BMKÖS: Präsentation „FAIRNESS CODEX – Kunst und Kultur in Österreich“

Wien (OTS) – Im Rahmen eines Pressegesprächs hat Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer heute gemeinsam mit Ulrike Kuner (IG Freie Theaterarbeit), David Prieth (p.m.k – plattform mobile kulturinitiativen, Tirol) und Cay Urbanek (Volkstheater Wien) den „FAIRNESS CODEX – Kunst und Kultur in Österreich“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit dem Codex erhält die österreichische Kunst- und Kulturszene erstmals einen festgeschriebenen Kooperationsstandard, der den Weg für mehr Fairness im Kulturbereich bereiten soll. Das Dokument ist ein wichtiges Zeichen des fairen, sozialen und nachhaltigen Miteinanders und soll damit die Resilienz des gesamten Kunst- und Kulturbereichs stärken. Gleichzeitig trägt der Fairness Codex zur besseren Sichtbarkeit und Bewusstseinsbildung für das Thema Fairness in Kunst und Kultur in der Öffentlichkeit bei.

Der „FAIRNESS CODEX – Kunst und Kultur in Österreich“ wurde von der „Fokusgruppe Fairness Codex“, bestehend aus Vertreter:innen des Bundes, der Bundesländer und der Interessensgemeinschaften in einem einjährigen partizipativen Prozess erarbeitet.

„Ich danke der Fokusgruppe Fairness Codex für die gelungene Umsetzung dieser wichtigen Fairnessmaßnahme für Österreich. Es ist eine brauchbare und niederschwellige Leitplanke, an der sich alle Interessierten, die sich für mehr Fairness im Kulturbetrieb einsetzen wollen, orientieren können. Entlang der Grundwerte Respekt und Wertschätzung, Vielfalt sowie Nachhaltigkeit und Transparenz sollen die Anwenderinnen und Anwender des Codex ihre jeweiligen Organisationen strategisch und operativ weiterentwickeln können. Dazu lade ich kleine Kulturvereine und große Kulturinstitutionen gleichermaßen ein“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer am Freitag. „Ganz besonders freue ich mich, dass dieses Dokument in einer produktiven Zusammenarbeit des Bundes, der Bundesländer und der Interessensvertretungen entstanden ist. Ich kann mich nicht erinnern, dass in der Geschichte der Kulturpolitik Österreichs schon einmal ein Dokument in dieser so breit getragenen Konstellation erarbeitet worden ist. Insofern ist auch schon die Existenz des Codex selbst ein Zeichen einer neuen Kultur des Miteinanders, die mir persönlich ein großes kulturpolitisches Anliegen ist.“

Ulrike Kuner, Geschäftsführerin, IG Freie Theaterarbeit: „Corona hat für alle sichtbar gemacht, wie wichtig faire Arbeitsbedingungen gerade in Kunst und Kultur sind. Mit dem Fairness Codex werden nun die wichtigsten Themen als gemeinsame Ziele benannt. Gemeinsam mit Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen werden wir nun konkrete Beispiele für faire Absprachen, faire Bezahlung, barrierefreies und inklusives Arbeiten sowie transparente Strukturen ausarbeiten und:
leben“.

David Prieth, Geschäftsführer, p.m.k – plattform mobile kulturinitiativen, Tirol: „Die Grundwerte des Codex bieten eine gute Basis, da sie für alle Bereiche in der Kulturarbeit – Hoch/Sub/Club und freie – hoffentlich bald selbstverständlich sind. Es gilt nun Arbeits- und Lebensbedingungen in der Kulturarbeit zu schaffen – strukturell als auch finanziell – damit Kulturinitiativen über genügend Ressourcen und Know-How verfügen, um alle Bereiche adäquat umsetzen zu können.“

Cay Urbanek, kaufmännischer Direktor, Volkstheater Wien: „Im Volkstheater haben wir schon länger darüber nachgedacht, wie wir bei der Wahrnehmung unserer zivilgesellschaftlichen Verantwortung die Prioritäten setzen sollen. Die nun vorgelegte Richtschnur, hilft den Fortschritt in unterschiedlichen Dimensionen zu prüfen und Dritten gegenüber nachvollziehbar zusammenzufassen.“

Der Fairness Codex wurde als Produkt des Fairness Prozesses zwischen Vertreter:innen der Kulturverwaltung und -politik sowie der Interessengemeinschaften erstellt. Er identifiziert die „Respekt und Wertschätzung“, „Nachhaltigkeit“, „Vielfalt“ und „Transparenz“ als Grundwerte des Fairness Prozesses und lädt alle Beteiligten der österreichischen Kunst und Kultur ein, entlang dieser Werte individuelle Maßnahmen für mehr Fairness zu entwickeln.

Zu den Erstanwender:innen gehören unter anderem die Bundestheater Holding, die Bundesmuseen, das Bundesdenkmalamt, das Österreichische Filminstitut, die IG freie Theaterarbeit, die plattform mobile kulturinitiativen, das Volkstheater Wien, die ARGE Kultur Salzburg und viele weitere.

Christian Kircher, Geschäftsführer Bundestheater-Holding: „Die Österreichischen Bundestheater stellen sich seit einigen Jahren den unterschiedlichsten Themen aus dem Bereich Fairness. Als größte Kulturinstitution der Republik empfinden wir es als eine Selbstverpflichtung, nun auch an der Umsetzung des neuen Codex mitzuwirken. Für Kulturschaffende sollte ein faires Miteinander eine Selbstverständlichkeit sein.“

Wolfgang Bergmann, wirtschaftlicher Geschäftsführer Österreichische Galerie Belvedere: „Mit der Arbeit an einem gemeinsamen Kollektivvertrag für alle Bundesmuseen leisten wir einen konkreten Beitrag zu den Zielen des Fairness Codex.“

Christoph Bazil, Präsident Bundesdenkmalamt: „Kunst und Kultur kommen nicht ohne den Grundton der Fairness aus. Die Achtung vor den Menschen, mit denen wir arbeiten, und vor der natürlichen und geschaffenen Umwelt, die wir gestalten und erhalten, ist essenziell. Dementsprechend bietet der Fairness Codex einen guten Rahmen zur nachhaltigen Zusammenarbeit über Generationen.“

Bund und Länder setzen mit dieser Maßnahme ein Zeichen für ein respektvolles Miteinander aller Menschen, die an Kunst und Kultur in Österreich beteiligt sind.

Der Fairness Codex funktioniert nach dem Prinzip der Selbstbindung. Damit ist sichergestellt, dass alle Personen und Organisationen den Codex für sich anwenden können. Ziel war es, wertebasierte Leitlinien für die Weiterentwicklung von Organisationen in Kunst und Kultur zu formulieren. So wird etwa das Land Steiermark in der Erstellung seiner Kunst- und Kulturstrategie auf der Struktur des Fairness Codex aufbauen. Der Bund hat bereits zu Beginn des Fairness Prozesses begonnen, in allen Themenfeldern, die der Codex anspricht, Maßnahmen zu setzen.

Auf der Website bmkoes.gv.at/kunst-kultur/fairness/codex sind sowohl der Fairness Codex als auch ein Begleitschreiben, das zur Anwendung des Codex einlädt, downloadbar. Um die Verbreitung des Codex zu unterstützen, wird darüber hinaus eine Präsentation zu den Hintergründen und Anwendungsbeispielen angeboten. Alle Inhalte wurden von der „Fokusgruppe Fairness Codex“ erstellt.

Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
Mag. Heike Warmuth
Pressesprecherin der Staatssekretärin für Kunst und Kultur
+43 6646104501
heike.warmuth@bmkoes.gv.at
www.bmkoes.gv.at

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