
ÖGfE-Schmidt: Klima- und Umweltschutz verliert als EU-Priorität für Österreicher:innen an Bedeutung
10 Jahre Inkrafttreten der Pariser Klimaziele in einer Zeit geopolitischer Umbrüche – Umfrage
_„Am 4. November ist es zehn Jahre her, dass das Pariser Klimaabkommen in Kraft getreten ist. Im Rahmen der UN-Klimakonferenz hatten sich erstmals fast alle Staaten der Welt auf völkerrechtlich verbindliche Klimaziele verständigt. Seither haben sich die globalen politischen Prioritäten und mit ihnen die öffentliche Wahrnehmung massiv verschoben. Vor fünf Jahren waren rund zwei Drittel der Österreicher von der Dringlichkeit des Klima- und Umweltschutzes für die EU überzeugt. Heute sind es knapp vier von zehn“_, kommentiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), mit Verweis auf aktuelle ÖGfE-Umfragedaten.
Für 39 Prozent der Befragten in Österreich ist der KLIMA- UND UMWELTSCHUTZ in der EU aktuell ein Thema mit „hoher Priorität“, für 35 Prozent hat er „mittlere“ und für 23 Prozent „niedrige“ Priorität. Die aktuellen Daten zeigen somit eine deutliche Veränderung des Meinungsbildes: 2021 hatten Klima und Umwelt noch für 62 Prozent „hohe“ und für nur 9 Prozent „niedrige“ Priorität. Und auch auf EU-Ebene belegt etwa eine Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr 2026, dass der Bereich „Umwelt und die Folgen des Klimawandels“ im Vergleich zu anderen Politikbereichen als weniger dringliche Herausforderung für die Union betrachtet wird.
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In der ÖGfE-Befragung messen Frauen häufiger als Männer dem Klima- und Umweltschutz hohe Priorität zu (44 zu 34 Prozent). Während 80 Prozent jener Befragten, die mit den Grünen sympathisieren, den Klima- und Umweltschutz für die EU für sehr dringlich halten, sind es bei deklarierten Anhänger:innen der FPÖ gerade 9 Prozent. Zwischen diesen Extremwerten liegen Sympathisant:innen der SPÖ („hohe Priorität“: 59 Prozent), von NEOS (53 Prozent) sowie der ÖVP (48 Prozent). FPÖ-Anhänger:innen sind es auch, die mit Abstand am häufigsten den Klima- und Umweltschutz als niedrige Priorität für die EU sehen (58 Prozent).
_ „Die politische Mobilisierung für den Klimaschutz erreichte 2019 ihren bisherigen Höhepunkt. Der von der EU-Kommission präsentierte Green Deal wurde von der großen Mehrheit der Mitgliedstaaten ganz bewusst mitgetragen, mit dem Ziel, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Heute allerdings bremsen weltpolitische Umbrüche, Energieknappheit, Wettbewerbsdruck sowie Fragen der unmittelbaren Leistbarkeit und politische Gegenbewegungen den Transformationsprozess“_, betont Schmidt._ „Dabei ist Europas Wettbewerbsfähigkeit ohne ökologischen Wandel langfristig nicht zu sichern. Wer bei Zukunftstechnologien zögert, verliert den Anschluss an die Weltspitze. Europa sollte diese Chance nutzen, strategisch investieren und die Weichen für morgen stellen.“_
_Hintergrund:_
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Mag. Paul Schmidt
Telefon: (+43-1) 533 49 99
E-Mail: paul.schmidt@oegfe.at
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