SPÖ-Parlamentsklub und Renner-Institut verleihen Kurt Rothschild Preis 2021 an die Wirtschaftswissenschaftlerin Mariana Mazzucato

Mazzucato erhält Preis für Arbeiten zur Rolle des öffentlichen Sektors als Impulsgeber für technologischen und sozialen Fortschritt

Wien (OTS/SK) – Bereits zum sechsten Mal verleihen das Renner-Institut und der SPÖ-Parlamentsklub den Kurt Rothschild Preis für Wirtschaftspublizistik. Prämiert werden damit Wissenschaftler*innen für Arbeiten, die sowohl in der wissenschaftlichen Fachwelt erörtert werden, als auch medienöffentliche Debatten forcieren. Das Augenmerk bei der Preisvergabe wird auf neue Antworten zu den großen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit im Geiste Kurt Rothschilds – jenseits der volkswirtschaftlichen Standardtheorie oder des ökonomischen Mainstreams – gelegt. Der Hauptpreis des Jahres 2021 geht an die italienisch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Mariana Mazzucato. ****

Mariana Mazzucato ist Professorin für „Economics of Innovation and Public Value“ am University College London, wo sie auch das von ihr gegründete „Institute for Innovation and Public Purpose (IIPP)“ leitet. Sie wurde mehrfach für ihre Forschungsleistungen und Werke ausgezeichnet, erst jüngst mit dem „Grande Ufficiale Ordine al Merito della Repubblica Italiana“ (2021). Überdies ist die Wissenschaftlerin Vorsitzende des Rates für Gesundheitsökonomie der WHO und berät mehrere Regierungen in wirtschaftspolitischen Fragen.

Die Entscheidung für die Auszeichnung mit dem Kurt Rothschild Preis fiel aufgrund ihrer profunden Arbeiten zur Rolle der öffentlichen Hand, wenn es darum geht, technologischen und sozialen Fortschritt zu befördern. Mazzucato: „Die Geschichte zeigt uns, dass Innovationen das Ergebnis großer kollektiver Bemühungen sind – nicht nur von ein paar jungen weißen Männern in Kalifornien. Das sollten wir verstehen, wenn wir die größten Probleme der Welt lösen wollen.“

Die Ökonomin betont überdies immer wieder, wie wichtig es sei, das Wirtschaftssystem von Grund auf zu reparieren und neu zu organisieren. Sie plädiert für eine Abkehr von der Dominanz des Finanzsektors, hin zum Verständnis dafür, dass ohne staatlichen Gestaltungswillen und ohne öffentliches Verantwortungsbewusstsein kein Wohlstand geschaffen werden kann.

SPÖ-Bundespartei- und Klubvorsitzende Pamela Rendi-Wagner dazu:
„Gerade in Bezug auf die Pandemie – speziell was die Herstellung der Impfstoffe betrifft – ist dieser Zugang hochaktuell. Ich sehe die öffentliche Hand diesbezüglich noch mehr gefordert, Verantwortung zu übernehmen, um etwa eine gezielte Forschungsunterstützung zu gewährleisten und eine gemeinsame Plattform für Forschung und Entwicklung zu schaffen. Denn das Interesse der öffentlichen Gesundheit steht an erster Stelle. Für Österreich haben wir deshalb die Einrichtung einer Bundesagentur zur Entwicklung neuer Impfstoffe und Therapeutika zur Pandemieprävention gefordert, um in Zukunft besser aufgestellt zu sein.“

Die Präsidentin des Renner-Instituts und zweite Präsidentin des Nationalrates, Doris Bures, bekräftigt: „Mariana Mazzucato schwimmt als Ökonomin gegen den Mainstream der Marktwirtschafts-Adoranten und zeigt konkrete Alternativen für staatliche Stimulation und Innovation auf. Eine Stimme also, die nach den Markt-Fehlentwicklungen in der Finanzkrise und nun in der Pandemie wichtiger denn je ist!“

Abgesehen vom Hauptpreis werden folgende weitere Ökonom*innen und Sozialwissenschaftler*innen für ihre publizistische Arbeit ausgezeichnet:

Emmerich Tálos
Lebenswerk-Preis für seine Analysen zu Sozialpolitik, Sozialstaat und Sozialpartnerschaft

Tamara Ehs und Martina Zandonella
für „Demokratie in der (Corona-)Krise. Die Auswirkungen von sozialer Ungleichheit auf die Demokratie“

Stefan Jestl und Emanuel List
für „Ungleichheit und Umverteilung während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in Österreich – Neue Sichtweisen und Beiträge zur Diskussion“

Katharina Mader, Judith Derndorfer, Franziska Disslbacher, Vanessa Lechinger und Eva Six
für „Home, sweet home? The impact of working from home on the division of unpaid work during the COVID-19 lockdown“

Philip Rathgeb und Arianna Tassinari
für „Labour Politics between the Euro Crisis and Covid-19 Pandemic“

Die feierliche Verleihung des Kurt Rothschild Preises ist für Herbst 2021 in Wien geplant. Weiterführende Informationen zu den Preisträger*innen und jeweilige Aktualisierungen zur Preisverleihung finden Sie auf der Website des Renner-Instituts:
https://tinyurl.com/292uksh6 (Schluss) sr/lp

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