Windkraftwerke in den Alpen? Nicht um jeden Preis!

Neues Online-Factsheet der Naturfreunde Österreich zum Thema „Windkraft in alpinen Regionen“.

Wien (OTS) – In den letzten Jahren wurde in Österreich, in erster
Linie im Flachland, massiv in den Ausbau der Windkraftnutzung
investiert. Da auf den hohen Bergen der Alpen immer wieder starker
Wind weht, wäre es naheliegend, auch auf diesen Windkraftwerke zu
errichten. Doch dies ist oft sowohl aus Gründen des Landschafts- und
Naturschutzes als auch wirtschaftlich gesehen nicht zielführend.

Das neue Factsheet gibt einen Einblick in das komplexe Thema
„Windkraft in alpinen Regionen“. Es beschäftigt sich anhand
zahlreicher Beispiele mit den Auswirkungen von Windkraftprojekten und
den damit verbundenen Problemen. Damit bietet es eine Hilfestellung
für die grundsätzliche Beantwortung von Fragen im Spannungsfeld
zwischen (vorbehaltloser) Förderung erneuerbarer Energieträger zur
Vermeidung von CO2-Emissionen und absolutem Landschafts- und
Naturschutz. Das Factsheet zeigt, was bei Windkraftprojekten
grundsätzlich zu beachten ist, und kann daher auch als Unterstützung
bei der Entscheidungsfindung vor Ort dienen.

Um eine differenzierte Betrachtung des oft konfliktreichen Themas
Windkraft in den Alpen zu ermöglichen, haben die Naturfreunde Alpen-
und Energieexperten sowie Umweltschützer dazu eingeladen, für dieses
Factsheet ihre Ansichten zum Thema „Windkraft in alpinen Regionen“
darzulegen: Prof. Dr. Reinhold Christian, Präsident des Forums
Wissenschaft & Umwelt, Dr. Reinhard Gschöpf, Geschäftsführer der
CIPRA Österreich, Prof. Mag. Sepp Friedhuber, Biologe, Fotograf,
Autor, ehemaliger langjähriger Alpinreferent der Naturfreunde
Österreich und aktiver Naturschützer, und Herbert Jungwirth,
Naturschutzreferent des Landesverbands Oberösterreich des
Österreichischen Alpenvereins, Mag. Manfred Pils, Energieexperte und
Präsident der Naturfreunde Internationale, sowie Dr. Gábor Wichmann,
Geschäftsführer der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich,
nehmen zum Thema Stellung.

Das gesamte Factsheet finden Sie unter
[www.umwelt.naturfreunde.at] (http://www.umwelt.naturfreunde.at/).

Zwtl.: Positionen der Naturfreunde zum Thema Windkraft

• Keine Windkraftwerke in unerschlossenen alpinen Gebieten (also in
Zonen, die frei von Infrastrukturen wie Seilbahnen, öffentlichen
Straßen, E-Leitungen etc. sind)!

• Keine Windkraftanlagen in den letzten naturnahen Gebieten
Österreichs, von denen zwei Drittel im alpinen Hochgebirge liegen!

• Keine Windkraftanlagen in Schutzgebieten und angrenzenden
Landschaftsräumen bei erheblichen Störungen von prägnanten
Sichtbeziehungen, die bis zu 10 km weit reichen können!

• Keine Anlagengenehmigungen in lärmarmen alpinen Gebieten sowie auf
Flächen mit natürlicher Dunkelheit – also keine Lichtverschmutzung!

• Windkraft kann auch in speziellen Zonen im Alpenraum eine Option
sein, ist aber nur bei ausgewogener Planung unter Einbindung der
Bevölkerung und Sicherstellung guter ökologischer Standards sowie
richtiger Platzierung der Windräder unter Wahrung des
Landschaftsschutzes sinnvoll. Basis dafür sind von den Ländern lokal
und regional abgestimmte Zonen, in denen alle relevanten Aspekte der
Energieeffizienz, des Landschaftsschutzes, der Integrität der
Landschaft, des Naturschutzes und des Artenschutzes sowie
touristische Erholungsräume berücksichtigt werden. Zudem müssen bei
der Ausweisung dieser Zonen allfällige relevante gesetzliche
Bestimmungen wie die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, die
Vogelschutzrichtlinie und nationale Schutzgebietskategorien erfüllt
werden.

Dipl.Ing.in Regina Hrbek
Leitung Natur-, Umweltschutz und Hüttenmanagement
Mobil: 0664/852 17 33
Tel.: 01/ 892 3534-16
E-Mail: regina.hrbek@naturfreunde.at

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