
Corona-Virus-Fälle in Wien: Stadt für Versorgung gerüstet
Bestätigter Patient in KFJ-Spitalsunterbringung; zweiter konkreter Verdachtsfall in betreuter Quarantäne; Hacker: „Wien setzt WHO-Vorgaben ‚state of the art‘ um“
Wien (OTS/RK) – Das Corona-Virus hat Wien erreicht, und das Gesundheitsmanagement der Stadt ist auf die neue Lungenkrankheit vorbereitet: Heute, Donnerstagmittag, haben Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und der ärztliche Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Michael Binder, in einem Pressegespräch im Rathaus das weitere Vorgehen der Stadt Wien erklärt. Zur gesamt-österreichischen Sicht sprach Gesundheitsminister Rudolf Anschober.
Die erste bestätigte Corona-Virus-Erkrankung betrifft einen Wiener über 70 Jahre, welcher zur Stunde auf der Vierten Medizinischen Abteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals (KFJ) behandelt wird. Die „4. Med“ im KFJ ist seit Jahrzehnten auf Infektionskrankheiten spezialisiert und ist derzeit auch für entsprechende „Corona-Behandlungen“ reserviert.
Der bestätigte Corona-Patient befand sich zuletzt zehn Tage lang mit grippeähnlichen Symptomen im Krankenhaus Rudolfstiftung. Gemäß den vorgesehenen Routinekontrollen wurde der Mann auch auf das Corona-Virus getestet. Die Infektion wurde jetzt nachgewiesen; deshalb wurde der Wiener heute, Donnerstagvormittag, unter sicheren Bedingungen ins KFJ gebracht. Er zeigt laut KAV „schwere Symptome“ und wird gegebenenfalls künstlich beatmet, wie KAV-Direktor Binder erklärte.
Sämtliches Spitalspersonal, das während seines Aufenthaltes in der Rudolfstiftung mit dem Patienten in Kontakt gekommen ist, wird derzeit auf die Intensität des Kontakts sowie auf Symptome überprüft und gegebenenfalls in sogenannte „Heimabsonderung“ geschickt, erklärte Gesundheitsstadtrat Hacker gemeinsam mit KAV-Direktor Binder. „Alles wird erfasst und genau protokolliert. Das entspricht allen internationalen Richtlinien“, sagte Binder. Alle Besucherinnen und Besucher, die der Patient im Spital empfing, seien mittlerweile identifiziert. Keine der betroffenen Personen zeigt derzeit Symptome.
Der zweite Patient befindet sich laut KAV-Auskunft bereits in „Heimabsonderung“. Nachdem der Mann einen Aufenthalt in Italien verbracht hatte, verlief ein erster Test auf das Corona-Virus positiv; zur Bestätigung werde gerade ein zweiter Test durchgeführt, dessen Ergebnis noch offen ist. Dem Patienten mittleren Alters geht es „klinisch sehr gut“, weshalb er – unter medizinischer Kontrolle -zu Hause ist. Parallel dazu laufe gerade ein sogenanntes „Tracing“, das die „Kontakt-Kette“ des Mannes zu Mitmenschen überprüft und weitere Maßnahmen einleitet.
Eine „Heimabsonderung“ bedeutet die Quarantäne für 14 Tagen in den eigenen vier Wänden, wobei die städtischen Gesundheitsdienste laufend in Kontakt mit den betroffenen Personen stehen und gegebenenfalls für die Versorgung mit Lebensmitteln, Haushaltsmitteln oder Medikamenten Sorge tragen. Gesundheitsstadtrat Hacker unterstrich dabei die „maximal positive Kooperation“ der Betroffenen mit den Gesundheitsdiensten der Stadt.
Abgestimmtes Vorgehen zwischen Stadt, Bund und internationalen Organisationen
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker unterstrich im Pressegespräch die eingespielte Arbeit der städtischen Gesundheitseinrichtungen in Zusammenarbeit mit Ländern und Bund: „Wir sind hervorragend gerüstet und voll einsatzfähig.“
Gesundheitsminister Rudolf Anschober ergänzte: „Es war leider klar, dass das Virus irgendwann Österreich erreicht.“ Jetzt sei „enge internationale Kooperation“ wichtig. Diese passiere zur Stunde etwa mit der EU-Gesundheitskommission oder der Welt-Gesundheitsorganisation WHO. „Wir setzen die Empfehlungen der WHO vollständig und vollumfänglich um“, so Anschober. Wichtig sei ihm, gerade anlässlich dieser Pressekonferenz, für „Transparenz und vollständige Information der Öffentlichkeit“ zu sorgen – nur das schaffe „Vertrauen und Sicherheit“.
Auch der ärztliche Direktor des KAV, Michael Binder, stellte fest:
Die aktuell behandelten Patienten seien „kein Sonderfall“ – es sei „genau das gekommen, was zu erwarten war“. Wiens Gesundheitsdienste hätten im Vorfeld „alle Eventualitäten durchgespielt“, die Stadt „ist sehr gut vorbereitet“.
Informationen für die Bevölkerung
KAV-Chef Binder beruhigte abschließend: Das Corona-Virus ist eine „respiratorische Erkrankung“, also eine Erkrankung der Atemwege. 80 von 100 Erkrankten haben einen milden Verlauf. „Husten, Schnupfen, leichtes Fieber – wir alle haben so etwas schon einmal zu Hause ausgestanden.“ Nur der „kleinste Teil“ der Erkrankten sei „schwer betroffen“ – und für diese PatientInnen gebe es die Wiener Krankenhäuser, die gut vorbereitet seien.
Hacker, Anschober und Binder erinnerten allesamt an die österreichweite Gesundheitshotline 1450. Dort steht medizinisch geschultes Personal rund um die Uhr bei Fragen zur Verfügung, und kann – bei Symptomen – auch gleich Hilfe vermitteln. (Schluss) esl
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