Bezahlung unterstützt werden. Das Projekt zeigt, dass einzelne Unternehmen bereit sind, Maßnahmen gegen die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern zu setzen.

„Jedes Unternehmen, das freiwillig für faire Bezahlung sorgt, ist ein Gewinn. Aber mit Freiwilligkeit allein schließen wir Österreichs Gender Pay Gap von 17,6 Prozent nicht“, sagt Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, und fordert: „Es braucht endlich verbindliche Regeln. Die Bundesregierung muss die EU-Lohntransparenzrichtlinie umsetzen und zwar ambitioniert bereits ab 35 Mitarbeiter:innen. Denn möglichst viele Beschäftigte sollen von mehr Transparenz und faireren Gehältern profitieren. Wer es mit Lohngerechtigkeit ernst meint, darf sich nicht am europäischen Minimum orientieren.“

Die Zahlen sind eindeutig: Mit fast 18 Prozent weist Österreich die dritthöchste Lohnlücke in der Europäischen Union auf. Für die Grüne Frauensprecherin ist das ein Beleg dafür, wie dringend wirksame gesetzliche Maßnahmen gegen Lohndiskriminierung gebraucht werden: „Bei Lohntransparenz geht es um eine ganz einfache Frage: Bekommen Frauen für ihre Arbeit den Lohn, der ihnen zusteht? Solange Gehaltsunterschiede im Verborgenen bleiben, bleibt auch Lohndiskriminierung verborgen. Transparenz schafft die Voraussetzung dafür, ungerechte Unterschiede endlich zu beseitigen.“

Die Bundesregierung hätte die EU-Richtlinie bis spätestens 7. Juni 2026 umsetzen müssen: „Doch bislang hat sie nicht einmal einen Gesetzesentwurf zustande gebracht’, übt Disoski scharfe Kritik. ,Dass die zuständige Ministerin nun öffentlich an ihre eigenen Koalitionspartner appellieren muss, endlich mitzumachen, zeigt den Stillstand innerhalb der Regierung. Diese Verzögerung geht auf Kosten der Frauen“, kritisiert Disoski.

„Freiwilliges Engagement kann gesetzliche Rechte ergänzen, aber niemals ersetzen. Die EU-Lohntransparenzrichtlinie ist beschlossen, die Frist ist verstrichen – und trotzdem wartet Österreich noch immer auf ein Gesetz. Damit muss Schluss sein. Jetzt braucht es eine ambitionierte Umsetzung, von der möglichst viele Beschäftigte profitieren: mehr Transparenz, faire Bezahlung und gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“, hält Disoski fest.

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