„Die versunkene Kathedrale – Das Rätsel von Iznik“ – „Universum History“ und Forschungsteam auf archäologischer Entdeckungsreise

Am 4. August um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Im Iznik-See in der Türkei werden 2014 bei einem Vermessungsflug zufällig die versunkenen Überreste einer riesigen byzantinischen Basilika entdeckt. Der Fund gilt als eine der zehn größten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre. „Universum History“ begleitet in der 90-minütigen Dokumentation „Die versunkene Kathedrale – Das Rätsel von Iznik“ von Pascal Guérin (ORF Bearbeitung: Judith Brandner) am Freitag, dem 4. August 2023, um 22.35 Uhr in ORF 2 ein internationales Forschungsteam aus den USA, der Türkei, der Schweiz, Frankreich, dem Vatikan und Österreich, das die Geschichte der versunkenen Kathedrale herauszufinden versucht. In einem interdisziplinären Zusammenspiel von Archäologie, Geologie, Seismologie, Sedimentologie, Theologie und virtueller Rekonstruktion wird die bislang unbekannte Basilika in dieser spannenden Doku wieder belebt.

An der Seite der Forschungsteams kann das Publikum in eine turbulente Geschichte eintauchen, die von den seismischen Erschütterungen der Erde und der revolutionären Vision des ersten christlichen Kaisers Konstantin geprägt ist. Während Konstantins Herrschaft kam es zu riesigen politischen und religiösen Veränderungen. Kaiser Konstantin leitete die konstantinische Wende ein, mit der der Aufstieg des Christentums zur wichtigsten Religion im Römischen Reich begann. Seit 313 n.Chr. garantierte die „Mailänder Vereinbarung“ im ganzen Reich Religionsfreiheit – womit auch das noch einige Jahre zuvor verfolgte Christentum erlaubt wurde. In der Folgezeit privilegierte Konstantin das Christentum. 325 berief er das Erste Konzil von Nicäa im heutigen Iznik in der Türkei ein, um innerchristliche Streitigkeiten beizulegen. Zentraler Streitpunkt dort war die Frage nach der Natur von Jesu und seiner Stellung gegenüber Gott dem Vater und dem Heiligen Geist. Konstantin hatte 324 die Alleinherrschaft erlangt; ein Grund für die Einberufung des Konzils könnte der Wunsch gewesen sein, die neu gewonnene Reichseinheit auch durch ein kirchliches Konzil für das gesamte Römische Reich mit Konstantins Namen und seiner Herrschaft zu verbinden.

Das Rätsel von Iznik wirft viele Fragen auf: Weshalb ist die Basilika von einem der größten Seen der Türkei überflutet worden? Warum wurde sie zerstört? Was geschah mit den Menschen, die an dem Ort gelebt haben? Und: War die mysteriöse Kathedrale im 4. Jahrhundert nach Christi Geburt Schauplatz des Ersten Konzils von Nizäa (dem heutigen Iznik) und damit von einem der Gründungsereignisse des Christentums? Der preisgekrönte Regisseur und Dokumentarfilmer Pascal Guérin hat für diese Koproduktion mit dem ORF ein internationales Forschungsteam rund um die französische Geologin Julia de Sigoyer und den türkischen Archäologen Mustafa Sahin mit der Kamera begleitet. Drei Jahre haben die Dreharbeiten zu diesem Film gedauert. Mehrfach ist das Filmteam während dieser Zeit an den Fundort der Basilika nach Iznik zurückgekehrt, um sich vom Fortschritt der wissenschaftlichen Arbeiten zu überzeugen. So konnten auch die unglaublichen Schwankungen des Seespiegels gefilmt werden, die die Überreste der Kathedrale immer deutlicher zutage förderten. Das Ergebnis ist die Dokumentation einer Zeitreise, die mit Hilfe modernster Technologien zustande gekommen ist: Drohnen- und Radaraufnahmen, Unterwasserkinematografie, Isotopenanalyse und virtuelle Rekonstruktion visualisieren diese Spurensuche nach der Geschichte der versunkenen Kathedrale im See.

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