Klare Absage an AK-Forderung nach höherer Lkw-Maut

Fachverband Güterbeförderung: Für uns liegt das Geld nicht auf der Straße, vielmehr muss es dort mühevoll verdient werden.

Eine klare Absage erteilt der Fachverband Güterbeförderung der Wirtschaftskammer Österreich der Forderung der Arbeiterkammer, den Spielraum für zusätzliche Lkw-Mauteinnahmen auszuschöpfen. Angesichts der ohnehin bereits hohen Kostenbelastung der österreichischen Transportwirtschaft kommt eine zusätzliche Erhöhung über die bereits absehbare Mautentwicklung hinaus nicht in Frage.

„Die Belastungsgrenze ist erreicht. Unsere Betriebe stehen selbst mit dem Rücken zur Wand. Wer jetzt glaubt, über die Lkw-Maut noch einmal zusätzliches Geld aus der Wirtschaft holen zu können, verkennt die wirtschaftliche Realität. Jede weitere Erhöhung verschärft den Kosten- und Inflationsdruck und schwächt damit den gesamten Standort Österreich“, stellt Fachverbandsobmann Markus Fischer klar.

HÖHERE MAUT HEISST HÖHERE KOSTEN

Güterbeförderer können ihre Fahrten nicht einfach verlagern. Sie sind für die Versorgung von Bevölkerung, Handel und Industrie auf das heimische Straßennetz angewiesen. Zudem stehen die Güterbeförderungsunternehmen unter enormem Kostendruck. Steigende Kosten für Personal, Fahrzeuge, Energie und Finanzierung belasten die Betriebe, während sich die Wirtschaft nur langsam erholt und die Margen in der Branche äußerst gering sind.

Auch die Behauptung, zusätzliche Lkw-Maut habe kaum Auswirkungen auf die Preise, greift aus Sicht der Transportwirtschaft zu kurz. Die wirtschaftliche Logik sei eindeutig: Können Transporteure die zusätzlichen Kosten weitergeben, verteuern sich Transport und Logistik entlang der Lieferketten. Können sie die Kosten aufgrund des Wettbewerbs nicht weitergeben, müssen sie von Unternehmen getragen werden, deren Margen bereits heute minimal sind.

„Wer glaubt, bei der Lkw-Maut liege noch zusätzliches Geld auf der Straße, übersieht einen entscheidenden Punkt: Dieses Geld muss zuerst von unseren Unternehmen und letztlich von der gesamten Wirtschaft erwirtschaftet werden“, so Fischer.

ÖSTERREICH BRAUCHT ENTLASTUNG STATT IMMER HÖHERER MAUT

Besonders unverständlich ist die Forderung nach weiteren Erhöhungen auch deshalb, weil Österreich bereits heute ein Hochmautland ist. Nach bisherigen Berechnungen des Fachverbands kommt ein moderner 40-Tonnen-Lkw mit 50 Euro Maut auf dem österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz nur rund 87 Kilometer weit. In Deutschland sind es 144 Kilometer und in Polen sogar 377 Kilometer. Zusätzliche Belastungen würden den Abstand zu europäischen Wettbewerbern weiter vergrößern.

Kritisch hinterfragt der Fachverband zudem die grundsätzliche Logik, die Höhe der Maut danach zu bemessen, welche zusätzlichen Einnahmen rechtlich maximal noch möglich wären. Die Maut muss sich an transparenten und nachvollziehbaren Kosten sowie den gesetzlichen Rahmenbedingungen orientieren. Der Fachverband fordert deshalb bereits seit Längerem ein transparentes, kostenbasiertes Mautsystem nach dem Prinzip einer „Open Book Kalkulation“. Nicht vergessen darf man die im Jahr 2022 eingeführte CO2-Bepreisung, welche mittlerweile pro Liter Diesel mit fast 14 Cent zu Buche schlägt. Zusätzlich zum CO2 Aufschlag bei der Maut haben wir daher schon jetzt eine Doppelkompensation.

Die Bundesregierung ist daher gefordert, zusätzlichen Mauterhöhungen über die ohnehin bereits absehbare Entwicklung hinaus eine klare Absage zu erteilen. Statt einer weiteren Belastungsspirale braucht Österreich Maßnahmen, die Kosten senken, Investitionen ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Transportwirtschaft und des Wirtschaftsstandorts stärken. (PWK600/DFS)

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