Grüne/Götze: Wirtschaft leidet unter verfehlter Frauenpolitik der Regierung

Regierung geht vor Lobbies in die Knie statt echte Gleichstellung voranzutreiben

„Viele Unternehmen sind überzeugt, dass sie Frauen ohnehin fair behandeln. Doch die Realität vieler Frauen sieht anders aus“, konstatiert Elisabeth Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen, und weiter: „Für Frauen besteht noch immer eine gläserne Decke und im Durchschnitt verdienen sie für gleiche Arbeit 15 Prozent weniger als Männer. Das zeigt klar, dass wir gesetzliche Regelungen und Bewusstseinsbildung bei den Unternehmen brauchen.“

Leider nützte diese Bundesregierung nicht einmal die Vorgaben der EU zur Women-on-Boards-Richtlinie. „Bei der Umsetzung der Richtlinie, die Frauen in Führungsgremien börsennotierter Unternehmen bringen soll, hat die Regierung gerade einmal die Minimalumsetzung geschafft. Von Vision ist da keine Rede. Die Regierung bewegt sich mutlos und unwillig in Trippelschrittchen seitwärts und verkauft uns dieses beschämende Kleinklein als Fortschritt“, kritisiert Götze und hält fest: „Wir Grüne haben zahlreiche Vorschläge im Wirtschaftsausschuss eingebracht. Doch statt endlich zu handeln, schiebt die Regierung die längst überfälligen Maßnahmen weiter auf die lange Bank.“

Die Regierung kapituliert vor den Lobbyisten und verhindert damit echte Chancengerechtigkeit. Das ist unverständlich und unverantwortlich, meint Götze. „Wenn Frauen nicht die gleichen Chancen bekommen, verlieren alle: die Frauen selbst, die Unternehmen und unser Wirtschaftsstandort. Österreich entgehen damit hunderte Millionen Euro an Wertschöpfung. Wir können es uns nicht leisten, auf das Können und die Ideen von Frauen zu verzichten.“

Das Forschungsinstitut Economica hat bereits 2021 in einer konservativen Betrachtung, welche nicht auf Geschlechterparität, sondern auf mindestens eine Frau in einer Führungsposition (Geschäftsführung oder Vorstand) abzielt, berechnet: Die Unausgewogenheit kostet die gesamte marktorientierte Wirtschaft mehr als 2,5 Mrd. Euro an Umsatzerlösen bzw. 674 Mio. Euro an Wertschöpfungsbeiträgen. Dies würde immerhin einem Wertschöpfungsplus von 0,19 % entsprechen.

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