Oö. Volksblatt: „Doppelzüngigkeit“ (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 13. Jänner 2021

Linz (OTS) – Knapp 10.000 Menschen werden jährlich in Österreich obduziert – nun will die FPÖ quasi eine Verdoppelung anordnen, weil sie fordert, dass alle „Corona-Opfer“ aufgeschnitten werden sollen. Aber nicht nur für Pathologen droht Mehrarbeit, denn für die FPÖ zeigen die sinkenden Belagszahlen auf den Covid-Stationen, dass man den Lockdown sofort beenden müsse. Auch die Strategie von Kickl & Co. – einerseits Test- und Impfzwang abzulehnen und Überzeugungsarbeit einzufordern und andererseits sowohl Impfungen als auch Tests permanent madig zu reden – zeigt die oppositionelle Doppelzüngigkeit. Und auch die Verharmlosung der Corona-Demos als „Kundgebungen besorgter Bürger, die sich zu Recht Gedanken um die Zukunft machen“ und die halt auch von „Obskuranten zur Verbreiterung eigenwilliger Botschaften“ genutzt werden, zeigt, dass die FPÖ ein Problem mit der Verantwortung hat. Dass man aber auch als Opposition Verantwortung hätte und diese auch wahrnehmen kann, zeigt die SPÖ. Kickls Reaktion war vorhersehbar: „Ich weiß nicht, welcher Teufel die SPÖ reitet, da muss man sich fast fremdschämen für den Umfaller.“ Dass sich der blaue Mastermind nur „fast“ fremdschämen muss, liegt vielleicht auch daran, dass ihm sein Schamgefühl abhanden kam.

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