
WKO Steiermark spart bis 2030 jeden zehnten Ausgaben-Euro ein
Auf Basis der Handlungsempfehlungen der fraktionsübergreifenden Reformgruppe.
EINE GEZIELTE ENTLASTUNG DER MITGLIEDSBETRIEBE, OHNE DAMIT DIE LEISTUNGSFÄHIGKEIT DER WIRTSCHAFTSKAMMER ZU GEFÄHRDEN – MIT DIESEM ZIEL HAT EINE ALLE FRAKTIONEN UMFASSENDE REFORMGRUPPE IN DEN VERGANGENEN MONATEN DIE STRUKTUR UND LEISTUNGSBEREICHE DER WKO STEIERMARK DURCHLEUCHTET UND NUN IHRE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN VORGELEGT. AUF BASIS DIESER PLANT DIE WKO STEIERMARK BIS 2030 RUND ACHT MILLIONEN EURO IHRER JÄHRLICH LAUFENDEN KOSTEN EINZUSPAREN UND DEN LANDESKAMMERANTEIL DER KAMMERUMLAGE ZWEI (KU2) VON 0,22 AUF 0,18 PROZENT ZU SENKEN. DAMIT SOLL DIE WKO STEIERMARK AUCH IN ZUKUNFT UNTER DEN TOP DREI LANDESKAMMERN POSITIONIERT SEIN.
Unsere Betriebe brauchen Entlastung, aber auch eine schlagkräftige Interessenvertretung, die ihren Mitgliedern zeitgemäße Service- und Bildungsangebote bietet. Vor diesem Hintergrund wurde im vergangenen Herbst in der WKO Steiermark eine alle Fraktionen umfassende Reformgruppe ins Leben gerufen. Dieser gehören ASTRID BAUMANN, ANTON BERGER, CHRISTOPH KOVACIC, MARKUS KOHLMEIER und JOCHEN PACK für den Wirtschaftsbund an sowie THOMAS KAINZ für die Freiheitliche Wirtschaft, MAXIMILIAN OBERHUMER für die Industriellenvereinigung, ROBERT ROTHSCHÄDL für den Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband, ANDREA KERN für die Grüne Wirtschaft und CHRISTAN KOVAC für die Unos. Ziel der Gruppe war und ist die Weiterentwicklung der Organisation, die Analyse der Abläufe in Hinsicht auf Potenziale zur Steigerung von Effizienz und die Anpassung der Organisationsstruktur mit klaren Schnittstel-len und Rollenverteilung, auch im Hinblick auf die Herausforderungen, die sich durch die technischen Entwicklungen wie z.B. KI ergeben. Entsprechende Handlungsempfehlungen wurden in den vergangenen Monaten erarbeitet und nun vom erweiterten Präsidium der WKO Steiermark beschlossen.
So soll das Leistungsangebot durch eine systematische Überprüfung und Bereinigung des bestehenden Portfolios mit Fokus auf Nutzung und Nachfrage, Wirkung und Mehrwert sowie Vermeidung von Redundanzen in Abstimmung mit der Wirtschaftskammer Österreich (Reduktion Faktor 10 durch einen Ausbau des Leadkammer-Konzepts für konkrete österreichweite Fachthemen und der Kompetenzcenter) überarbeitet werden. Dafür ist ein einheitliches KPI-System geplant. Weiters sollen sämtliche Förderungen, Kooperationen, Subventionen und Unterstützungsleistungen organisationsübergreifend kritisch hinterfragt werden. Dort, wo Leistungen, Projekte oder Einrichtungen unter maßgeblicher Beteiligung der WKO Steiermark erbracht werden, muss diese auch nach außen klar erkennbar Verantwortung tragen. Konkret vorgeschlagen werden seitens der Reformgruppe:
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Evaluierung der Unterstützungsleistungen an das ICS, was den Abbau von Doppelgleisigkeiten betrifft und die Erhebung von Leistungen an Dritte außerhalb des Kreises der Mitglieder der WKO.
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Spartenübergreifende Verankerung der Nachfolgeinitiative „Follow me“ unter Einbeziehung der Nachbarbundesländer.
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Reduktion der Unterstützungsleistungen für das Innolab, wobei das Angebot seitens der Reformgruppe grundsätzlich begrüßt wird.
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Digitalisierungsstrategie und Evaluierung der Print-Erscheinungstermine für die Steirische Wirtschaft hinsichtlich der damit verbundenen Einsparungspotentiale.
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Überprüfung der Leistungen der Einheit „Room 466 by WKO Steiermark“ in Hinblick auf den Bildungsauftrag der Wirtschaftskammer und im Hinblick auf die konkreten Wirkungen auf die steirische Wirtschaft und deren Unternehmen.
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Kritische Betrachtung aller Unterstützungsleistungen, wie zum Beispiel für die Österreich Werbung oder diverse Medienkooperationen.
Darüber hinaus wird zur Stärkung des Bezugs zum Haus Wirtschaftskammer empfohlen, für Veranstaltungen (wie zum Beispiel die Gründermesse oder diverse Fachorganisations-Sitzungen) die bestehenden Infrastrukturangebote der WKO zu nutzen und auch sämtliche Aus- und Weiterbildungsangebote über das WIFI Steiermark abzuwickeln. Empfohlen werden auch strukturelle Anpassungen im Bereich der Regional- und Servicestellen, wo mobile Alternativen im Zuge einer Digitalisierungsstrategie geprüft werden sollen, sowie Fachorganisationen. Dies gilt insbesondere für Servicestellen mit begrenzenten Öffnungszeiten wie Mariazell, Fürstenfeld, Bad Aussee, Bad Radkersburg und Mürzzuschlag sowie mittelfristig auch für Standorte wie Gröbming und Murau. Weiters soll eine Integration der Regionalstelle Leoben in das WKO Areal Niklasdorf geprüft werden. Zusätzlich soll sich die WKO Steiermark auf Bundesebene auch für die Entwicklung eines neuen Fachorganisationsmodells einsetzen, mit dem Ziel, die Anzahl der Körperschaften zu reduzieren und dadurch in den jeweiligen Gruppen auch mehr finanziellen Spielraum zu schaffen.
Aus diesen Vorschlägen heraus soll nun – fußend auf einem Beschluss des erweiterten Präsidiums – ein konkretes Effizienzprogramm abgeleitet werden. Die WKO Steiermark plant bis zum Jahr 2030 rund acht Millionen Euro einzusparen, das entspricht knapp zehn Prozent der laufenden Kosten. Dadurch soll eine schrittweise Senkung des Landeskammeranteils der Kammerumlage zwei (KU2) von derzeit 0,22 auf 0,18 Prozent bis zum Jahr 2030 ermöglicht werden. Anspruch ist es, die Mitgliedsbetriebe nachhaltig zu entlasten und auch hier künftig zu den Top-3 unter den Landeskammern zu zählen.
STÄRKUNG VON TRANSPARENZ- UND INFORMATIONSSTANDARDS
Die Reformgruppe hat sich aber nicht nur mit Effizienzmaßnahmen, sondern auch mit Transparenz- und Informationsstandards auseinandergesetzt. Empfohlen wird ein abgestimmtes Vorgehen aller WKO-Landesorganisation in der Aufbereitung und Darstellung von Zahlen, um auch österreichweite Vergleiche zu ermöglichen. Empfohlen wird ein Geschäftsbericht der WKO Steiermark – analog zum Geschäftsbericht der WKÖ. Dieser sollte auch eine transparente Darstellung aller Funktionsträger:innen enthalten, inklusive Aufgabenbeschreibung sowie eine Offenlegung der Funktionsentschädigungen, die – so die Empfehlung der Reformgruppe – an die österreichweit einheitliche Weiterentwicklung zu koppeln sind, wie sie derzeit vom Rechnungshof geprüft werden.
Ebenfalls empfohlen wird die Weiterentwicklung des Wahlrechts unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen. Die WKO Steiermark soll sich einerseits auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die Stimmabgabe für Mitglieder vereinfacht wird, etwa durch den digitalen Wahlkartenantrag. Andererseits sollen im eigenen Wirkungsbereich etwa die Zweigwahlkommissionen vernetzt und reduziert werden.
STATEMENTS
WKO STEIERMARK PRÄSIDENT JOSEF HERK, LANDESOBMANN WIRTSCHAFTSBUND: „Wir zeigen einmal mehr klar vor, wie ernst wir es mit der Entlastung meinen. Bis zum Jahr 2030 werden wir in der WKO Steiermark jeden zehnten Ausgaben-Euro einsparen, insgesamt sind das rund acht Millionen Euro der jährlich laufenden Kosten. Das ermöglicht uns – nach der letzten Senkung der Kammerumlage 2 im Jahr 2023 – eine weitere schrittweise Senkung der Kammerumlage 2, die schon 2027 beginnen wird. In diesem Sinn danke ich der Reformgruppe für ihre wertvolle Arbeit und die Vorschläge, denen in den kommenden Monaten konkrete Maßnahmen folgen. Wir setzen uns als WKO Steiermark damit bewusst ein großes Ziel, denn als Interessenvertretung der Wirtschaft muss das natürlich unser Anspruch sein. Ein Anspruch, den wir auch an die Politik stellen. Diese muss im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts ähnlich ambitionierte Sparvorgaben umsetzen.“
KURT MAIER, PRÄSIDENT IV STEIERMARK: „Die Handlungsempfehlungen der Reformgruppe in der WKO Steiermark sind sehr zu begrüßen. Diese tragen nicht nur zu einer Entlastung der Mitgliedsbetriebe bei, sondern definieren auch Schritte zu einer zeitgemäßen und effizienten Wirtschaftskammerorganisation. Jetzt gilt es, diese rasch in die Umsetzung zu bringen und auch auf Bundesebene umfassende Maßnahmen zu setzen. Mein Dank gilt der sehr konstruktiven Arbeit der Reformgruppe und Dr. Max Oberhumer, der darin für die Industrie mit seiner langjährigen Erfahrung als Manager und ehemaliger Spartenobmann intensiv mitgewirkt hat. Entscheidend ist, dass diese Reform ein kontinuierlicher Prozess sein muss, der nicht mit den heute beschlossenen Handlungsempfehlungen und deren Umsetzung endet, sondern stetig Entlastungs- und Effizienzpotenziale im Sinne der Mitgliedsbetriebe und der Arbeit für einen starken Wirtschaftsstandort hebt.“
THOMAS KAINZ, LANDESOBMANN FREIHEITLICHE WIRTSCHAFT: „Die Freiheitliche Wirtschaft hat immer gesagt, dass die Wirtschaftskammer schlanker, transparenter und näher an den Betrieben arbeiten muss. Die geplante Senkung der Kammerumlage 2 ist daher ein richtiger Schritt, darf jedoch nicht der letzte bleiben. Unsere Unternehmen stehen unter massivem Kostendruck. Daher braucht es eine Kammer, die zuerst bei sich selbst spart, Doppelstrukturen abbaut und jeden Beitragseuro konsequent am Nutzen für ihre Mitglieder misst. Echte Reform bedeutet für uns: weniger Verwaltung, mehr Service, mehr Transparenz und eine spürbare Entlastung der Betriebe. Wir setzten auf Leistung statt Zwang – die Kammer soll durch Nutzen überzeugen, nicht durch steigende Belastungen.“
ANDREA KERN, LANDESSPRECHERIN GRÜNE WIRTSCHAFT STEIERMARK: „Als Grüne Wirtschaft begrüßen wir das gemeinsam erarbeitete Effizienzprogramm für die Wirtschaftskammer Steiermark. Durch den Abbau von Doppelgleisigkeiten und den Rückbau auf Kernaufgaben wird die von uns seit Langem geforderte Verschlankung der Wirtschaftskammer nun endlich in Angriff genommen. Wir werden die Umsetzung des Reformprogramms im Sinne der Wirtschaftskammer-Mitglieder kritisch begleiten und kontrollieren.“
ROBERT ROTHSCHÄDL, GF. LANDESPRÄSIDENT SOZIALDEMOKRATISCHER WIRTSCHAFTSVERBAND: „Ein erster Schritt ist getan – die Arbeit der Reformgruppe der WK Steiermark kann durchwegs als sehr konstruktiv und produktiv beurteilt werden. Jetzt geht es darum, aus den Handlungsempfehlungen konkrete Effizienzmaßnahmen in die Tat umzusetzen und das Service- und Bildungsangebot für die Kammermitglieder weiter zu verbessern. Darüber hinaus sollten weitere Schritte in Richtung Demokratisierung und Modernisierung des WK-Wahlrechts gesetzt werden.“
CHRISTIAN KOVAC, UNOS LANDESSPRECHER IN DER STEIERMARK: „Wir begrüßen, dass die Reformgruppe erste Schritte in Richtung Entlastung und effizienterer Strukturen gesetzt hat. Gleichzeitig bleibt aus Sicht von UNOS noch viel zu tun: Unser Anspruch sind echte strukturelle Reformen, konsequenter Abbau von Doppelgleisigkeiten und deutlich ambitioniertere Einsparungen im Sinne der Unternehmerinnen und Unternehmer.“
WKO Steiermark
Mag. Mario Lugger
Telefon: 0316/601-652
E-Mail: mario.lugger@wkstmk.at
Website: https://wko.at
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