Fonds Soziales Wien: 14.000 mal Ja zu Finanzbildung

Die Schuldenberatung des Fonds Soziales Wien (FSW) zeichnet Schüler:innen mit dem FSW-Finanzführerschein aus – Basisfinanzwissen sorgt für schuldenfreien Start ins Erwachsenenleben

Bereits 14.000 Wiener Schüler:innen haben seit 2020 den FSW-Finanzführerschein erfolgreich absolviert. Bei einer feierlichen Zertifikatsverleihung am vergangenen Dienstag im AK Bildungszentrum wurden 600 Teilnehmer:innen des Wintersemesters 2025/26 ausgezeichnet. Alleine in diesem Semester wurden 508 Workshops an 37 Wiener Schulen in 111 Klassen durch die Teams der FSW Finanzbildung abgehalten.

„Ich gratuliere allen zum erfolgreichen Abschluss des FSW-Finanzführerscheins: Mit diesem Zertifikat und dem erworbenen Wissen haben sie das richtige Werkzeug in der Hand, um überlegte Kaufentscheidungen zu treffen. Ein wichtiges Angebot des FSW, um jungen Menschen ein schuldenfreies Leben zu ermöglichen“, so Sozialstadtrat Peter Hacker.

„Wir freuen uns sehr, dass das Interesse am Finanzwissen steigt – gerade bei jungen Menschen. Als Fonds Soziales Wien sind wir stolz, mit dem FSW-Finanzführerschein unseren Beitrag für eine schuldenfreie Zukunft von jungen Wiener:innen zu leisten – und das unabhängig und kostenlos“, so FSW-Geschäftsführerin Anita Bauer.

VERMEINTLICHE GRATISSPIELE VERFÜHREN ZU IN-GAME-KÄUFEN

Das Team der FSW Finanzbildung ist in seinen Workshops im engen Austausch mit Jugendlichen und kennt ihre Kaufgewohnheiten: „Aktuell geben die jungen Wiener:innen gerne ihr Geld für Marken-Trinkbecher, teure Beautyprodukte und Online-Spiele aus. In-Game-Käufe sind bei diesen Spielen sehr beliebt, Zielgruppe sind hier bereits 6-Jährige“, weiß Katharina Zahradka, Leiterin der FSW Finanzbildung in der FSW Schuldenberatung. Laut Jugend-Internet-Monitor werden Videospielplattformen immer stärker genutzt, dabei sind Online-Gamer:innen starken werbepsychologischen Tricks ausgesetzt, wie zeitlich befristete Angebote oder eben In-Game-Käufen bei vermeintlichen Gratisspielen: „In unseren Workshops zum FSW-Finanzführerschein geben wir den Jugendlichen das Werkzeug in die Hand, damit sie ihre Rechte aber auch Pflichten als Konsument:innen kennen. Dazu gehört auch, Werbetricks zu durchschauen“, so Zahradka. Deshalb rät die Expertin – nicht nur Jugendlichen – noch einmal darüber nachzudenken, ob das angepriesene Produkt, oder die Game-Erweiterung tatsächlich benötigt wird und empfiehlt, am besten auf ein gewünschtes Produkt anzusparen und Werbetricks wie saisonale Lock-Aktionen oder künstlicher Verknappung zu widerstehen.

JUNGE SCHULDEN

Österreichweit sind rund 21 % der Personen, die erstmals Hilfe bei einer staatlich anerkannten Schuldenberatung suchen unter 30 Jahre alt. Die Überschuldung der 26- bis 30-Jährigen liegt im Mittel bei rund 34.000 Euro und damit unter der durchschnittlichen Schuldenlast der Personen, die sich an die Schuldenberatung wenden. Die Gründe für Überschuldung sind jedoch gleich: Rund 37 % suchen Unterstützung bei der Schuldenberatung, da sich ihr Einkommen verschlechtert hat, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit. Aber auch mangelnde Finanzbildung (20 %) und eine ehemalige Selbstständigkeit (19 %) können zu einer Überschuldung führen.

FSW-FINANZFÜHRERSCHEIN IN KOOPERATION MIT ARBEITERKAMMER UND BILDUNGSDIREKTION

Der FSW-Finanzführerschein wird mit Unterstützung der Arbeiterkammer Wien und in Kooperation mit der Bildungsdirektion Wien durchgeführt. Dass Finanzbildung bereits in jungen Jahren wichtig ist, wissen die Expert:innen für Konsument:innenschutz der Arbeiterkammer Wien aus ihrer täglichen Praxis: „Junge Menschen haben es immer schwieriger, mit ihrem Einkommen auszukommen – das wissen wir aus unseren Beratungen. Der Finanzführerschein vermittelt jungen Menschen das Wissen über ihre Rechte bei Geldgeschäften. Sich rechtzeitig Finanzwissen anzueignen, ist etwas, womit man nie früh genug beginnen kann – und es ist wichtig für alle Lebenslagen“, sagen Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Wien Konsument:innenpolitik und Christian Prantner, AK Konsument:innenpolitik-Experte.

Auch die Bildungsdirektion Wien ist von der Bedeutung des FSW-Finanzführerscheins überzeugt: „Finanzielle Kompetenz ist eine wesentliche Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Im Rahmen des Finanzführerscheins lernen Schülerinnen und Schüler, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen und ihre eigenen Mittel einzuteilen. Das Wissen wird dabei praxisnah und interaktiv vermittelt und stärkt so die Eigenständigkeit und Sicherheit im Alltag der Jugendlichen“, betont die Wiener Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs.

ÜBER DEN FSW-FINANZFÜHRERSCHEIN IN WIEN

Der kostenlose FSW-Finanzführerschein richtet sich an Jugendliche in Polytechnischen Schulen, Berufs- und Fachschulen, da diese unmittelbar vor dem Start in die finanzielle Eigenständigkeit stehen. In 5 Modulen zu je 2 Unterrichtseinheiten erwerben die Schüler:innen Finanzkompetenzen. Themen wie das eigene Konto, Finanzierungsformen, Versicherungen, Schulden oder etwa Kaufverhalten und Werbestrategien werden praxisnah behandelt. Mitarbeiter:innen der FSW Schuldenberatung in Wien führen durch 3 Module, 2 Module werden via E-Learning im Unterricht durchgenommen. Zum Abschluss erhalten die Schüler:innen ein Zertifikat – den FSW-Finanzführerschein. Initiator des Finanzführerscheins war die Schuldnerhilfe Oberösterreich, die Bundesländer Wien, Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich, Burgenland und Kärnten setzen das Konzept bereits erfolgreich um. Mehr Informationen unter www.finanzbildung.wien

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