Diäten führen oft in ungesunde Dauerschleife

(Wiederholte) Diäten bergen Gesundheitsrisiko. Langfristige Ernährungsgewohnheiten und bewusster Genuss sind entscheidend für Gesundheit und Wohlfühl-Gewicht.

DIÄTEN VERSPRECHEN OFT SCHNELLEN ERFOLG, DOCH GENAU DAS IST IHRE SCHWÄCHE: SIE FÜHREN IN VIELEN FÄLLEN WEDER ZU EINER NACHHALTIGEN GEWICHTSREDUKTION NOCH ZU EINER STABILEN VERBESSERUNG DER GESUNDHEIT. VIELMEHR ZEIGEN WISSENSCHAFTLICHE ERKENNTNISSE, DASS INSBESONDERE WIEDERHOLTE UND STARK EINSCHRÄNKENDE DIÄTEN KÖRPERLICHE, PSYCHISCHE UND VERHALTENSBEZOGENE NACHTEILE MIT SICH BRINGEN KÖNNEN. „DAS KÖRPERGEWICHT STEHT GESELLSCHAFTLICH HÄUFIG IM FOKUS UND KURZFRISTIGE LÖSUNGEN WIE DIVERSE DIÄTEN WERDEN STARK BEWORBEN. DABEI REICHT DAS SPEKTRUM VON STARK KALORIENREDUZIERTEN PROGRAMMEN BIS HIN ZU KONZEPTEN, DIE GANZE LEBENSMITTELGRUPPEN AUSSCHLIESSEN. ABER DER KÖRPER REAGIERT AUF DRASTISCHE EINSCHRÄNKUNGEN MIT ANPASSUNGSMECHANISMEN, DIE DEN GEWÜNSCHTEN ERFOLG OFT UNTERGRABEN“, BETONT MARLIES GRUBER, GESCHÄFTSFÜHRERIN DES FORUM. ERNÄHRUNG HEUTE (F.EH). „ENTSCHEIDEND FÜR LANGFRISTIGEN ERFOLG SIND ÜBER DIE ZEIT ETABLIERTE, MODERATE VERÄNDERUNGEN ZU NEUEN ALLTAGSTAUGLICHEN ROUTINEN, DIE VOR ALLEM EIN ZUSAMMENSPIEL AUS BEWUSSTER ERNÄHRUNG, ANGEPASSTEN PORTIONSGRÖSSEN SOWIE AUSREICHEND SCHLAF UND BEWEGUNG ERMÖGLICHEN.“

Radikale Diäten bringen kurzfristig positive Ergebnisse auf der Waage, sind jedoch selten nachhaltig und können sowohl körperliche als auch psychische Nachteile mit sich bringen. So liegt etwa eine der zentralen Herausforderungen bei Diäten in der eingeschränkten Energiezufuhr. Wird über längere Zeit zu wenig Energie aufgenommen, fehlt es zudem häufig auch an essenziellen Nährstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Dies kann sich unter anderem in Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder erhöhter Infektanfälligkeit äußern. Hinzu kommt, dass bei stark reduzierter Energiezufuhr nicht nur Fettmasse, sondern auch Muskelmasse abgebaut wird.

„Da Muskelgewebe wesentlich zum Energieverbrauch beiträgt, sinkt dadurch der Grundumsatz. Diese Anpassung des Stoffwechsels ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der einen sparsameren Umgang mit Energie ermöglicht. Das erschwert es aber, das reduzierte Gewicht langfristig zu halten. Nach Beendigung der Diät kann es dadurch zu einer rascheren Gewichtszunahme kommen, dem Jo-Jo-Effekt“, erklärt Marlies Gruber. Besonders problematisch sind wiederholte Diäten, bei denen sich Phasen von starkem Verzicht und erneuter Gewichtszunahme abwechseln. Diese Gewichtsschwankungen belasten den Organismus und erschweren stabile Gewohnheiten.

„Wenn Diäten nicht den gewünschten langfristigen Erfolg bringen, wird dies oft fälschlicherweise als mangelnde Disziplin interpretiert. Tatsächlich zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse, dass der Körper aktiv gegen starke Einschränkungen arbeitet“, so Marlies Gruber.

ESSVERHALTEN GERÄT AUS DEM GLEICHGEWICHT

Die Auswirkungen von Diäten beschränken sich nicht auf den Körper. Viele Menschen berichten während und nach Diätphasen von erhöhter Reizbarkeit, Stress und einer starken gedanklichen Beschäftigung mit Essen und Gewicht. Wiederholte Misserfolge können zudem das Selbstwertgefühl beeinträchtigen, was zu Frustration, Körperunzufriedenheit und einem erhöhten Risiko für Essstörungen führen kann. So fördern starre Regeln und Verbote häufig ein dichotomes Denken in „erlaubte“ und „verbotene“ Lebensmittel, bei dem bereits kleine Abweichungen als Scheitern erlebt werden. Zudem steigt bei restriktiver Ernährung oft der physiologische und psychische Druck, zu essen. Heißhungerattacken sind eine häufige Folge, die ebenfalls Schuldgefühle auslösen können.

„Ein solcher Kreislauf aus Verzicht, Kontrollverlust und erneutem Verzicht belastet den Alltag und trägt langfristig zu einem gestörten Essverhalten bei“, warnt Marlies Gruber. Auch die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen kann durch wiederholte Diäten beeinträchtigt werden. Anstelle eines intuitiven Essverhaltens treten dann externe Vorgaben wie Kalorienzahlen oder feste Essenszeiten in den Vordergrund.

WAS NACHHALTIGE GEWICHTSREDUKTION AUSZEICHNET

Daher stehen langfristige, ausgewogene Ernährungsumstellungen im Fokus moderner Empfehlungen. Ziel ist nicht nur die Reduktion des Körpergewichts, sondern vor allem die Verbesserung gesundheitlicher Risikofaktoren und der Lebensqualität. Ein Energiedefizit von rund 500 kcal pro Tag gilt dabei als sinnvoll, um eine kontinuierliche Gewichtsabnahme zu ermöglichen, ohne die Nährstoffversorgung zu gefährden. Entscheidend ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem breiten Spektrum an Lebensmitteln, die den Körper ausreichend versorgt.

„Entscheidend ist, dass Maßnahmen alltagstauglich sind und individuelle Vorlieben berücksichtigen. Verbote sind weder praktikabel noch zielführend. Vielmehr geht es darum, wieder ein Gefühl für Hunger und Sättigung zu entwickeln und bewussten Genuss mit angepassten Portionsgrößen als Teil einer gesunden Ernährung zu verstehen“, erklärt Marlies Gruber. „Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht durch kurzfristigen Verzicht, sondern durch kontinuierliche Anpassungen im Alltag, die auf Dauer zur Routine werden. Genau hier liegt der Schlüssel für ein gesundes Essverhalten und ein stabiles Körpergewicht“, fasst Gruber zusammen.

Das f.eh hat einen Überblick über gängige und Trenddiäten mit ihren Vor- und Nachteilen erstellt.

Rückfragehinweis

forum. ernährung heute (f.eh)
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