
IT-Kollektivvertragsverhandlungen: Arbeitgeber erwarten realistische Forderung der Gewerkschaft
Arbeitgeber für Augenmaß und Orientierung an wirtschaftlichen Herausforderungen – Rahmenrechtsanpassungen sollen Berufseinstieg erleichtern, Beschäftigung sichern, Betriebe stärken
Die zweite Runde der Verhandlungen über einen neuen IT-Kollektivvertrag hat keine Annäherung bei den Gehaltsverhandlungen gebracht. Weder die Arbeitgeberseite, der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich, noch die Gewerkschaft GPA haben ein neues Angebot vorgelegt.
„Wir erwarten von der Gewerkschaft Forderungen, die den wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Branche Rechnung tragen”, betont Martin Zandonella, Verhandlungsleiter der Arbeitgeber im WKÖ-Fachverband UBIT. Das Arbeitgeberangebot sieht eine Erhöhung der Mindestgehälter um 2 Prozent und der Ist-Gehaltssumme um 1,2 Prozent vor. Die Gewerkschaft hält jedoch an ihrer Forderung nach 3,9 Prozent für Mindestgehälter und Ist-Gehaltssumme fest. „Das ist nicht realistisch“, so Zandonella.
_Wachstumsdynamik der IT-Branche deutlich abgeschwächt_
Die Wachstumsdynamik der IT-Branche hat sich in den vergangenen Jahren deutlich abgeschwächt. Laut WIFO-Prognose wird für das Jahr 2027 im Bereich Information und Kommunikation lediglich ein Wachstum von einem Prozent erwartet. Damit liegt die Branche unter der prognostizierten Entwicklung der österreichischen Gesamtwirtschaft von 1,3 Prozent.
_Modernisierung des Rahmenrechts soll Beschäftigung sichern_
Die Arbeitgeberseite hat jedenfalls auch konstruktive Vorschläge zur Weiterentwicklung des kollektivvertraglichen Rahmenrechts eingebracht. Technologische Veränderungen, insbesondere durch künstliche Intelligenz, sowie neue betriebliche Arbeitsabläufe erfordern zeitgemäße Regelungen. Eine Antwort der Gewerkschaft auf diese Vorschläge steht noch aus.
Die Vorschläge sollen insbesondere Auszubildenden sowie Berufseinsteigerinnen und – einsteigern den Zugang zu einer Karriere in der IT-Branche erleichtern und damit Beschäftigung sichern. „Darüber hinaus setzen wir uns für eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten ein”, so Arbeitgeber-Verhandlungsleiter Zandonella.
Die nächste Verhandlungsrunde steht am 23. November 2026 auf dem Programm. (JHR)
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