Zöchling zu AK und ÖGB: „Unternehmen zu bestrafen, wird keine Jobs für Ältere schaffen“

#zusammenstaerker fordert den Abbau finanzieller und regulatorischer Hürden sowie die Beibehaltung der FLAF-Befreiung für Arbeitnehmer über 60.

Statt die Ursachen für die schwierige Arbeitsmarktsituation älterer Menschen gezielt anzugehen, sollen Unternehmen, die zu wenige über 60-Jährige beschäftigen, nach den Vorstellungen der AK und des ÖGB mit zusätzlichen Strafen belastet werden. Die Initiative #zusammenstaerker stellt sich deshalb entschieden gegen das von AK und ÖGB vorgeschlagene Bonus-Malus-System und sieht darin einen weiteren klassenkämpferischen Angriff auf die Unternehmer.

„Ich kenne keinen Unternehmer und keine Unternehmerin, die ihre Mitarbeitenden aussortieren, nur weil sie 60 werden. Gerade ältere Mitarbeitende sind mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen für viele Unternehmen unverzichtbar. Wo es Altersdiskriminierung gibt, muss diese ernst genommen und bekämpft werden. Aber der wiederholte und pauschale Angriff gegen die Unternehmer sowie die Unterstellung, Unternehmen würden ihre älteren Mitarbeiter loswerden wollen oder ältere Bewerber grundsätzlich aussortieren, helfen niemandem und zeigen erneut den Klassenkampf des ÖGB und der AK gegen die Unternehmer dieses Landes“, sagt Stephan Zöchling, Initiator von #zusammenstaerker.

DAS PROBLEM LIEGT TIEFER

Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass ältere Beschäftigte keinem höheren Risiko ausgesetzt sind, arbeitslos zu werden. Verlieren sie ihren Arbeitsplatz, finden sie aber deutlich schwerer wieder Beschäftigung.

Laut ÖGB-eigenen Zahlen bleiben arbeitslos gewordene Menschen zwischen 60 und 64 Jahren durchschnittlich rund zweieinhalbmal so lange arbeitslos wie Menschen im Haupterwerbsalter.

Zöchling kritisiert dabei vor allem auch die (arbeits-)rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich. Insbesondere Antidiskriminierungsbestimmungen sowie andere arbeitsrechtliche Schutzräume für ältere Mitarbeiter führen dazu, dass Unternehmen oft davon absehen, Mitarbeiter, die älter als 55 Jahre sind, aus der Arbeitslosigkeit heraus einzustellen.

Hinzu kommt ein wesentliches gesundheitspolitisches Problem: 44,5 Prozent der arbeitslosen Menschen ab 55 haben gesundheitliche Einschränkungen.

„Strafzahlungen für Unternehmen bringen diesen Menschen weder ihre Gesundheit zurück noch einen Arbeitsplatz. Anreize wären dadurch zu schaffen, dass Arbeitnehmer ab 55 nicht als ‚soziale Härtefälle‘ gelten und Unternehmer reduzierte Sozialabgaben bei Wiedereinstellungen von Mitarbeitern ab 55 zu zahlen haben“, schlägt Zöchling vor.

„Unternehmer permanent für politisch verursachte Missstände zu bestrafen, ist Ausdruck des standortfeindlichen Gedankenguts von AK und ÖGB, den beiden ‚Totengräbern‘ des Wirtschaftsstandorts Österreich“, kritisiert Zöchling weiter.

ERST BESCHÄFTIGUNG VERTEUERN, DANN UNTERNEHMEN BESTRAFEN

Besonders widersprüchlich ist für #zusammenstaerker die Politik der Bundesregierung: Ab 2028 soll die bisherige Befreiung vom FLAF-Dienstgeberbeitrag für Arbeitnehmer über 60 auslaufen. Dadurch entstehen Arbeitgebern zusätzliche Kosten für die Beschäftigung älterer Menschen.

„Erst erhöht die Politik die finanziellen Hürden für die Beschäftigung älterer Menschen, dann sollen Unternehmen bestraft werden, wenn sie zu wenige davon beschäftigen. Mit Strafzahlungen schafft man keine Arbeitsplätze, man vernichtet sie“, kritisiert Zöchling.

FLAF-BEFREIUNG ERHALTEN – POLITIK MUSS BEI SICH SELBST SPAREN

#zusammenstaerker fordert deshalb, die geplante Abschaffung der FLAF-Befreiung für Arbeitnehmer über 60 zurückzunehmen.

Ein Teil könnte durch Einsparungen bei der Politik selbst gegenfinanziert werden: #zusammenstaerker hat bereits Vorschläge zur Reduktion der Parteienförderung, zur Senkung von Gehältern der Nationalratsabgeordneten und zur Verschlankung politischer Strukturen vorgelegt. Das geschätzte Einsparpotenzial bei der Parteienförderung und bei der Reduktion von Gehältern der NR-Abgeordneten beträgt zumindest 100 Mio. Euro jährlich. Für die verbleibenden Mittel braucht es weitere strukturelle Reformen. Die von #zusammenstaerker schon oft geforderte Absenkung der Kammerbeiträge (AK, WKO und alle anderen Kammern) würde derartige Arbeitsmarktmaßnahmen gegenfinanzieren.

„Wenn die Politik wirklich Verantwortung übernehmen will, sollte sie bei sich selbst anfangen. Mit unseren Vorschlägen könnten wir bereits einen Teil der Entlastung für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer finanzieren. Statt immer neue Belastungen zu erfinden, sollten wir endlich den Mut haben, bei den völlig aus dem Ruder gelaufenen Strukturkosten zu sparen“, so Zöchling abschließend.

Initiative zusammenstaerker
E-Mail: wir@zusammenstaerker.at

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