Österreichische Blindenwohlfahrt feierte 200-jähriges Jubiläum

LH Mikl-Leitner: „Voneinander lernen und gemeinsam besser werden“

Die Österreichische Blindenwohlfahrt feierte am gestrigen Mittwochabend ihr 200-jähriges Jubiläum. Am Festakt im Johann Wilhelm Klein-Haus in Wien nahmen unter anderen auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bundespräsident Alexander Van der Bellen teil.

„200 Jahre Österreichische Blindenwohlfahrt, das bedeutet 200 Jahre konkrete Unterstützung, die im Alltag ankommt und die vor allem dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, sagte die Landeshauptfrau in ihrer Rede. Teilhabe entscheide sich „nicht in Grundsatzpapieren und Absichtserklärungen, sondern im Tun des täglichen Lebens“, so Mikl-Leitner. In den vergangenen 200 Jahren habe sich viel zum Positiven verändert, aber dieser Fortschritt sei „kein Selbstläufer“, meinte sie: „Wir müssen dranbleiben“. Barrierefreiheit sei „noch immer keine Selbstverständlichkeit“, das gelte sowohl für den öffentlichen Raum als auch für die digitale Welt: „Hier müssen wir besser werden“. Auch am Arbeitsmarkt habe sich viel verbessert, trotzdem gelte: „Von und über Inklusion zu reden, ist zu wenig. Wir müssen sie täglich leben und umsetzen. Denn wir können es uns nicht leisten, auf die Fähigkeiten, Talente und Erfahrungen von blinden und sehbehinderten Menschen zu verzichten.“

In diesem Zusammenhang berichtete die Landeshauptfrau auch von einem Mitarbeiter im Landesdienst, der 2017 sein Augenlicht verloren habe. „Heute sorgt er dafür, dass unsere Gebäude barrierefrei und unsere Arbeitsplätze sicher sind. Er bringt seine Erfahrungen und seine Expertise ein, und dadurch können wir in diesem Bereich besser werden“, so Mikl-Leitner, die abschließend betonte: „Inklusion heißt auch, voneinander zu lernen, Verantwortung zu teilen und gemeinsam besser zu werden“.

„Dieses Haus ist mehr als ein Haus, es ist ein Zuhause für die Menschen die hier leben und ein Zuhause für den Gedanken der Wohlfahrt“, betonte Bundespräsident Van der Bellen. Er dankte vor allem auch „den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ und sprach ihnen „von ganzen Herzen meine Anerkennung“ aus, denn „sie schaffen hier mit Empathie, Respekt und Kompetenz einen Raum der Wertschätzung“. Der Geschäftsführerin Brigitte Fila überreichte der Bundespräsident das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“.

Inge Rinke, seit 2004 Präsidentin der Österreichischen Blindenwohlfahrt, hob die starke Verbindung mit dem Land Niederösterreich hervor, sie habe damals das Amt von Liese Prokop übernehmen dürfen. Weiters kamen zu Wort: Die Vizepräsidentin der Österreichischen Blindenwohlfahrt, Maria Rauch Kallat, Stefanie Vasold als Vertreterin des Bürgermeisters von Wien, sowie Peter Berger, der die Publikation „Lichtblicke“ über die zweihundertjährige Geschichte der Österreichischen Blindenwohlfahrt vorstellte. Berührende Grußworte der Bewohnerinnen und Bewohner sprach Helga Zach, die sich bei den „liebevollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ bedankte, aber auch darauf hinwies, „dass Menschen mit Einschränkungen zahlreiche Talente und Fähigkeiten haben“. Die musikalische Begleitung des Festaktes übernahm das Streichquartett Amai.

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