
Ö1 und ORF 2 zu den 100. Geburtstagen von Friedrich Cerha und György Kurtág
Die beiden Pioniere der Neuen Musik Friedrich Cerha und György Kurtág würdigt Ö1 anlässlich ihrer 100. Geburtstage mit fünf Sendungen – darunter zwei live übertragenen Geburtstagskonzerten –, in ORF 2 ist am 22. Februar ein Filmporträt über Cerha zu sehen.
Am Dienstag, den 17. Februar – Cerhas 100. Geburtstag – überträgt Ö1 live aus dem Wiener Konzerthaus ab 19.30 Uhr ein Geburtstagskonzert für den vor drei Jahren verstorbenen Komponisten und Interpreten. Die Company of Music unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger, Mitglieder des Klangforum Wien, das Boulanger Trio, Andreas Schablas (Klarinette) und Janna Polyzoides (Klavier) interpretieren Zehn Rubaijat des Omar Chajjam, Fünf Sätze für Violine, Violoncello und Klavier, Acht Bagatellen für Klarinette und Klavier und Acht Sätze nach Hölderlin-Fragmenten von Friedrich Cerha.
Ab 23.03 Uhr ist in Ö1 am 17. Februar in „Sound Art: Zeit-Ton“ unter dem Titel „Ein Jahrhundert im Spiegel: Friedrich Cerha“ Bekanntes und Unbekanntes vom großen Komponisten und Interpreten zu hören.
ORF 2 würdigt den Komponisten und Dirigenten am Sonntag, den 22. Februar ab 9.50 Uhr mit dem Filmporträt „Friedrich Cerha – So möchte ich auch fliegen können“ von Robert Neumüller. Cerha war einer der wichtigsten Protagonisten der Zeitgenössischen Musik in Österreich. Lange als „Monsieur Troisième Acte“ belächelt, weil er durch die Vollendung des dritten Aktes der Oper „Lulu“ von Alban Berg größere Bekanntheit erlangt hatte, komponierte er bald eigene Opernwerke wie „Baal“, „Der Rattenfänger“ oder „Der Riese vom Steinfeld“, schuf unzählige Orchesterkompositionen, Kammermusik und visionäre Arbeiten wie das Monumentalwerk „Spiegel“, in dem er grundlegenden Phänomenen der musikalischen Gestaltung nachspürte. Der gebürtige Wiener hörte in seinem Inneren Klänge und Tonfolgen, die „wie von selbst aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein steigen“. Die Redlichkeit, Kompromisslosigkeit und Konsequenz, mit der er diese Töne zu Papier brachte, hat ihn zum Außenseiter und zum Rebellen gemacht. Doch nicht nur auf musikalischem Gebiet war Friedrich Cerha konsequent. Als 19-jähriger desertierte er und floh vor den Nazis in die Tiroler Berge. Zurück im „erzkonservativen Wien der 1950er Jahre“ stieß er mit seiner Vorstellung von Musik zunächst auf Unverständnis und Ablehnung. Erst in den vergangenen Jahrzehnten wurde seine Musik auch von breiteren Publikumsschichten und jüngeren Zuhörerinnen und Zuhörern angenommen sowie zusehends verstanden. Der Film, der anlässlich seines 80. Geburtstags 2006 entstanden ist, begleitet den Künstler von der Komposition seines Violinkonzertes, über Probenvorbereitungen bis zur Uraufführung des neuen Oeuvres. Rückblenden zeigen Cerhas künstlerischen Werdegang und die enge Verknüpfung zwischen Biografie und Werk.
Zwtl.: „Maßstabsetzend seit hundert Jahren“ – der Komponist und Pianist György Kurtág
Ein „Diagonal“ zur Person György Kurtág mit dem Titel „Maßstabsetzend seit hundert Jahren“ ist am Samstag, den 14. Februar ab 17.05 Uhr in Ö1 zu hören. Der immer noch als Komponist und Lehrer aktive Kurtág wurde am 19. Februar 1926 geboren. Gründlichst ausgebildet wurde er in Budapest dann selbst zu einem ikonenhaften Lehrer und spätestens ab den 1980er Jahren zur international maßstabsetzenden Figur der europäischen, zeitgenössischen Musik. „Diagonal“ folgt den Spuren von Kurtágs Literatur-Begeisterung, seiner Auseinandersetzung mit der Musik seiner Hausgötter Beethoven, Bach, Bartók und Webern, seinem legendären Unterrichten ebenso wie seinen ebenso legendären Transkriptionen von Chorälen von Johann Sebastian Bach für Klavier zu vier Händen, die er besonders gern und häufig mit seiner Frau Marta in Konzerten spielte. Die örtlichen Schwerpunkte dieser Sendung liegen in Budapest im BMC, dem „Budapest Music Center“, und natürlich in Wien, wo er in der Staatsoper schon mehrmals auf dem Programm stand, und wo vor allem auch seit den allerersten Ausgaben von „Wien Modern“ Kurtágs Popularität rasch wuchs – beteiligt war dabei auch das ORF RSO Wien, oftmals dirigiert von Kurtágs Freund und Landsmann Péter Eötvös.
Neuerscheinungen zum 100. Geburtstag von György Kurtág präsentiert „Sound Art: Zeit-Ton“ am Montag, den 16. Februar ab 23.03 Uhr und am Donnerstag, den 19. Februar überträgt Ö1 ab 19.30 Uhr live aus dem Müpa Budapest das Geburtstagskonzert für György Kurtág. Das Danubia Orchestra unter der Leitung von Markus Stenz sowie Víkingur Ólafsson (Klavier) und István Várdai (Violoncello) spielen Klaviermusik von György Kurtág und Johann Sebastian Bach.
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