ÖGB-Reischl: „Unerträglich, dass Leistung der Arbeitnehmer:innen nicht abgegolten wird“

Angesichts des Riesenbergs an unbezahlten Über- und Mehrstunden erteilt ÖGB auch Arbeitszeitverlängerungsfantasien neuerliche Absage

„Arbeitnehmer:innen in Österreich haben im Jahr 2023 180,8 Millionen Über- oder Mehrstunden geleistet – für insgesamt 46,6 Millionen davon haben sie keinen Cent oder Zeitausgleich erhalten!“, zeigt sich Ingrid Reischl, ÖGB Bundesgeschäftsführerin, entsetzt. Die Zahlen stammen aus einer heute veröffentlichten Auswertung der Statistik Austria. 

„Fast jede vierte Überstunde bleibt damit unbezahlt, das ist schlichtweg systematischer Lohnbetrug”, ärgert sich Reischl. Zusätzlich entgehen dem Staat dadurch 430 Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen.

Angesichts dieser Zahlen erteilt die Bundesgeschäftsführerin des ÖGB den Arbeitszeitverlängerungsfantasien von Seiten der Wirtschaft erneut eine klare Absage: „Die Arbeitszeit muss runter – und zwar bei vollem Lohnausgleich. Schon jetzt arbeiten Vollzeitbeschäftigte in Österreich durchschnittlich fast 41 Stunden pro Woche. Sie liegen damit im Spitzenfeld der EU!“ Wichtig ist, dass „wir nicht die Stundenanzahl nach oben schrauben, sondern die Qualität der Arbeitsplätze in Österreich erhöhen. Unternehmen, die jammern, dass sie keine Arbeitskräfte finden, sollten über bessere Arbeitsbedingungen nachdenken“, so Reischl.  

Um unfaire Praktiken von Arbeitgebern zu erschweren, fordert der ÖGB höhere Zuschläge. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei Verweigerung der Überstundenvergütung das doppelte Entgelt fällig wird. So profitieren auch die Arbeitnehmer:innen, während es für Arbeitgeber weniger attraktiv wird, dieses Risiko einzugehen. 

Wichtig ist zu beachten: Wenn ein Unternehmen Überstunden nicht bezahlt, sollte nicht zu lange auf Besserung gewartet werden, denn Überstunden verfallen oft schnell. Viele Arbeitsverträge sehen vor, dass Überstunden bereits nach drei Monaten nicht mehr geltend gemacht werden können.

ÖGB Kommunikation
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