Kundgebung in Straßburg: Bauernbund fordert Entlastung bei Düngemittelpreisen

Weisl: „Der CO₂-Grenzausgleich CBAM darf nicht zur Zusatzbelastung für unsere Bauernfamilien werden.“

Anlässlich der heutigen Kundgebung europäischer Bauernorganisationen vor dem Europäischen Parlament in Straßburg fordert der Österreichische Bauernbund rasche Maßnahmen gegen steigende Düngemittelpreise und zusätzliche Belastungen durch den CO₂-Grenzausgleich CBAM. Die von COPA-COGECA und französischen Bauernorganisationen organisierte Kundgebung findet im Vorfeld der Präsentation des EU-Düngemittel-Aktionsplans statt. Vor Ort dabei sind auch BAUERNBUND-DIREKTORIN MAG. CORINNA WEISL und BUNDESMINISTER A.D. NIKOLAUS BERLAKOVICH, 1. VIZEPRÄSIDENT DER COPA-COGECA.

„Düngemittel sind essenziell für Ernte, Qualität und Versorgungssicherheit. Wenn Düngemittel nicht leistbar oder nicht verfügbar sind, trifft das zuerst unsere Bauernfamilien und danach die Konsumenten. Der CO₂-Grenzausgleich CBAM darf nicht zur nächsten Zusatzbelastung für unsere Familienbetriebe werden“, betont WEISL in Straßburg.

„Wer Versorgungssicherheit will, muss die Produktionsbedingungen ernst nehmen. Unsere Bäuerinnen und Bauern können nicht immer mehr Kosten schultern und gleichzeitig mit Importen konkurrieren, die oft unter völlig anderen Bedingungen produziert werden. Faire Wettbewerbsbedingungen sind die Grundlage dafür, dass Lebensmittelproduktion in Europa eine Zukunft hat“, ergänzt BERLAKOVICH.

CBAM DARF KOSTEN NICHT AUF HÖFE ABWÄLZEN

Besonders kritisch sieht der Bauernbund die Auswirkungen von CBAM auf Düngemittel. Das Instrument soll die europäische Industrie vor unfairem Wettbewerb schützen. In der aktuellen Ausgestaltung droht jedoch ein gegenteiliger Effekt für die Landwirtschaft: Die Mehrkosten werden entlang der Kette weitergegeben und landen bei jenen, die Düngemittel für die Lebensmittelproduktion brauchen.

„CBAM schützt die Düngemittelindustrie, aber die Rechnung landet bei den Bauernfamilien. Das ist nicht akzeptabel. Unsere Betriebe können diese Mehrkosten nicht einfach weitergeben. Wer europäische Lebensmittelproduktion erhalten will, darf die Produktionskosten nicht weiter in die Höhe treiben“, stellt WEISL klar.

AUSSETZUNG UND KOMPENSATION NOTWENDIG

Der Bauernbund fordert, auf europäischer Ebene alle Möglichkeiten zur Entlastung zu nutzen. Dazu gehören nicht nur eine temporäre Aussetzung von CBAM für Düngemittel, sondern vor allem eine langfristige Beteiligung der Bäuerinnen und Bauern an den Einnahmen durch CBAM.

„Um wirklich Entlastung zu bringen und den Kostendruck fairer zu verteilen, muss ein Teil der CO₂-bezogenen Einnahmen aus ETS und CBAM direkt an die Landwirtinnen und Landwirte weitergeleitet werden. Es ist nur fair und konsequent: Wenn unsere Betriebe einen erheblichen Teil der CO₂-bezogenen Kosten tragen, müssen auch CO₂-bezogene Einnahmen bei ihnen ankommen“, betont WEISL.

„Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Bäuerinnen und Bauern muss genauso gestärkt werden wie jene der Düngemittelindustrie. Es kann nicht sein, dass die Industrie viel Geld für grüne Investitionen erhält, während die Mehrkosten bei den Bauernfamilien landen“, ergänzt BERLAKOVICH.

EU-DÜNGEMITTEL-AKTIONSPLAN MUSS AM HOF ANKOMMEN

Vom EU-Düngemittel-Aktionsplan erwartet sich der Bauernbund konkrete Maßnahmen statt bloßer Ankündigungen. Notwendig sind kurzfristige Entlastungen, stabile Beschaffungswege sowie mehr Transparenz am Düngemittelmarkt.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen Lösungen, die am Hof ankommen. Wer morgen Lebensmittel aus Europa will, muss heute dafür sorgen, dass unsere Betriebe produzieren können. Die Düngemittelkrise von heute darf nicht zur Lebensmittelkrise von morgen werden“, betonen BERLAKOVICH und WEISL abschließend.

Bauernbund Österreich
Martin Grob, MA
Telefon: +43 664 8850 9559
E-Mail: m.grob@bauernbund.at
Website: https://www.bauernbund.at

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