Immer mehr Kellergassen werden saniert: Jetzt einreichen für „Ich bin NÖ baukulturerbe“

LH-Stv. Pernkopf: 300 Beratungen durchgeführt, 100 Sanierungen gefördert

„Unsere Kellergassen sind kein Freilichtmuseum, sondern lebendige Orte, die das Landschaftsbild prägen und von Weinbau und Handwerk erzählen. Sie gehören zu unserer Heimat und sollen aus Liebe zum Land behutsam erhalten werden“, betont LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. Deshalb hat Pernkopf vor einigen Monaten auch ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Schutz der Kellergassen und ihren Presshäusern gestartet. Seither wurden bereits rund 300 Kellerbesitzerinnen und -besitzer bei ihren Sanierungen fachkundig beraten. Ein interdisziplinäres Team aus qualifizierten Bauberaterinnen und Bauberatern steht vor Ort unterstützend zur Verfügung – etwa bei Fragestellungen zu Putztechniken, Dachdeckungen, Feuchteschäden sowie zur Erhaltung und fachgerechten Sanierung historischer Presshaustüren. „Wer sein Presshaus fachgerecht saniert, bewahrt ein Stück Baukulturerbe in Niederösterreich“, so die Architektin und Kellergassenexpertin Doris Knoll.

Über 4.000 Keller wurden bisher in einer landesweiten Datenbank erfasst, um bauhistorisches Wissen zu sichern, regionale Bauweisen vergleichbar zu machen und eine fundierte Grundlage für Erhalt, Sanierung und Forschung zu schaffen. Um Kellergassen-Ensembles als Ganzes zu schützen, wurde im Jahr 2025 an 20 Schutzzonen in verschiedenen Gemeinden gearbeitet – viele davon sind bereits in Kraft. Rund 100 historische Presshäuser in diesen Schutzzonen werden vom Land Niederösterreich bei der fachgerechten Sanierung auch finanziell unterstützt, zum Beispiel bei Ausbesserungen an Mauerwerk, Putz, Fenstern, Dach oder Türen.

„Um unser Baukulturerbe zu erhalten, zeichnen wir vorbildlich sanierte Presshäuser mit der Auszeichnung „Ich bin NÖ baukulturerbe“ aus. Einreichungen sind ab sofort möglich, die Verleihung erfolgt im Herbst“, gibt Pernkopf bekannt. Im Vorjahr wurden insgesamt 25 Presshäuser mit der begehrten Plakette ausgezeichnet, unter anderem in den Gemeinden Wullersdorf, Seefeld, Zellerndorf, Maissau und Großmugl. Eingereicht werden können historische Presshäuser in Niederösterreich, die fachgerecht saniert wurden. „Entscheidend ist eine Sanierung, die das Ursprüngliche wahrt – mit schlichten Materialien und traditionellem Handwerk“, so Knoll. Die Bewerbung erfolgt online unter www.noe-baukulturerbe.at, eine Fachjury entscheidet über die Vergabe. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten neben einer Urkunde die gut sichtbare Plakette als Zeichen für vorbildliche Sanierung und gelebte Baukultur.

Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf, Telefon 02742/9005–12704, Mobiltelefon 0676/81215283, E-Mail: lhstv.pernkopf@noel.gv.at.

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