
ÖVP/FPÖ/Neos/BI zu Riesenbau Gallitzinstraße: Rotgrün stimmt 5.000 Bürger nieder
Komplette Neuerarbeitung des halbfertigen, laut Rechtsgutachten nicht beschlussreifen Planentwurfs gefordert.
Wien (OTS) – In der Sitzung der Bezirksvertretung Ottakring stimmten
gestern SPÖ und Grüne gegen eine ökologische und ortsübliche Bebauung
des Areals, für die sich mehr als 5.000 Bürger ausgesprochen hatten.
Zugestimmt wurde seitens Rot-Grün hingegen dem Vorschlag von
Bauträgern – teilweise im Eigentum der Stadt Wien -, das Areal, das
im UNESCO Biosphärenpark Wienerwald liegt, von „Ländliches Gebiet“
auf Bauklasse III umzuwidmen. Der Bezirksvorsteher hatte für die
Sitzung drei Securities beigezogen, hat – auch Medienvertretern –
Bild- und Tonaufnahmen im Sitzungssaal verboten und schließlich die
Sitzung für eine längere Pause unterbrechen müssen.
ÖVP Bezirksparteiobmann Stefan Trittner: „Die Achse der Betonierer,
bestehend aus Bezirksvorsteher Prokop, Frau Vassilakou und Herr
Chorherr, hat sich durchgesetzt. Rot-Grün ist gestern über 5.000
Ottakringer drüber gefahren. SPÖ und Grüne werden nun große Teile der
16.000 m² großen Fläche, die derzeit 14.000 m² Wiese aufweist, mit
einem massiv überdimensionierten Projekt zubetonieren, so dass am
Ende nur mehr 1.000 m² Wiese übrig bleiben. Besonders enttäuschend
ist das Verhalten der Grünen gewesen, die ihre ökologischen Wurzeln
gestern endgültig über Bord geworfen haben. Das Vorgehen ist ein
massiver Schlag ins Gesicht aller Anrainer, die sich für eine
verträgliche, ökologische und ortsübliche Gestaltung des Areals
ausgesprochen haben. Wir brauchen mehr Wohnraum, aber man darf
Wohnraum nicht gegen die Natur ausspielen, so wie das Rot-Grün tut.
Das Alternativkonzept der höchst engagierten Bürgerinitiative „Pro
Wilhelminenberg 2030“ wäre mit ortsüblichem Wohnbau,
Gemeinschaftsgärten, Naturlehrpfad, Spielplätzen für umliegende
Kindergärten und einem Park eine echte Aufwertung.“
BV-STv. Michael Oberlechner: „Rot-Grün ist in den letzten Jahren
schon nicht durch besondere Bürgernähe aufgefallen. Deren
Argumentation in der gestrigen Sitzung aber kommt einer Verhöhnung
tausender engagierter Bürger gleich, wenn hier ein absolut
orts-unübliches und unverträgliches Bauprojekt als ökologische
Großtat gefeiert wird.
Rot-Grün möchte überall, nachdem gebaut wurde, Fassaden, Dächer
und zwischen Schienen begrünen, gleichzeitig aber endet diese
ökologische Moral bei jeglichen Bauprojekten. Offenbar gilt `zuerst
kommt das Bauen dann die Moral´“.
FPÖ-Klubobmann Georg Heinreichsberger: „Es stellt sich die Frage, wo
bei einer Widmung zu Bauklasse III im Grüngürtel das Interesse des
Bezirkes bleibt. Verkehrschaos, Verlust von Grünflächen im
Biosphärenpark Wienerwald, übermäßige Bodenversiegelung, keine echte
Bürgereinbindung und laut Masterplan partizipative Stadtentwicklung
sprechen auf jeden Fall gegen die Bezirksinteressen. Profitieren
werden allein Bauträger, Wohnungsbesitzer und die
Liegenschaftseigentümer.“
NEOS Ottakring Klubvorsitzender Jörg Konrad zeigt sich schockiert:
„Beim massiv überdimensionierten Bebauungsplan der Stadt Wien
bestehen hinsichtlich Umwelt-, Arten- und Naturschutz massive
Bedenken – die Bebauung des Gebiets würde zudem zu steigender
Verkehrsbelastung führen. Das Projekt stößt auch in der Bevölkerung
auf intensiven Widerstand. Auch die von der Bürgerinitiative „Pro
Wilhelminenberg 2030“ im Petitionsausschuss im Gemeinderat rund 4.000
eingebrachten Unterschriften und die rund 1.000 Stellungnahmen von
Bürger_innen im Auflageverfahren des Flächenwidmungsplans haben bei
Rot-Grün im Bezirk zu keinem Umdenken geführt! Insbesondere die
Grünen werfen damit ihre letzten Grundsätze über Bord“, zeigt sich
schockiert.
Christian-Andre Weinberger, Sprecher der Bürgerinitiative „Pro
Wilhelminenberg 2030“: „Der derzeitige Planentwurf Nr. 8197 ist weder
beschlussreif noch beschlussfähig. Es droht eine Aufhebung durch den
Verfassungsgerichtshof basierend auf einer gleichheitswidrigen
Bevorzugung einzelner Plangebietseigentümer, einer sachlich nicht
gerechtfertigten Anlasswidmung und verfahrensfehlerhafter Erhebungen.
Die BI „Pro Wilhelminenberg 2030“ erwartet sich, dass der derzeitige
Rotdruck überarbeitet wird, indem die Stellungnahmen der rund 1.000
Bürger/innen eingearbeitet und das geforderte größtmögliche
Redimensionierungs-Szenario aus dem Umweltgutachten und dem
Entwurfskonzept „Garten Liebhartstal – die Quelle Ottakrings“
umgesetzt wird. Erst nach einer kompletten Neuerarbeitung des
Rotdruckes unter wirklicher Bürgerbeteiligung kann der Plan an den
Wiener Gemeinderat zur Beschlussfassung übermittelt werden.“
FPÖ Wien
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