NÖ Lebensmittelgewerbe startet Pilotprojekt „Meister mit Matura“

In sechs Jahren von der Lehre bis zum Meister und zur Matura – Neues Ausbildungskonzept eröffnet neue Chancen für Jugendliche und Betriebe

Das Modell „Lehre mit Matura“ ist bekannt und etabliert. Jetzt geht es einen Schritt weiter. Im September fällt der Startschuss für ein Pilotprojekt des niederösterreichischen Lebensmittelgewerbes: „Meister mit Matura“. Dahinter steckt ein in der WKNÖ-Landesinnung Lebensmittelgewerbe neu konzipiertes modulartiges Modell, das einen durchgängigen Weg von der Lehrabschlussprüfung zum Meister und zur Matura umfasst.

PERFEKTE KOMBINATION VON THEORIE UND PRAXIS

„Wir wollen damit das Image von Lehre und Meistertitel und damit unserer Fachkräfte weiter aufwerten – und zugleich eine Möglichkeit schaffen, höchste berufliche Qualifikation nahtlos mit weiteren Ausbildungen auf Hochschulebene zu kombinieren“, erläutert Thomas Hagmann, der Landesinnungsmeister der Lebensmittelgewerbe NÖ, der das Konzept gemeinsam mit dem Landesinnungsmeister der NÖ Konditoren, Christian Heiss, entwickelt hat, die Grundidee. „Wir bringen damit eine neue Ausbildungsform mit Zukunft auf den Weg, die unserer Jugend und unseren Betrieben gleichermaßen neue Chancen eröffnet und schulische und berufliche Ausbildung, also Theorie und Praxis, perfekt vereint“, betont Heiss.

DIE ECKPUNKTE ZUM „MEISTER MIT MATURA“:

* Das Modell steht ab September als Pilotprojekt für Lehrlinge im NÖ Lebensmittelgewerbe, also konkret Bäcker, Konditoren und Fleischer zur Verfügung.
* Der Einstieg erfolgt über einen Lehrvertrag, wobei zwischen dem Lehrling und dem Ausbildungsbetrieb eine Zusatzvereinbarung über den „Meister mit Matura“abgeschlossen wird.
* Spätestens im dritten Lehrjahr beginnen die Lehrlinge die Berufsreifeprüfung mit einem Basismodul sowie dem Fach Deutsch. Beides muss vor der Lehrabschlussprüfung nach dem dritten Lehrjahr (Ausnahme: 4 Jahre bei Doppellehren) erfolgreich abgeschlossen werden.
* In den folgenden drei Jahren als Geselle werden Mathematik, Englisch sowie der Meisterkurs absolviert. Am Ende steht schließlich die Meisterprüfung, mit der dann nach insgesamt sechs Jahren der Weg zum „Meister mit Matura“ abgeschlossen ist.
* Die Unterrichtseinheiten für Berufsreifeprüfung und Meisterkurs werden immer am Mittwoch zentral im WIFI St. Pölten durchgeführt, die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer sind also jede Woche vier Tage im Betrieb, einen Tag auf der Schulbank.
* Für Lehrlinge und Betriebe entstehen keine Kosten, dem Betrieb werden im dritten Lehrjahr die Lohnkosten für den Ausfall des Lehrlings an jedem Mittwoch im Rahmen einer Förderung ersetzt.
* Nach Abschluss der Lehre – also für die folgenden drei Jahre bis zur Matura und zum Meistertitel – wird die Arbeitszeit unter Berücksichtigung, dass am Mittwoch Kurs ist, zwischen Betrieb und Gesellen vereinbart.

AUCH ZEITLICH GUT PLANBAR UND ATTRAKTIV – ZUSÄTZLICHER SCHUB FÜR LEHRE, BRANCHEN UND GESAMTES HANDWERK IN NIEDERÖSTERREICH

„Während bei der ‚Lehre mit Matura‘ neben der Vollzeitarbeit oft Abendkurse absolviert werden müssen, schaffen wir mit dem fixen Kurstag am Mittwoch ein Angebot, das für die jungen Menschen auch zeitlich gut planbar und attraktiv ist“, betont Heiss. „Beim ‚Meister mit Matura‘ verdienen die Jugendlichen von Beginn an, erlernen einen Beruf mit Zukunft und können danach eine Vielzahl an weiteren Wegen von der Spitzen-Fachkraft über die Uni bis zum eigenen Unternehmen gehen.“ Und Hagmann: „Wir sind sicher, mit dem neuen ‚Meister mit Matura“ der Lehre, unseren Branchen und dem gesamten Handwerk in Niederösterreich einen zusätzlichen Schub geben und weitere Jugendliche mit Engagement und Freude am Beruf ansprechen und gewinnen zu können.“

Wirtschaftskammer NÖ, Kommunikation
DI (FH) Bernhard Tröstl
Telefon: +43 2742 851 14100
E-Mail: kommunikation@wknoe.at
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