Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte

Die MQ Jubiläumsausstellung | MQ Freiraum | 30.06. – 25.01.2027

Das größte Kulturbauvorhaben der Zweiten Republik hat wie kaum ein anderes polarisiert und zugleich die Stadt Wien so verändert: das MuseumsQuartier Wien. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums blickt das MQ auf seine Erfolgsgeschichte zurück. Bis zum größten Kunst- und Kulturareal Europas war es ein konfliktreicher Weg, der von Diskussionen, politischen Richtungswechseln und medialen Debatten geprägt war, die weit über Fragen der Architektur hinausgingen. Was für viele Wienerinnen und Wiener heute selbstverständlich ist, drohte lange Zeit an Gezänk zu scheitern.

Die Ausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte“ erzählt im MQ Freiraum die Geschichte des MQ: Von kühnen Entwürfen, erbitterten Debatten und einem Projekt, das immer wieder am Rand des Scheiterns stand. Anhand von Skizzen, Original-Architekturmodellen, Plänen, historischen Dokumenten und Schlagzeilen veranschaulicht sie die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen und zeigt, dass das MQ inhaltlich sowie architektonisch nie als „fertig“ gedacht war. Auch der Leseturm, der einst die öffentlichen Diskussionen anführte, rückt erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

DIE GROSSE VISION: EIN MUSEUMSQUARTIER FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT

Für die als Hofstallungen 1723 nach Plänen Fischer von Erlachs errichtete und genutzte Anlage, die ab 1921 als „Messepalast“ für Messen, Großausstellungen sowie später für Sport- und Populärkultur diente, verfestigte sich ab den 1970er-Jahren die Idee, den Ort zu einem Kulturareal weiterzuentwickeln. Was folgte, war ein politischer Marathon: die erste Stufe des Wettbewerbs im Jahr 1986, wechselnde Zuständigkeiten, neue kulturpolitische Konstellationen und schließlich ein inhaltlicher Neustart mit einem Konzept, das die Kunst der Moderne und der Gegenwart, neue Medien und Vermittlung beinhaltete. Die Vision: ein „österreichisches Centre Pompidou“.

Das in der zweiten Stufe des Wettbewerbs ermittelte Siegerprojekt von Laurids und Manfred Ortner setzte ein kraftvolles architektonisches Statement und löste eine der heftigsten Kulturkontroversen der Zweiten Republik aus.

DER LESETURM – SYMBOL EINER HEFTIGEN AUSEINANDERSETZUNG

Kaum ein Bauprojekt hat Wien so polarisiert wie der Entwurf für das MuseumsQuartier. Die Kronen Zeitung sprach vom „Museumsmonster“, Bürgerinitiativen liefen Sturm, internationale Expertinnen und Experten meldeten sich kritisch zu Wort.

Im Zentrum der Debatte stand der 67 Meter hohe Leseturm, ein markantes Wahrzeichen ohne klare Funktion. Bald wurde das Konzept als Ganzes in Frage gestellt, der Leseturm sollte fallen, die Museen wurden deutlich niedriger. 1998 begann der Bau nach weitgehend neuer Planung, 2001 wurde das MuseumsQuartier eröffnet mit einer programmatischen Offenheit, die das MQ bis heute prägt.

IN ZUKUNFT

Die Ausstellung schlägt auch eine Brücke in die Zukunft: Das MQ erscheint dabei nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als ein Areal in Transformation. Mit der Nachhaltigkeitsinitiative „MQ goes Green“ werden die Höfe dauerhaft bepflanzt. Die Maßnahmen sind ein weiterer Schritt, um das MQ zu einem energieeffizienten und umweltbewussten Areal zu machen und bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Das größte kulturelle Bauprojekt des 21. Jahrhundert, das Haus der Geschichte Österreich (hdgö), ist die erste institutionelle Erweiterung des MuseumsQuartiers seit 2001.

Manfred und Laurids Ortner haben auch nach der Eröffnung 2001 immer wieder Projekte für eine Weiterentwicklung des MuseumsQuartier vorgelegt. 2020 wurde die „MQ Libelle“ auf dem Dach des Leopold Museums verwirklicht. In der Ausstellung sind darüber hinaus großformatige Kreidezeichnungen für weitere Vorschläge für die Zukunft zu sehen. für eine Überdachung des Staatsratshofes mit einer Photovoltaik-Anlage, für einen neuen Zugang zur Kunsthalle und nicht zuletzt für den berühmt-berüchtigten Leseturm.

Heute ist das MuseumsQuartier mit rund fünf Millionen Besucher:innen jährlich eines der weltweit größten Kunst- und Kulturareale der Welt. Mit seinen vielfältigen Institutionen und der Gestaltung und Begrünung der Höfe hat es sich als öffentlicher Raum etabliert, in dem Kunst, Kultur und Alltag ineinandergreifen. Es bleibt bis heute ein Ort des Ausverhandelns, ein kultureller Knotenpunkt für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse.

„Die Ausstellung zeigt, dass die Entwicklung des MuseumsQuartier von Spannungen geprägt war, zwischen politischen Interessen und künstlerischen Ambitionen, zwischen Bewahren und Transformation. Das MQ ist heute eines der erfolgreichsten und größten Kunst- und Kulturareale weltweilt. Das Jubiläum 25 Jahre MQ nehmen wir zum Anlass, diese Erfolgsgeschichte nachzuzeichnen“, so MQ Direktorin Bettina Leidl.

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INFOS ZUR AUSSTELLUNG

TITEL: Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte

MuseumsQuartier Wien
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